Pres­se­mit­tei­lung der Unab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on zur Auf­ar­bei­tung des sexu­el­len Miss­brauchs in der Erz­diö­ze­se Bamberg

Unab­hän­gi­ge Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­sio­nen tre­ten für die Inter­es­sen der von sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fe­nen Per­so­nen im kirch­li­chen Bereich ein

Den sexu­el­len Miss­brauch im Kon­text der katho­li­schen Kir­che auf­zu­ar­bei­ten, damit den Betrof­fe­nen Gerech­tig­keit wider­fährt, ist das wich­tig­ste Ziel der Vor­sit­zen­den der bestehen­den Unab­hän­gi­gen Kom­mis­sio­nen zur Auf­ar­bei­tung des sexu­el­len Miss­brauchs im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Deut­schen Bis­tü­mer, die sich am 29./30.April in Ful­da erst­mals zu einer zwei­tä­gi­gen Arbeits­ta­gung getrof­fen haben. Ziel die­ses Tref­fens war, sich über den Stand der Ent­wick­lung in den Bis­tü­mern aus­zu­tau­schen, von­ein­an­der zu ler­nen, um Syn­er­gie­ef­fek­te zu errei­chen und Stra­te­gien der Auf­ar­bei­tung abzu­stim­men, die den Betrof­fe­nen best­mög­lich gerecht wird und zukünf­ti­gen Miss­brauch ver­hin­dern hilft.

Die Schaf­fung die­ser Unab­hän­gi­gen Kom­mis­sio­nen, die ins­be­son­de­re aus Fach­leu­ten der Justiz, der psy­cho­so­zia­len Ver­sor­gung, ver­schie­de­ner Dis­zi­pli­nen der Wis­sen­schaft und der öffent­li­chen Ver­wal­tung sowie aus in der Regel zwei Mit­glie­dern des Betrof­fe­nen­bei­rats besteht, hat­te die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz (DBK) am 26.Juni 2020 mit dem Unab­hän­gi­gen Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Fra­gen des sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs in einer Gemein­sa­men Erklä­rung ver­ein­bart. Mitt­ler­wei­le gibt es in 16 von 27 Bis­tü­mern Unab­hän­gi­ge Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­sio­nen, davon waren 14 durch ihre Vor­sit­zen­den auf der Arbeits­ta­gung vertreten.

Zen­tra­le Auf­ga­be der jewei­li­gen Kom­mis­sio­nen ist nach Ansicht der Vor­sit­zen­den die Auf­deckung von Struk­tu­ren in der katho­li­schen Kir­che, die Miss­brauch ermög­li­chen, ver­tu­schen und för­dern. Die Kom­mis­sio­nen wol­len durch die Auf­ar­bei­tung sowohl Täter iden­ti­fi­zie­ren wie auch Ver­ant­wort­li­che benen­nen, die mit dem Ver­tu­schen der Taten die Insti­tu­ti­on Kir­che und die Täter geschützt haben.

Dabei soll bei der Auf­ar­bei­tung das Leid der Betrof­fe­nen im Vor­der­grund stehen.

Wei­te­re in der Arbeits­ta­gung bear­bei­te­te Fra­gen waren: Wie kann die Zusam­men­ar­beit mit den Betrof­fe­nen­bei­rä­ten pro­duk­tiv gestal­tet wer­den? Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es, das soge­nann­te ‚Dun­kel­feld‘ zu erhel­len? Wel­che recht­li­chen Hin­der­nis­se gibt es und wie kön­nen sie über­wun­den wer­den? Die Vor­sit­zen­den der Kom­mis­sio­nen wer­den in ihrer Herbst­sit­zung eine vor­sit­zen­de Per­son und zwei Stell­ver­tre­tun­gen wäh­len. Zu die­ser kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung wer­den die jewei­li­gen Ver­tre­tun­gen des Betrof­fe­nen­bei­ra­tes der DBK, des Beauf­trag­ten der DBK für alle Fra­gen im Zusam­men­hang des sexu­el­len Miss­brauchs Min­der­jäh­ri­ger im kirch­li­chen Bereich, der Deut­schen Ordens­obern­kon­fe­renz (DOK), der Unab­hän­gi­gen Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Fra­gen des sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs, des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des und des Insti­tuts für Prä­ven­ti­on und Auf­ar­bei­tung eingeladen.

Die Vor­sit­zen­den der Unab­hän­gi­gen Kom­mis­sio­nen ermu­ti­gen alle Men­schen, die bis- her über ihre Erfah­rung mit sexua­li­sier­ter Gewalt in der katho­li­schen Kir­che geschwie­gen haben, die­se den Unab­hän­gi­gen Ansprech­per­so­nen bzw. Miss­brauchs­be­auf­trag­ten, die es in allen 27 Bis­tü­mern gibt, zu berich­ten, damit die­se Erfah­run­gen aner­kannt wer­den und in die zukünf­ti­ge Inter­ven­ti­ons- und Prä­ven­ti­ons­ar­beit ein­flie­ßen. Kon­takt­da­ten fin­den sich auf den jewei­li­gen Inter­net­sei­ten der Bistümer.

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