So arbei­tet der Sozi­al­dienst des Kli­ni­kums Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz – Bericht zum Tag der Pfle­ge am 12. Mai 2022

Sozi­al­dienst des Kli­ni­kums: vor­aus­schau­en­de Pla­nung der Klinikentlassung

Für eine Wei­ter­ver­sor­gung von Pati­en­ten nach der Ent­las­sung aus dem Kran­ken­haus küm­mern sich die Sozi­al­dienst­mit­ar­bei­te­rin­nen des Kli­ni­kums früh­zei­tig um die ent­spre­chen­de Organisation.

Die Pati­en­ten wer­den schon zu Beginn des Auf­ent­hal­tes zum soge­nann­ten Ent­lass­ma­nage­ment infor­miert. Bei einer Ein­wil­li­gung hier­zu wird in enger Abstim­mung mit den Pati­en­ten bzw. den Ange­hö­ri­gen von Ärz­ten, Pfle­ge­per­so­nal, The­ra­peu­ten und dem Sozi­al­dienst der aktu­el­le Bedarf an Hil­fe und Unter­stüt­zung ermittelt.

Sozialdienst Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz Mai 2022

Sie küm­mern sich um die Wei­ter­ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten (v.l.): H. Deng­scherz-Fluh­r­er, A. Dechert und G. Bäu­er­le vom Sozi­al­dienst des Kli­ni­kums Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz; Foto: Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz

Lia­ne Vogel vom Sozi­al­dienst in Eber­mann­stadt hebt die Bedeu­tung der Team­sit­zun­gen für die Ger­ia­trie und Reha her­vor. Bei die­sen Sit­zun­gen brin­gen Ärz­tin­nen, Pfle­ger, The­ra­peu­ten, Psy­cho­lo­gen und der Sozi­al­dienst ihr Wis­sen über den Pati­en­ten ein und bespre­chen das wei­te­re Vor­ge­hen. Bei Bedarf wird eine Pfle­ge­grad­schnell­ein­stu­fung erstellt und an den medi­zi­ni­schen Dienst wei­ter­ge­lei­tet. Der Sozi­al­dienst unter­stützt die Pati­en­ten oder deren Ange­hö­ri­ge auch bei der Bean­tra­gung eines Pflegegrades.

Schon ab 2015 haben gesetz­lich Ver­si­cher­te einen Anspruch auf die­ses Ent­lass­ma­nage­ment, d.h. die Unter­stüt­zung beim Über­gang von der sta­tio­nä­ren Kran­ken­haus­ver­sor­gung in eine wei­ter­ge­hen­de medi­zi­ni­sche, reha­bi­li­ta­ti­ve oder pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung (§ 39 Abs. 1a Fünf­tes Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB V)). Seit 2017 müs­sen die Kran­ken­häu­ser ver­bind­lich ein Ent­lass­ma­nage­ment vor­hal­ten. Das Kli­ni­kum hat­te jedoch schon im Vor­feld die­ser gesetz­li­chen Rege­lung jah­re­lang Pati­en­ten und Ange­hö­ri­ge dies­be­züg­lich bera­ten und unterstützt.

Für die Pla­nung einer nach­hal­ti­gen Ver­sor­gung der Pati­en­ten im Anschluss an den Kli­nik­auf­ent­halt sind die Mit­ar­bei­te­rin­nen auf die Mit­hil­fe der Ange­hö­ri­gen ange­wie­sen, da deren Für­sor­ge­pflicht durch den gesetz­li­chen Anspruch auf das Ent­lass­ma­nage­ment nicht ersetzt wer­den kann.

In Fäl­len, in denen ein nicht ent­schei­dungs­fä­hi­ger, hil­fe­be­dürf­ti­ger Pati­ent kei­ne Ange­hö­ri­gen bzw. Vor­sor­ge-Bevoll­mäch­ti­gen hat, regt der Sozi­al­dienst eine gesetz­li­che Betreu­ung beim Amts­ge­richt an. Die Zeit bis zur rich­ter­li­chen Begut­ach­tung des Pati­en­ten und der Bestim­mung eines gesetz­li­chen Betreu­ers muss dann häu­fig sta­tio­när im Kli­ni­kum über­brückt wer­den, da nur der gesetz­li­che Betreu­er für Ver­trä­ge und Anträ­ge im Inter­es­se des Pati­en­ten rechts­gül­tig unter­zeich­nen kann.

