Stör­che keh­ren nach Bay­ern zurück – LBV for­dert Aus­wei­sung des Fran­ken­wal­des als euro­päi­sches Vogelschutzgebiet

Weißstorch
Weißstorch

Die Schwarz­stör­che keh­ren in die­sen Tagen von ihrem lan­gen Win­ter­auf­ent­halt in Afri­ka zurück in die baye­ri­schen Brut­ge­bie­te. Das wich­tig­ste Sied­lungs­ge­biet in ganz Deutsch­land fin­det der Storch im Fran­ken­wald. Dort kön­nen auf­merk­sa­me Beobachter*innen die beein­drucken­den Balz­flü­ge des Vogels mit einer Flü­gel­spann­wei­te von knapp zwei Metern in näch­ster Zeit erle­ben. Doch die Fol­gen der Kli­ma­kri­se und der Rück­gang sei­nes Lebens­raums wir­ken sich dra­ma­tisch auf die sel­te­ne Vogel­art aus. „Der Fran­ken­wald ist als Lebens­raum für den gefähr­de­ten Schwarz­storch von natio­na­ler Bedeu­tung und muss end­lich als euro­päi­sches Vogel­schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen wer­den. Das ist ein zwin­gend not­wen­di­ger Schritt zum erfolg­rei­chen Schutz die­ser Vogel­art“, for­dert Dr. Andre­as von Lind­ei­ner, LBV-Lan­des­fach­be­auf­trag­ter Naturschutz.

Schwar­zes Gefie­der mit metal­li­schem Glanz, wei­ßer Bauch, roter Schna­bel und rote Bei­ne: der Schwarz­storch ist unver­wech­sel­bar. Seit über 25 Jah­ren leben Schwarz­stör­che im Fran­ken­wald, wo sie dank gro­ßer, zusam­men­hän­gen­der Wald­ge­bie­te mit kla­ren Gewäs­sern einen idea­len Lebens­raum für die Brut und erfolg­rei­che Jun­gen­auf­zucht vor­fin­den. Laut Bestands­kar­tie­rung in den Jah­ren 2011 bis 2014 fin­den sich im gesam­ten Natur­park Fran­ken­wald über 70 Schwarz­storch­re­vie­re und damit mehr als 10 Pro­zent der bun­des­deut­schen Popu­la­ti­on. So eine hohe Ver­brei­tung ist bis­her aus kei­nem ande­ren Schwarz­storch­ge­biet in Deutsch­land bekannt. „Bay­ern hat eine natio­na­le Ver­ant­wor­tung für das Über­le­ben die­ser fas­zi­nie­ren­den Vogel­art. Gleich­zei­tig müs­sen wir dem Schutz eines sen­si­blen Öko­sy­stems gerecht wer­den. Denn das gro­ße Wald­ge­biet dient uns als Erho­lungs­ort, Luft­fil­ter, Was­ser­spei­cher und nach­hal­ti­ger Holz­lie­fe­rant“, erklärt Andre­as von Lindeiner.

Aktu­ell ist der Schwarz­storch­be­stand im Fran­ken­wald durch die Kli­ma­kri­se stark gefähr­det. Bäche, in denen die Schwarz­stör­che ihre Nah­rung wie Fische, Amphi­bi­en und Insek­ten fin­den, trock­nen im Som­mer aus oder wer­den nach Dau­er­re­gen über­schwemmt. Die von Fich­ten domi­nier­ten Wäl­der fal­len dem Bor­ken­kä­fer zum Opfer. „Im Gegen­satz zu ande­ren Regio­nen Deutsch­lands brü­ten die Schwarz­stör­che im Fran­ken­wald bei­na­he aus­schließ­lich auf Fich­ten mit alten Wip­fel­brü­chen. Wald­be­stän­de, die bis­lang nicht vom Bor­ken­kä­fer befal­len sind, sind des­halb unver­zicht­ba­re Brut­ge­bie­te und eine bedeut­sa­me Aus­weich­mög­lich­keit für den Schwarz­storch“, so der LBV-Experte.

Der Schutz der Schwarz­stör­che im Fran­ken­wald kann nur erfolg­reich gelin­gen, wenn Natur­schutz, Forst­wirt­schaft und Jagd sich gemein­sam dafür ein­set­zen. Nicht zuletzt ste­hen Bay­erns letz­te unge­stör­te Wald­ge­bie­te durch poli­ti­sche Vor­ga­ben beim Aus­bau der Wind­kraft aktu­ell unter gro­ßem Druck. „Bereits öffent­lich dis­ku­tier­te Plä­ne zur Errich­tung eines gro­ßen Wind­parks im Fran­ken­wald sind mit dem Erhalt des Top-Brut­ge­biets in Deutsch­land für den als wind­kraft­sen­si­ble Art ein­ge­stuf­ten Schwarz­storch nicht ver­ein­bar“, betont Andre­as von Lindeiner.

Über den LBV

1909 gegrün­det ist der LBV der älte­ste Natur­schutz­ver­band in Bay­ern und zählt aktu­ell über 110.000 Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zer. Der LBV setzt sich durch fach­lich fun­dier­te Natur- und Arten­schutz­pro­jek­te sowie Umwelt­bil­dungs­maß­nah­men für den Erhalt einer viel­fäl­ti­gen Natur und Vogel­welt im Frei­staat ein. Mehr Infos: www​.lbv​.de/​u​e​b​e​r​-​uns

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