Pot­ten­stein: Natur­ge­nuss mit Han­di­cap im Natur­park Frän­ki­sche Schweiz – Frankenjura

Dominik und Christin Herrmann ©Christin Herrmann
Dominik und Christin Herrmann ©Christin Herrmann

Plant ein gesun­der Mensch einen Aus­flug, so gestal­tet sich das meist recht ein­fach. In Wan­der­füh­rern, Tou­ren­por­ta­len, Bro­schü­ren und Web­sites der Tou­ris­mus­in­for­ma­tio­nen fin­det man aller­hand Vor­schlä­ge für Wan­der- oder Fahr­rad­tou­ren und vie­le wei­te­re Ange­bo­te für Jung und Alt.

Für Men­schen mit kör­per­li­chen oder kogni­ti­ven Ein­schrän­kun­gen sieht die Welt da ganz anders aus. Des­we­gen hat der Ver­ein Natur­park Frän­ki­sche Schweiz – Fran­ken­ju­ra das Pro­jekt ‚Natur­ge­nuss mit Han­di­cap‘ ins Leben gerufen.

„Ob ich einen Wan­der­weg mit dem Roll­stuhl befah­ren kann, fin­de ich in den mei­sten Fäl­len erst her­aus, wenn ich es selbst aus­pro­bie­re“, so Domi­nik Herr­mann, Pro­jekt­be­ar­bei­ter und nach einem Unfall vor zehn Jah­ren selbst auf den Roll­stuhl ange­wie­sen. „Infos zu Stei­gun­gen, Stu­fen, Weg­be­schaf­fen­heit und Eng­stel­len sucht man meist ver­ge­bens. Und ob sich eine bar­rie­re­freie Toi­let­te oder bar­rie­re­freie Gastro­no­mie in der Nähe befin­det, ist ein Glücks­spiel mit gerin­gen Gewinn­aus­sich­ten.“ Man­geln­de Infor­ma­tio­nen sind für ihn ein Haupt­grund dafür, dass Men­schen mit Behin­de­run­gen die Natur nur ein­ge­schränkt erle­ben kön­nen. Gemein­sam mit sei­ner Frau Chri­stin sucht er im Auf­trag des Natur­park­ver­eins nach Wegen, die für das Befah­ren mit dem Roll­stuhl geeig­net sind. „Das kommt nicht nur Roll­stuhl­fah­rern zugu­te, son­dern auch weni­ger mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ten Men­schen, der Fami­lie mit Kin­der­wa­gen, oder Senio­ren mit Rol­la­tor“, ergänzt Chri­stin Herr­mann, die als Mut­ter weiß, wovon sie spricht. Wei­ter­hin tra­gen die bei­den im Rah­men des Pro­jekts die im Natur­park­ge­biet bereits vor­han­de­nen bar­rie­re­frei­en Out­door-Ange­bo­te zusam­men und erar­bei­ten Emp­feh­lun­gen für Weg­aus­bes­se­run­gen und die Schaf­fung neu­er Angebote.

„Außer­dem wer­den wir Pro­jekt­ta­ge orga­ni­sie­ren, um den Aus­tausch anzu­re­gen, neue Erfah­run­gen zu gewin­nen und auf das Pro­jekt auf­merk­sam zu machen“, erklärt Natur­parkran­ger Johan­nes Stem­per, der das Pro­jekt betreut und der­zeit zusam­men mit Domi­nik und Chri­stin Herr­mann eine natur­kund­li­che Füh­rung für Roll­stuhl­fah­rer durch den Fel­sen­gar­ten San­s­pa­reil plant. „Die Füh­rung ist kosten­frei, fin­det am Sams­tag, den 11. Juni 2022 statt und man kann sich bei mir anmel­den“ fährt Stem­per fort und ver­weist für nähe­re Infor­ma­tio­nen auf die Start­sei­te der Natur­park-Web­site (www​.natur​park​in​fo​.de). Im näch­sten Jahr soll eine erste Hand­rei­chung ent­ste­hen, in der Tou­ren­vor­schlä­ge unter­schied­li­cher Schwie­rig­keits­gra­de und ande­re bar­rie­re­freie Out­door-Ange­bo­te im Natur­park Frän­ki­sche Schweiz – Fran­ken­ju­ra vor­ge­stellt werden.

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