Gro­ßer Bedarf an Unter­stüt­zung durch den Sozialdienst

Der Sozi­al­dienst orga­ni­siert die Ver­sor­gung der Betrof­fe­nen durch ambu­lan­te Dien­ste, Essen auf Rädern, Haus­not­ruf und Hilfs­mit­teln etc. für zu Hau­se bzw. die Ver­le­gung in die Kurz­zeit­pfle­ge oder dau­er­haf­te Pfle­ge im Heim bzw. bei Bedarf in ein Hospiz.

Zudem stellt er Anträ­ge für Anschluss­heil­be­hand­lun­gen in Reha­bi­li­ta­ti­ons-Ein­rich­tun­gen. Dar­über hin­aus infor­miert er zu wei­te­ren regio­na­len Bera­tungs­stel­len, z.B. Sucht­be­ra­tungs­stel­len, Hospiz­ver­ei­nen und Pfle­ge­be­ra­tungs­stel­len. Zu mög­li­chen finan­zi­el­len Unter­stüt­zun­gen ver­weist der Sozi­al­dienst an die zustän­di­gen Stellen.

Digi­ta­li­sie­rung? – Der per­sön­li­che Kon­takt zählt

Anfang des Jah­res teil­te das Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­ri­um für Gesund­heit und Pfle­ge die För­de­rung der digi­ta­len Ver­net­zung von Reha-Ein­rich­tun­gen und Akut-Kli­ni­ken mit. Das For­schungs­vor­ha­ben ‚Aus­bau der Digi­ta­li­sie­rung baye­ri­scher Reha-Ein­rich­tun­gen durch Ver­net­zung mit Akut-Kran­ken­häu­sern über die Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur‘ wird mit 450.000 Euro unterstützt.

Bis­her pro­fi­tiert der Sozi­al­dienst des Kli­ni­kums Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz aller­dings von per­sön­li­chen Kon­tak­ten mit den Ein­rich­tun­gen und Anbie­tern. Viel­leicht wer­den die vie­len Faxe und Tele­fo­na­te in Zukunft durch eine digi­ta­le Platt­form ergänzt oder ersetzt.

Ver­mit­teln im eige­nen Haus

„Wenn Anfra­gen aus den eige­nen Häu­sern in Eber­mann­stadt und Forch­heim kom­men, ver­su­chen wir alles mög­lich zu machen, damit wir den Pati­en­ten rela­tiv zeit­nah unter­brin­gen kön­nen“, betont Ker­stin Gla­ser, die zusam­men mit Doris Kiel­mann und Lisa Bren­del die Bele­gung sowohl des Reha- wie auch des Akut­be­rei­ches plant. Bei der Bet­ten­pla­nung in Eber­mann­stadt kom­men Anfra­gen aus vie­len Kran­ken­häu­sern der nähe­ren und wei­te­ren Umge­bung an. In der Abtei­lung für Ger­ia­tri­sche Reha­bi­li­ta­ti­on wer­den Men­schen nach einem Akut­er­eig­nis wie Schlag­an­fall, Herz­in­farkt oder Ober­schen­kel­hals­bruch oder auch im Rah­men eines Pfle­ge­gut­ach­tens auf­ge­nom­men. „Manch­mal fällt jemand, der vor­an­ge­mel­det ist aus, weil sich der All­ge­mein­zu­stand ver­schlech­tert hat, oder es Pro­ble­me mit der Wund­hei­lung gibt. Dann zie­hen wir ande­re Pati­en­ten vor und jon­glie­ren – das krie­gen wir eigent­lich immer ganz gut hin“, ergänzt Doris Kiel­mann. Die sta­tio­nä­re Behand­lung in der Reha dau­ert in der Regel drei Wochen und kann in eini­gen Fäl­len, wenn wei­te­re Fort­schrit­te durch die Reha­bi­li­ta­ti­on erzielt wer­den kön­nen und die Kran­ken­kas­se die Geneh­mi­gung erteilt, auf fünf Wochen ver­län­gert werden.

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