Kulm­ba­cher MdL Rai­ner Lud­wig: „Was­ser­kraft ist Garant für Kli­ma­schutz und regio­na­le Ver­sor­gungs­si­cher­heit in Oberfranken“

Rainer Ludwig
Rainer Ludwig

FREIE WÄH­LER-Frak­ti­on for­dert von Bund Gleich­be­hand­lung aller Erneuerbare-Energien-Anlagen

Vie­le hie­si­ge Anla­gen-Betrei­ber sind von den Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung, die Was­ser­kraft nicht mehr gleich­ge­stellt im Rah­men der Erneu­er­ba­ren Ener­gien zu för­dern, vor den Kopf gesto­ßen und erzürnt. MdL Rai­ner Lud­wig steht seit lan­gem mit zahl­rei­chen Akteu­ren aus der ober­frän­ki­schen Regi­on in Kontakt.

Die FREIE WÄH­LER-Land­tags­frak­ti­on hat, um die Was­ser­kraft in Bay­ern zu ret­ten, nun einen ent­spre­chen­den Dring­lich­keits­an­trag im Land­tag eingebracht.

MdL Rai­ner Lud­wig, ener­gie­po­li­ti­scher Spre­cher der FW-Frak­ti­on, dazu: „Mit die­sem Antrag for­dern wir den Bund auf, eine kon­se­quen­te Umset­zung der Rah­men­be­din­gun­gen für die Errich­tung von Erzeu­gungs­an­la­gen für erneu­er­ba­re Ener­gien zu schaf­fen.“ Dies sol­le im Rah­men des anste­hen­den „Geset­zes zu Sofort­maß­nah­men für einen beschleu­nig­ten Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien und wei­te­ren Maß­nah­men im Strom­sek­tor“ gesche­hen. „Dabei for­dern wir zu gewähr­lei­sten, dass die Fest­stel­lung des ‚über­ra­gen­den öffent­li­chen Inter­es­ses‘ im neu­en Para­graph 2 des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes für alle Arten von EE-Anla­gen glei­cher­ma­ßen gilt.“

„Wir FREIE WÄH­LER im Land­tag bedau­ern, dass die Bun­des­re­gie­rung der Was­ser­kraft genau die­sen Sta­tus nicht zuge­ste­hen will – obwohl die­se grund­last­fä­hig ist und in Bay­ern eine über­ra­gen­de Rol­le spielt. Daher sei es wich­tig, so Lud­wig, den Aus­bau von Was­ser­kraft­an­la­gen – im Zuge der anste­hen­den Über­ar­bei­tung der bun­des­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für die Errich­tung von EE-Anla­gen – nicht zu betei­li­gen. Der Beschluss des Bun­des­ka­bi­netts vom 6. April 2022 spricht Bän­de: Dem­zu­fol­ge ist der Neu­bau von Was­ser­kraft­an­la­gen mit einer Lei­stung bis 500 kW wegen beson­de­rer gewäs­ser­öko­lo­gi­scher Aus­wir­kun­gen nicht mehr ver­träg­lich und soll daher nicht mehr geför­dert wer­den. Die Plä­ne kämen einer Dis­kri­mi­nie­rung der Was­ser­kraft gleich!“ Soll­te die­se her­bei­ge­führ­te nega­ti­ve Son­der­stel­lung grei­fen, wer­de sich dies nach­tei­lig auf den Bestand und Bau neu­er Was­ser­kraft­an­la­gen auswirken.

Rai­ner Lud­wig wei­ter: „Das gestrick­te EE-Paket der Ampel-Regie­rung passt vor­ne und hin­ten nicht zusam­men. Einer­seits erhebt das Gesetz den Anspruch, Rah­men­be­din­gun­gen für eine nahe­zu voll­stän­dig auf Erneu­er­ba­ren Ener­gien beru­hen­de Strom­ver­sor­gung bis 2035 zu schaf­fen, ande­rer­seits wird der Bei­trag der Was­ser­kraft an gesi­cher­ter Lei­stung nicht posi­tiv gewür­digt, son­dern es wird die dezen­tra­le, bewähr­te und grund­last­fä­hi­ge Was­ser­kraft gegen­über den ande­ren Erneu­er­ba­ren sogar noch schlech­ter gestellt!“

Dies sei aus unse­rer Sicht weder fach­lich begründ­bar noch ener­gie­po­li­tisch sinn­voll, merkt Lud­wig an. „Es ist ein Trau­er­spiel, dass aus­ge­rech­net die Grü­nen und ihr Aus­schuss­mit­glied Mar­tin Stümp­fig unse­re dies­be­züg­li­che Kri­tik an der Bun­des­re­gie­rung als ‚Sturm im Was­ser­glas‘ abtut.“

