Markt­red­witz star­tet erstes voll­au­to­ma­ti­sches Lasten­rad-Miet­sy­stem in Bayern

Oberbürgermeister Oliver Weigel (m.) bei der Vorstellung des Lastenradmietsystems. © Stadt Marktredwitz
Oberbürgermeister Oliver Weigel (m.) bei der Vorstellung des Lastenradmietsystems. © Stadt Marktredwitz

Sie­ben Modell­kom­mu­nen in ganz Bay­ern – Frei­staat über­nimmt bis zu 90 Pro­zent der Kosten

Die Stadt Markt­red­witz hat eine neue Attrak­ti­on. Am Wochen­en­de hat die Stadt das erste voll­au­to­ma­ti­sche Lasten­rad-Miet­sy­stem in Bay­ern eröff­net. Die Besu­che­rin­nen und Besu­cher des MAK­BAD Natur­bads konn­ten vor Ort die neu­en städ­ti­schen Lasten­rä­der aus­pro­bie­ren und sich über das Miet­sy­stem infor­mie­ren. Ins­ge­samt zehn Lasten­rä­der an fünf Miet­sta­tio­nen im Stadt­ge­biet ste­hen den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern Tag und Nacht zur Aus­lei­he bereit. Die Stand­or­te und die Ver­füg­bar­keit der Räder kön­nen sie über die Lasten­rad­Bay­ern-App einsehen.

Das Baye­ri­sches Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­um för­dert mit dem Modell­pro­jekt „Lasten­rad mie­ten, Kom­mu­nen ent­la­sten“ sie­ben Modell­kom­mu­nen in ganz Bay­ern. In die­sen Kom­mu­nen wer­den voll­au­to­ma­ti­sche Lasten­rad-Miet­sy­ste­me instal­liert und erprobt. Dabei wird unter­sucht, ob durch die Lasten­rä­der Auto­fahr­ten ersetzt wur­den und wel­che ver­kehr­li­che Ver­bes­se­rung dadurch in den Kom­mu­nen erreicht wurde.

Wäh­rend öffent­li­che und pri­va­te Miet­sy­ste­me für Fahr­rä­der heu­te in vie­len Städ­ten zum All­tag gehö­ren, sucht man ver­gleich­ba­re Ange­bo­te für Lasten­rä­der meist ver­geb­lich. Das möch­te Bay­erns Ver­kehrs­mi­ni­ster Chri­sti­an Bern­rei­ter ändern: „Lasten­rä­der sind sehr fle­xi­bel: Man kann damit die Kin­der zur Kita fah­ren, sper­ri­ges Gepäck oder einen Groß­ein­kauf trans­por­tie­ren. Lasten­rä­der sind somit ein attrak­ti­ves Ange­bot im Ver­kehrs­mix und kön­nen hel­fen, Fahr­ten mit dem Auto zu erset­zen. Des­we­gen för­dern wir als Frei­staat ger­ne die­ses Pro­jekt und die Modellkommunen.“

Ober­bür­ger­me­si­ter Oli­ver Weigel: „Als Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Markt­red­witz bin ich sehr froh, dass wir als eine von sie­ben Kom­mu­nen im Frei­staat für das Modell­pro­jekt ‚Lasten­rad mie­ten, Kom­mu­nen ent­la­sten‘ aus­ge­wählt wor­den sind. Unser Kon­zept einer ‚Stadt der kur­zen Wege‘ erlaubt es bereits, vie­le Din­ge des All­tags ohne das Auto zu erle­di­gen. Dank des Lasten­rad-Miet­sy­stems wer­den in Zukunft auch der Groß­ein­kauf oder das Trans­por­tie­ren von schwe­ren Pake­ten ohne Pro­ble­me dazu­ge­hö­ren. Wir freu­en uns beson­ders, dass wir nun als erste der Modell­kom­mu­nen star­ten kön­nen und hof­fen, dass unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die­se umwelt­freund­li­che und gün­sti­ge Alter­na­ti­ve begei­stert nut­zen werden.“

Da vie­le Men­schen eine pri­va­te Anschaf­fung wegen oft­mals hoher Kosten scheu­en, hat das Baye­ri­sche Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­um ein Modell­pro­jekt ins Leben geru­fen, für das sich alle Städ­te und Gemein­den in Bay­ern mit bis zu 130.000 Ein­woh­nern bewer­ben konn­ten. Eine Fach­ju­ry mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­ums, des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad­clubs (ADFC) und der Arbeits­ge­mein­schaft fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­nen (AGFK) hat aus den Bewer­bun­gen sie­ben Städ­te und Gemein­den aus­ge­wählt, dar­un­ter auch Marktredwitz.

Auch in Cadolz­burg, Frei­sing, Lin­dau, Pas­sau und Würz­burg sol­len im Jahr 2022 die Lasten­rad-Miet­sy­ste­me eröff­net wer­den, bei denen der Frei­staat bis zu 90 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kosten für die Anschaf­fung der Räder, die Ein­rich­tung von Stell­plät­zen und die digi­ta­len Kom­po­nen­ten des Ver­leih­sy­stems über­nimmt. Zusätz­lich wur­de die Gemein­de Lech­bruck als Son­der­pro­jekt auf­ge­nom­men, um die Nut­zung von Lasten­rä­dern in einem Erho­lungs­ort zu testen. So soll prak­tisch unter­sucht wer­den, wel­che Fak­to­ren aus­schlag­ge­bend sind, damit Lasten­rä­der von mög­lichst vie­len Bür­ge­rin­nen und Bür­gern inten­siv genutzt werden.

Die fach­li­che Beglei­tung und Eva­lua­ti­on des Modell­pro­jekts, die auch die Aus­wer­tung der Nut­zung und die Prü­fung der Über­trag­bar­keit auf ande­re Kom­mu­nen beinhal­tet, über­nimmt ein Kon­sor­ti­um unter Lei­tung der TINK GmbH. Sie sind vom Staats­mi­ni­ste­ri­um für Woh­nen, Bau und Ver­kehr beauf­tragt und ste­hen den Modell­kom­mu­nen bera­tend zur Sei­te. Ziel ist es, lang­fri­stig mit dem Lasten­rad ein weit­hin akzep­tier­tes neu­es Ver­kehrs­mit­tel in den Städ­ten und Gemein­den Bay­erns zu etablieren.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Modell­pro­jekt gibt es auf der Inter­net­sei­te https://​www​.lasten​rad​.bay​ern​.de.

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