Kli­ni­kum Fich­tel­ge­bir­ge nutzt Vir­tu­al Rea­li­ty-Bril­len bei Operationen

Klinikum Fichtelgebirge VR Brillen OP 2022
Das Klinikum Fichtelgebirge setzt im OP auf VR-Brillen, um Patienten bei Eingriffen mit Teilnarkosen abzulenken und zu entspannen. Foto: Klinikum Fichtelgebirge

Wäh­rend der OP durch den Wald spazieren

Das Kli­ni­kum Fich­tel­ge­bir­ge setzt im OP auf VR-Bril­len, um Pati­en­ten bei Ein­grif­fen mit Teil­nar­ko­sen abzu­len­ken und zu entspannen.

Eine Ope­ra­ti­on ist für die mei­sten Men­schen mit Äng­sten und Stress ver­bun­den. Um die Anspan­nung vor und wäh­rend eines Ein­griffs zu sen­ken, wird am Kli­ni­kum Fich­tel­ge­bir­ge seit Kur­zem eine spe­zi­el­le Video­bril­le ein­ge­setzt. Mit der VR-Bril­le kön­nen Pati­en­ten bei Ein­grif­fen in Teil­nar­ko­se oder wäh­rend der OP-Vor­be­rei­tung ent­span­nen und sich von einem Film oder einer Serie ihrer Wahl ablen­ken las­sen. Die­ser neue Ser­vice ist für die Pati­en­ten kostenfrei.

„Wir haben die Bril­le eini­ge Woche gete­stet, unse­re Pati­en­ten einen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len las­sen und uns auf­grund der posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen für eine Anschaf­fung ent­schie­den. Unse­re Pati­en­ten sind damit opti­mal abge­lenkt, wenn sie in Teil­nar­ko­se ope­riert wer­den“ erklärt der Chef­arzt der Anäs­the­sio­lo­gie, Micha­el Paland. Rund 8.000 Nar­ko­se­lei­stun­gen führt sei­ne Abtei­lung pro Jahr durch. „Wir kön­nen bei Ein­satz der Bril­le auch nahe­zu voll­stän­dig auf den Gebrauch von Beru­hi­gungs­mit­teln ver­zich­ten“ fügt er hin­zu. Eine Anschaf­fung für den Stand­ort Selb ist eben­falls in Planung.

Es gibt zahl­rei­che Ein­grif­fe, wo eine Regio­nal- oder Spi­nal­an­äs­the­sie zum Ein­satz kommt, bei denen die Pati­en­ten also wach sind und wäh­rend der OP hören und sehen können.

Mit der VR-Bril­le kön­nen die Pati­en­ten auch nur noch begrenzt hören was im OP um sie her­um pas­siert. Über einen Kopf­hö­rer hören sie den ein­ge­spiel­ten Ton oder die Musik. Visu­ell sind sie aber auf jeden Fall abgelenkt.

Die Pro­gramm­aus­wahl ist groß: Ob Kin­der­se­ri­en, Spiel­fil­me, Sport, Doku­men­ta­tio­nen oder Kon­zer­te – aus über 60 Fil­men und Seri­en kann gewählt wer­den. „Es ist für jeden Geschmack und jede Alters­grup­pe etwas dabei. Vor dem Ein­griff sucht sich der Pati­ent sein per­sön­li­ches Pro­gramm für den Ein­griff aus – und bei der OP-Vor­be­rei­tung star­ten wir den Film dann“ erklärt der stell­ver­tre­ten­de Abtei­lungs­lei­ter der Anäs­the­sie­pfle­ge, Phil­ipp Hecht­fi­scher, der das Pro­jekt gelei­tet hat.

Ab die­sem Zeit­punkt kann sich der Pati­ent ent­span­nen, denn sei­ne Auf­merk­sam­keit rich­tet sich pri­mär auf das Gesche­hen in der Videobrille.

„Es ist wis­sen­schaft­lich erwie­sen, dass Stress, Schmer­zen und Äng­ste stär­ker emp­fun­den wer­den, wenn man sich dar­auf kon­zen­triert – und das wirkt sich wie­der­um auf Blut­druck, Puls und Atem­fre­quenz aus. Mit dem neu­en Ange­bot der Video­bril­le lösen wir die­se ange­spann­te Situa­ti­on und unter­stüt­zen den Pati­en­ten, sei­nen Ein­griff angst­frei zu erle­ben“, so der Lei­ten­de Ober­arzt, Dr. Tobi­as Schindler.

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