Wirt­schaft im Land­kreis Bam­berg ist mit Stand­ort hoch zufrieden

Landrat Johann Kalb eröffnet den zweiten Wirtschaftsgipfel im Landkreis Bamberg. © LRA Bamberg
Landrat Johann Kalb eröffnet den zweiten Wirtschaftsgipfel im Landkreis Bamberg. © LRA Bamberg

Die fünf­te Unter­neh­mens­be­fra­gung der Wirt­schafts­för­de­rung lie­fert wich­ti­ge Erkennt­nis­se für eine geziel­te Unter­stüt­zung der Betriebe

„Mit der hohen Stand­ort­zu­frie­den­heit der Wirt­schaft nimmt der Land­kreis Bam­berg erneut eine Spit­zen­po­si­ti­on in Deutsch­land ein.“ Das ist nach den Wor­ten von Josef Rother von der Gesell­schaft für ange­wand­te Kom­mu­nal­for­schung mbH (GEFAK) das sehr erfreu­li­che Ergeb­nis der fünf­ten Unter­neh­mens­be­fra­gung des Fach­be­rei­ches Wirt­schafts­för­de­rung beim Land­rats­amt Bam­berg. Die nicht anony­mi­sier­ten und des­halb sehr gut für kon­kre­te Maß­nah­men nutz­ba­ren Aus­sa­gen der Unter­neh­men zei­gen auf, dass rund 70 Pro­zent der Befrag­ten kurz­fri­stig Arbeits­kräf­te­be­darf haben. Jedes vier­te Unter­neh­men hat ange­ge­ben, dass es Gewer­be­flä­chen braucht.

„Auf die­sen fun­dier­ten Erkennt­nis­sen bau­en wir seit fast zwei Jahr­zehn­ten gezielt unse­re Wirt­schafts­för­de­rung auf“, mach­te Land­rat Johann Kalb beim zwei­ten Wirt­schafts­gip­fel im Kul­tur­bo­den in Hall­stadt deut­lich. „Natür­lich freu­en wir uns über das erneut ins­ge­samt erfreu­li­che Stim­mungs­bild unse­rer Wirt­schaft. Es ist aller­dings auch wich­tig, Bedar­fe und Wün­sche der Unter­neh­men im Land­kreis zu ken­nen, ernst zu neh­men und Her­aus­for­de­run­gen gemein­sam zu lösen.“

Rund 90 Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer sowie Bür­ger­mei­ste­rin­nen und Bür­ger­mei­ster waren der Ein­la­dung der Wirt­schafts­för­de­rung des Land­krei­ses Bam­berg zum 2. Wirt­schafts­gip­fel in den Kul­tur­bo­den in Hall­stadt gefolgt.

„Mit den Daten über fast zwei Jahr­zehn­te haben Sie beste Vor­aus­set­zun­gen für eine bedarfs­ge­rech­te Wirt­schafts­för­de­rung. Mit die­ser Kon­se­quenz wer­den in fast kei­ner Regi­on die Bedar­fe und Her­aus­for­de­run­gen der Wirt­schaft abge­fragt“, stell­te Josef Rother von der GEFAK die Ergeb­nis­se vor und ana­ly­sier­te vor allem soge­nann­te „Wachs­tums­schmer­zen“ der Wirt­schaft: feh­len­de Arbeits­kräf­te und Aus­zu­bil­den­de, Breit­band- und Mobil­funk­ver­sor­gung und Gewer­be­flä­chen. Her­aus­for­de­run­gen also, die von vie­len Betei­lig­ten gemein­sam ange­gan­gen wer­den müs­sen. Ein Rat Rothers: „Brin­gen Sie ‚Pio­nie­re‘, die sich in Zukunfts­fel­dern bereits enga­gie­ren, mit Unter­neh­men zusam­men, die in der Umfra­ge ange­ge­ben haben, sich hier stär­ker enga­gie­ren zu wollen.“

Über 37% der ins­ge­samt 1.081 befrag­ten Land­kreis­un­ter­neh­men haben sich von Janu­ar bis Ende März an der Umfra­ge betei­ligt. Die Unter­neh­mer­schaft zeigt ins­ge­samt eine hohe Gesamt­zu­frie­den­heit am Stand­ort. Posi­tiv bewer­ten die Unter­neh­men ins­be­son­de­re die über­re­gio­na­le und ört­li­che Stra­ßen­an­bin­dung des Land­krei­ses. Auch die vor­han­de­ne Lebens­qua­li­tät sowie das Schul­an­ge­bot und die Kin­der­be­treu­ungs­an­ge­bo­te wer­den gut bewer­tet. Als größ­te Eng­pass­fak­to­ren wer­den die Ver­füg­bar­keit von qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten, bezahl­ba­rem Wohn­raum und Gewer­be­flä­chen genannt.

