Kulm­bach: „Erhalt klei­ner und mitt­le­rer Braue­rei­en for­cie­ren“ – Ober­frän­ki­sche Abge­ord­ne­te dis­ku­tie­ren mit hei­mi­schen Brauereivertretern

Oberfrankengruppe Brauerei mit MdL Martin Schoeffel. Foto: Privat
Oberfrankengruppe Brauerei mit MdL Martin Schoeffel. Foto: Privat

„Klei­ne und mitt­le­re Braue­rei­en haben in Bay­ern und spe­zi­ell in Ober­fran­ken eine wich­ti­ge Rol­le und ste­hen für Viel­falt und Hand­werks­kunst. Sie zu erhal­ten und zu unter­stüt­zen ist uns ein gro­ßes Anlie­gen,“ so Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml, Spre­che­rin der Ober­fran­ken­grup­pe in der CSU-Land­tags­frak­ti­on. Mit Mar­tin Schöf­fel habe die Frak­ti­on nicht nur einen Fach­mann im Bereich Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten, son­dern auch einen gelern­ten Brau­er in ihren Reihen.

Bei einem Fach­ge­spräch im Braurei­gast­hof Will in Sche­dern­dorf haben sich CSU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te aus ganz Ober­fran­ken, Mela­nie Huml, Mar­tin Schöf­fel, Mar­tin Mit­tag und Hol­ger Dre­mel mit den Ver­ant­wort­li­chen ver­schie­de­ner Ver­bän­de und Braue­rei­en ausgetauscht.

Aktu­ell haben klei­ne und mitt­le­re Braue­rei­en mit unzäh­li­gen Schwie­rig­kei­ten zu kämp­fen, wie unkal­ku­lier­ba­re Ener­gie­ko­sten sowie Preis­sprün­gen bei Roh­stof­fen, Ver­packung und Logi­stik. Das hat das Gespräch deut­lich gezeigt. Hin­zu kommt, dass klei­ne­re Braue­rei in Ober­fran­ken im Gegen­satz zu über­re­gio­nal aus­ge­rich­te­ten Braue­rei­en einen Absatz-Schwer­punkt beim Fass­bier haben. Durch den Weg­fall von Festen und Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten und die Ein­schrän­kun­gen in der Gastro­no­mie, sind die Ein­bu­ßen noch höher.

In der letz­ten Woche hat sich der Finanz­aus­schuss des Bun­des­ra­tes erfreu­li­cher­wei­se nach inten­si­vem Ein­satz von Sei­ten des Frei­staa­tes für eine dau­er­haft nied­ri­ge Bier­steu­er für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Betrie­be aus­ge­spro­chen. „Das ist ein wich­ti­ger Teil­erfolg für uns,“ so Schöf­fel, der in die­ser Sache in engem Aus­tausch mit dem Baye­ri­schen Finanz­mi­ni­ster Albert Füracker ist. „Die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes auf Initia­ti­ve Bay­erns hin, ist ein erster wich­ti­ger Schritt. Nun ist die Bun­des­re­gie­rung gefragt der Ent­schei­dung des Bun­des­ra­tes zu fol­gen,“ so Schöffel.

Moni­ka Han­sen von der Mei­nel-Bräu in Hof erklär­te wie wich­tig der ver­min­der­te Bier­steu­er­satz gera­de in den aktu­el­len Zei­ten ist: „Die geschätz­te Bier­steu­er­erspar­nis für alle klei­nen Braue­rei­en liegt bei rund 7,2 Mio. Euro pro Jahr. Im Ver­gleich zu den gesam­ten Bier­steu­er­ein­nah­men des Staa­tes von 566 Mio. Euro im Jahr 2020 ist das nur gut 1 %.“

Sie brach­te neben den Schwie­rig­kei­ten rund um die gestie­ge­nen Prei­se und die hohe Besteue­rung zusätz­lich ein The­ma auf den Tisch, das den Braue­rei­en stark zusetzt: Das Mehr­weg-Pfand­sy­stem. Die Anschaf­fungs­ko­sten für die Fla­schen und die Kästen über­stei­gen die bis­her gel­ten­den Pfand­sät­ze bei wei­tem. Zu vie­le Kästen gin­gen im System ver­lo­ren, wür­den nicht abge­ge­ben oder von den Händ­lern ent­sorgt. Höhe­re Pfand­sät­ze könn­ten dabei hel­fen das Pro­blem zumin­dest zu mini­mie­ren. Zusätz­lich erschwe­ren indi­vi­dua­li­sier­te Fla­schen gro­ßer Braue­rei­en die Sor­tier­ar­beit. Wie der Ver­band pri­va­ter Braue­rei­en in Bay­ern for­dert auch Han­sen, dass Bier­fla­schen benutzt wer­den, die von allen Braue­rei­en ver­wen­det wer­den können.

Dane­ben unter­lie­gen Restau­rant- und Ver­pfle­gungs­dienst­lei­stun­gen, mit Aus­nah­me von Geträn­ken, seit dem 1. Juli 2020 befri­stet bis zum 21.12.2022 dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz von 7%. An dem Gespräch nahm mit Joa­chim Kast­ner auch ein Ver­tre­ter des Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des teil. Die CSU tritt eben­falls mit Nach­druck auf Bun­des­ebe­ne dafür ein, dass auch der ver­min­der­te Mehr­wert­steu­er­satz für Spei­sen in der Gastro­no­mie bei 7% ver­ste­tigt wird. Bay­ern hat sich bereits in der Ver­gan­gen­heit für eine dau­er­haf­te Absen­kung und für das Ein­be­zie­hen von Geträn­ken stark gemacht. Nicht nur ange­sichts der Bela­stun­gen und Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie ist es erfor­der­lich, die Umsatz­steu­er dau­er­haft zu sen­ken. Son­dern auch die Infla­ti­on, die ins­be­son­de­re Lebens­mit­tel betrifft, kann so im Bereich der Gastro­no­mie gebremst werden.

Hin­ter­grund zum Biersteuergesetz:

Für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Braue­rei­en sieht das Bier­steu­er­ge­setz gestaf­fel­te ermä­ßig­te Bier­steu­er­sät­ze vor. Die­se wur­den vom Bun­des­ge­setz­ge­ber mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2004 erhöht. Auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie wur­den die gestaf­fel­ten ermä­ßig­ten Steu­er­sät­ze befri­stet nur für die Jah­re 2021 und 2022 wie­der auf das Niveau des Jah­res 2003 abge­senkt. In dem von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­se­nen Gesetz­ent­wurf zum Ach­ten Ver­brauch­steu­er­än­de­rungs­ge­setz war kei­ne Ver­län­ge­rung der abge­senk­ten Bier­steu­er­men­gen­staf­fel­sät­ze vorgesehen.

Bay­ern hat zusam­men mit wei­te­ren Län­dern den Antrag gestellt, die bis­her befri­stet nied­ri­ge­ren Steu­er­sät­ze der Bier­steu­er­men­gen­staf­fel mit dem Niveau von 2003 künf­tig unbe­fri­stet bei­zu­be­hal­ten. In der letz­ten Sit­zung des Finanz­aus­schus­ses des Bun­des­rats stimm­te die Mehr­heit der Län­der für den Antrag.

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