Bam­ber­ger ERBA-Fisch­pass: Gelun­ge­ner Wan­der­kor­ri­dor und Lebensraum

Gelun­ge­ner Wan­der­kor­ri­dor und Lebensraum

Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts Kronach Hans-Joachim Rost, Oberbürgermeister von Bamberg und Bezirkstagsvizepräsident Andreas Starke, Staatsministerin Melanie Huml, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Leiter der Fachberatung für Fischerei Dr. Thomas Speierl, Bezirksräte Thomas Söder und Florian Köhler. Foto: Florian Bergmann

Mit­ar­bei­ter des Was­ser­wirt­schafts­amts Kro­nach Hans-Joa­chim Rost, Ober­bür­ger­mei­ster von Bam­berg und Bezirks­tags­vi­ze­prä­si­dent Andre­as Star­ke, Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml, Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm, Lei­ter der Fach­be­ra­tung für Fische­rei Dr. Tho­mas Speierl, Bezirks­rä­te Tho­mas Söder und Flo­ri­an Köh­ler. Foto: Flo­ri­an Bergmann

Der „Welt­tag der Fisch­wan­de­rung“, der alle zwei Jah­re am 21. Mai statt­fin­det, wur­de von der Fische­rei­fach­be­ra­tung des Bezirks Ober­fran­ken zum Anlass genom­men, das Bewusst­sein für die Bedeu­tung frei flie­ßen­der Flüs­se und Wan­der­fi­sche zu schär­fen. Zu einem gemein­sa­men Ter­min tra­fen sich des­halb Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml, Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm, Ober­bür­ger­mei­ster von Bam­berg und Bezirks­tags­vi­ze­prä­si­dent Andre­as Star­ke, die Bezirks­rä­te Tho­mas Söder und Flo­ri­an Köh­ler sowie Fische­rei­be­rech­tig­te, Kraft­werks­be­trei­ber und Ver­tre­ter des Kli­ma- und Umwelt­amts der Stadt Bam­berg und des Was­ser­wirt­schafts­amts Kro­nach am ERBA-Fisch­pass in Bamberg.

Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm begrüß­te die Gäste und sprach über die wich­ti­ge Funk­ti­on: „Mit dem ERBA-Fisch­pass in der Stadt Bam­berg wur­de vor zehn Jah­ren für die Fisch­wan­de­rung die Ver­bin­dung zwi­schen Reg­nitz und Main geschaf­fen. Durch die gute Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Stadt Bam­berg, dem Kraft­werks­be­trei­ber, dem Was­ser­wirt­schafts­amt Kro­nach und der Fach­be­ra­tung für Fische­rei des Bezirks Ober­fran­ken ist hier ein Vor­zei­ge-Fisch­pass gelun­gen, der auch bei inter­na­tio­na­len Exper­ten Anklang fin­det. Der ERBA-Fisch­pass ist nicht nur Wan­der­kor­ri­dor, son­dern auch Lebens­raum und Laich­ge­biet für vie­le Fischarten.“

ERBA-Fisch­pass ist Lebens­raum für ver­schie­de­ne Fischarten

Der ERBA-Fisch­pass wur­de im Zusam­men­hang mit der Lan­des­gar­ten­schau 2012 gestal­tet. Es ent­stand ein 1,2 Kilo­me­ter lan­ges, neu­es Bach­bett mit einem mitt­le­ren Durch­fluss von 1000 Litern pro Sekun­de. Das wesent­li­che Ziel des Fisch­pas­ses ist die Durch­gän­gig­keit des Gewäs­sers für aqua­ti­sche Lebe­we­sen und die Anbin­dung des Mains an das Reg­nitz­sy­stem für Wan­der­fisch­ar­ten. Seit dem Bestehen wur­den die Nut­zung des Fisch­pas­ses und die Ent­wick­lung des Fisch­be­stan­des von der Fach­be­ra­tung für Fische­rei bereits mehr­mals unter­sucht. Bis­he­ri­ge Erhe­bun­gen zei­gen, dass die maß­geb­lich bestim­men­den Fluss­fisch­ar­ten Bar­be, Nase, Hasel und Aitel wei­ter im Bestand zuge­nom­men haben. Des Wei­te­ren ver­schob sich die Fischzö­no­se deut­lich hin zu strö­mungs­lie­ben­den und kies­lai­chen­den Fisch­ar­ten. Dem­nach kann hier von einer Besie­de­lung der angren­zen­den Fluss­be­rei­che aus­ge­gan­gen werden.

„Der Fisch­pass, der im Zuge der Lan­des­gar­ten­schau ent­stan­den ist, ist ein Erfolgs-Modell. Vor 10 Jah­ren, als wir das erste Mal hier waren und die Fisch­ar­ten gezählt haben, waren es etwa 15. Jetzt sind es über 20 und das ist einer­seits für die Fisch­po­pu­la­tio­nen ein Erfolg und gleich­zei­tig ist gera­de der Was­ser­spiel­platz wei­ter­hin das High­light der Lan­des­gar­ten­schau für Fami­li­en“, so Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml, die sich als dama­li­ge Umwelt­staats­e­kre­tä­rin dafür ein­ge­setzt hat, dass der Fisch­pass entsteht.

Wei­te­re Maß­nah­men sind geplant

Dr. Tho­mas Speierl, Lei­ter der Fach­be­ra­tung für Fische­rei, erklärt: „Um Arten­viel­falt in unse­ren Gewäs­sern zu erhal­ten, müs­sen wir sicher­stel­len, dass sich die Fische in unse­ren Gewäs­sern unge­hin­dert bewe­gen kön­nen. Hin­der­nis­se, wie Kraft­wer­ke oder Stau­mau­ern, sind für Fische oft unüber­wind­bar. Im Schnitt gibt es min­de­stens alle zwei Kilo­me­ter ein nicht pas­sier­ba­res Quer­bau­werk im ober­frän­ki­schen Main-Reg­nitz­sy­stem. Wesent­li­che anste­hen­de Auf­ga­ben in der Regi­on sind daher die Durch­gän­gig­keit am Wehr Viereth sowie wei­te­re Maß­nah­men an den Weh­ren Bucken­ho­fen und Hau­sen bei Forch­heim, um die Reg­nitz auch Rich­tung Mit­tel­fran­ken zu erschlie­ßen. Erste Pla­nun­gen mit den Bun­des­be­hör­den gibt es hier­zu, ich hof­fe uns gelingt auch das bald.“

Elek­tro­be­fischun­gen geben Aufschluss

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung wur­de eine Elek­tro­be­fischung im Bereich des Was­ser­spiel­plat­zes durch­ge­führt. Hier wur­den die gefan­ge­nen Fische auf die Art bestimmt, ihre Grö­ße ermit­telt und abschlie­ßend zurück­ge­setzt. Die Ergeb­nis­se, die Anre­gun­gen zum Schutz der hei­mi­schen Fisch­be­stän­de lie­fern, wur­den direkt den Gästen vorgestellt.

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