Im Frei­staat pro­du­zie­ren aktu­ell knapp 4.000 Was­ser­kraft­an­la­gen Ener­gie – „sie sind ein Garant für regio­na­le Ver­sor­gungs­si­cher­heit und gera­de jetzt uner­läss­lich. Vor dem Hin­ter­grund des durch den Ukrai­ne-Krieg wei­ter ver­knapp­ten Ener­gie­an­ge­bots wäre es ein Fre­vel, wenn gera­de die­se klei­nen Was­ser­kraft­an­la­gen still­ge­legt und zurück­ge­baut wer­den müss­ten“, so Ener­gie­po­li­ti­ker Lud­wig. Bereits am Mitt­woch beton­te Bay­erns Ener­gie­mi­ni­ster Hubert Aiwan­ger, der Bund schie­ße die Was­ser­kraft regel­recht ab. Des­halb wird der Mini­ster im Bun­des­rat kon­kre­te Kor­rek­tu­ren an Ber­lins Pla­nun­gen ein­brin­gen. Die FREIE WÄH­LER Land­tags­frak­ti­on mit ihrem ener­gie­po­li­ti­schen Spre­cher Rai­ner Lud­wig plä­diert wei­ter­hin klar für gün­sti­gen Strom aus klei­ner wie gro­ßer Was­ser­kraft – für Kli­ma­schutz und Ener­gie­si­cher­heit. Eine Benach­tei­li­gung die­ser abso­lut sau­be­ren Tech­no­lo­gie leh­nen wir ent­schie­den ab.“

2 Antworten

  1. Mike Urban sagt:

    Was­ser­kraft wird erst bei göße­ren Anla­gen mit Fisch­pass umwelt­ver­träg­lich, die vie­len alten, klei­nen Anla­gen erzeu­gen im Ver­hält­nis zu ihren Beein­träch­ti­gun­gen der Natur (Durch­gän­gig­keit, Rück­stau, Schwall­be­trieb bei Nied­rig­was­ser) viel zu wenig Strom! An einem Bach wie Tru­bach haben Was­ser­kraft­an­la­gen icht zu suchen.
    Viel­leicht soll­ten sich die im Arti­kel genann­ten „Exper­ten“ wie Herr MdL Lud­wig oder Herr Aiwan­ger mal in die The­ma­tik ein­ar­bei­ten, statt nur Lob­by­ar­beit für ein paar Betrei­ber von Was­ser­kraft­an­la­gen zu lei­sten. Lie­ber ein paar Wind­rä­der mehr, die erzeu­gen ein Vil­fa­ches an Strom. Wen die „Optik“ stört, soll halt woan­ders hinschauen…

  2. Tiberius Sempronius Gracchus sagt:

    Es gibt kei­ne „abso­lut sau­be­re Tech­no­lo­gie“ zur Ener­gie­ge­win­nung. Jede Anla­ge hat nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen, so daß es sich bei der Ent­schei­dung für eine bestimm­te Anla­ge immer nur um eine Abwä­gung han­deln kann.

    Daß fos­si­le und nuklea­re Quel­len kei­nes­falls zukunfts­fä­hig sein kön­nen, soll­te eigent­lich längst Kon­sens sein. Umfas­sen­der Lob­by­ein­fluß bremst die Umset­zung der Erkennt­nis­se indes noch immer. Die soge­nann­ten „rege­ne­ra­ti­ven“ Quel­len füh­ren durch Roh­stoff­ge­win­nung, Bau, Betrieb und spä­te­re Ent­sor­gung jedoch eben­falls zu – wenn­gleich weni­ger gra­vie­ren­den – nen­nens­wer­ten Beein­träch­ti­gun­gen von Natur und Umwelt. Eine pau­scha­le Ableh­nung klei­ner Was­ser­kraft­an­la­gen kann ich nicht nach­voll­zie­hen, jedoch ist immer eine sorg­fäl­ti­ge Prü­fung im Ein­zel­fall ange­bracht – wie bei allen ande­ren Ener­gie­ge­win­nungs­an­la­gen auch.

    Vor­ran­gig ist, die nach wie vor immense Ver­schwen­dung an (auch elek­tri­scher) Ener­gie anzu­ge­hen. Kon­kre­te Bei­spie­le auf­zu­zäh­len, ergä­be eine schier end­lo­se Liste. Eines ist zwei­fel­los, im Ver­kehr allein die Antriebs­art zu wech­seln, aber wei­ter­hin auf das indi­vi­du­el­le Kraft­fahr­zeug als Rück­grat der Mas­sen­mo­bi­li­tät zu set­zen, irre wei­te Güter­trans­port­we­ge, vor­wie­gend auf der Stra­ße, als selbst­ver­ständ­lich auch dann anzu­se­hen, wenn eine sach­li­che Not­wen­dig­keit nicht gege­ben ist, und eine Raum- und Sied­lungs­pla­nung fort­zu­füh­ren, wel­che ste­tig län­ge­re Wege zu Arbeits­platz, Ein­kaufs­mög­lich­keit oder Frei­zeit­ge­stal­tung gera­de­zu erzwingt.

    Lei­der scheint das Erfas­sen kom­ple­xer Zusam­men­hän­ge Politiker/​innen nach wie vor stark zu über­for­dern. Resul­tat sind häu­fig popu­li­sti­sche Kurzschluß„lösungen“, die vie­le Aus­wir­kun­gen der gefaß­ten Ent­schei­dun­gen schlecht­hin ausblenden.

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