Das Ergeb­nis der Befra­gung zeigt außer­dem, dass die Wirt­schaft im Land­kreis bis­her rela­tiv gut durch die Pan­de­mie gekom­men ist. Rund ein Drit­tel der Unter­neh­men gibt Ver­bes­se­run­gen bei der IT-Kom­pe­tenz der Mit­ar­bei­ten­den, im Bereich Tele­ar­beit und beim Daten­schut­z/IT-Sicher­heit an. Die posi­ti­ve Stim­mung spie­gelt sich auch in der Bereit­schaft wider, neu­es Per­so­nal ein­zu­stel­len (68 %). Außer­dem plant über die Hälf­te der Unter­neh­men neue Dienst­lei­stun­gen, Pro­duk­te und Pro­zes­se ein­zu­füh­ren. Rund 47% wol­len ihren Stand­ort moder­ni­sie­ren und in Instand­set­zun­gen inve­stie­ren. Dies ist zunächst eine sehr gute Nach­richt. Die Unter­neh­mens­be­fra­gung zeigt aber auch, dass in Fol­ge der Pan­de­mie nahe­zu 90 % der Betrie­be mit gestie­ge­nen Ein­kaufs­prei­sen kon­fron­tiert sind, rund zwei Drit­tel mit dem Aus­fall von Mit­ar­bei­ten­den zu kämp­fen haben und rund 65 % logi­sti­sche Eng­päs­se verzeichnen.

Größ­te Her­aus­for­de­run­gen für den Wirt­schafts­raum in den kom­men­den Jah­ren stel­len die hohe Nach­fra­ge nach Gewer­be­flä­chen und ‑immo­bi­li­en, über ein Vier­tel der befrag­ten Betrie­be hat hier Bedarf ange­ge­ben, sowie der hohe Arbeits­kräf­te­be­darf dar. Ins­ge­samt ist ein deut­li­cher Rück­gang bei den Aus­zu­bil­den­den zu ver­zeich­nen, seit 2017 um fast 19 %. Beson­ders betrof­fen sind die Betrie­be mit weni­ger als 50 Beschäf­tig­ten. Als Haupt­grün­de für die Stel­len­be­set­zungs­pro­ble­me wer­den die man­geln­de fach­li­che und per­sön­li­che Eig­nung der Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber sowie die zu hohen Gehalts­vor­stel­lun­gen und die unzu­rei­chen­de Bekannt­heit des Berufs­bil­des genannt. Über zwei Drit­tel der befrag­ten Betrie­be inve­stie­ren bereits in Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men ihres Per­so­nals und beschäf­ti­gen bereits älte­re Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeitnehmer.
Die Fra­gen zu Maß­nah­men zur betrieb­li­chen Nach­hal­tig­keit zei­gen, dass die­ses The­ma bereits in vie­len Betrie­ben Ein­zug gehal­ten hat. Über 40% der Betrie­be haben bereits Maß­nah­men zur eige­nen Ener­gie­er­zeu­gung ergrif­fen, rund ein Drit­tel haben ihren Fuhr­park auf Elek­tro­mo­bi­li­tät umge­stellt und über 45 % arbei­ten an der ener­ge­ti­schen Optimierung.

Zur Freu­de des Teams der Wirt­schafts­för­de­rung zei­gen sich über 90% der befrag­ten Unter­neh­men mit Ange­bot, Betreu­ung und Erreich­bar­keit der Wirt­schafts­för­de­rung zufrie­den oder gar sehr zufrie­den. Die TOP 3 Unter­stüt­zungs­lei­stun­gen, die die Unter­neh­men von der Wirt­schafts­för­de­rung erwar­ten, sind die The­men: För­der­mit­tel­be­ra­tung, Unter­stüt­zung bei Fach­kräf­te­si­che­rung sowie Unter­stüt­zung bei Genehmigungsverfahren.

In den Gruß­wor­ten von Hall­stadts Bür­ger­mei­ster Tho­mas Söder, von IHK-Prä­si­dent Dr. Micha­el Waas­ner und HWK-Vize­prä­si­dent Chri­sti­an Her­pich wur­den die ins­ge­samt gute Aus­gangs­po­si­ti­on und der Wil­le, gemein­sam zu han­deln, unter­mau­ert. Die ermit­tel­ten Her­aus­for­de­run­gen haben sich ver­schärft und sind mit einer unsi­che­ren Ener­gie­ver­sor­gung in Sum­me zu einer gro­ßen Her­aus­for­de­rung für die Wirt­schaft geworden.

Der aus­führ­li­che Ergeb­nis­be­richt zur Unter­neh­mens­be­fra­gung ist unter www.landkreis-bamberg.de/Leben/Wirtschaft/Wirtschaftsförderung/Aktuelles/ abrufbar.

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