Sowa kri­ti­siert: Letz­te Chan­ce für Berufs­ein­stiegs­be­glei­tung in Bay­ern abge­würgt – CSU und FW leh­nen Antrag Grüne/​FDP auf Fort­füh­rung ab

Ein klei­nes Fünk­chen Hoff­nung glimm­te doch noch: Am Mitt­woch wur­de im Baye­ri­schen Land­tag im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen über den
Ein­zel­plan 10 Sozia­les auch über die Fort­füh­rung der erfolg­rei­chen Berufs­ein­stiegs­be­glei­tung abge­stimmt. Trä­ger, Schüler*innen,
Begleiter*innen und aus­bil­den­de Unter­neh­men aus ganz Bay­ern hat­ten gehofft, dass die neue Sozi­al­mi­ni­ste­rin den gor­di­schen Kno­ten noch
durch­schla­gen wür­de. Das ist jedoch nicht gesche­hen. Sie alle hat­ten Brie­fe an die Abge­ord­ne­ten geschrie­ben, um die­ses bewähr­te Programm
doch noch zu ret­ten. Seit einem Jahr ringt die Oppo­si­ti­on mit der Staats­re­gie­rung um die Berufs­ein­stiegs­be­glei­tung und hat­te zumindest
eine vor­läu­fi­ge Wei­ter­füh­rung für das Jahr 2021 erreicht. Grü­ne und FDP hat­ten im Aus­schuss einen gemein­sa­men Haus­halts­an­trag vor­ge­legt und
im Ple­num eine nament­li­che Abstim­mung bean­tragt (s. Liste). Mit 2,17 Mio Euro für die­ses Jahr plus 6,15 Mio Euro für die Fol­ge­jah­re wäre ein
wei­te­rer Jahr­gang gesi­chert gewesen.

Ursu­la Sowa: „ Das Ver­hal­ten der Staats­re­gie­rung, die­ses Pro­gramm nicht zu ver­län­gern, hal­te ich für anti­so­zi­al. Aus mei­ner Erfahrung
und zahl­rei­chen Gesprä­chen vor Ort, weiß ich, wie wich­tig die Unter­stüt­zung jun­ger Men­schen von Beginn an ist. Wer kein sozia­les Netz
hat, das trägt, ist auf sol­che Ange­bo­te ange­wie­sen. In mei­ner Funk­ti­on als Anstalts­bei­rä­tin der Justiz­voll­zugs­an­stal­ten Bam­berg, Kro­nach und
Ebrach, erle­be ich Lebens­ver­läu­fe, die im gesell­schaft­li­chen Abseits enden. Oft ist bei die­sen Schick­sa­len der Über­gang von Schu­le zu Beruf
bereits das prä­gen­de Moment: Kei­ne Arbeit, kei­ne Per­spek­ti­ve, kei­ne Moti­va­ti­on. Das zeigt auch, wie wich­tig die Hil­fe für jun­ge Men­schen in
die­sem Lebens­ab­schnitt ist.“

Clau­dia Köh­ler, haus­halts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Land­tags-Grü­nen und stv. Vor­sit­zen­de im Haus­halts­aus­schuss des Baye­ri­schen Land­tags: „Es
ist unfass­bar. Heu­te war es an der Zeit, Far­be zu beken­nen. Gera­de in einer Zeit des Fach­kräf­te– und Aus­zu­bil­den­den­man­gels brau­chen wir
Pro­gram­me, die den Jugend­li­chen hel­fen, einen Abschluss zu schaf­fen und einen Azu­bi-Platz anzu­tre­ten. Beson­ders ent­täuscht bin ich über alle
Abge­ord­ne­ten der FW und CSU, die vor Ort stets in Lip­pen­be­kennt­nis­sen geäu­ßert hat­ten, wie wich­tig sie das Pro­gramm fän­den. Die­ser Geiz bei
der Jugend und ihrer Bil­dung wird uns noch teu­er zu ste­hen kommen.“

Dr. Hel­mut Kal­ten­hau­ser, haus­halts­po­li­ti­scher Spre­cher der FDP-Frak­ti­on im Land­tag: „Die Berufs­ein­stiegs­be­glei­tung för­dert jähr­lich 3500
Schüler*innen beim Über­gang vom Schul- ins Berufs­le­ben. Der gro­ße Erfolg des Pro­gramms war nie umstrit­ten. So ein effek­ti­ves Pro­gramm zu
schlach­ten ist nicht nur unso­zi­al, son­dern auch volks­wirt­schaft­lich dumm. Heu­te konn­ten alle sehen, wie wegen 2,17 Mio Euro in einem
Haus­halt von 71 Mrd Euro die Inter­es­sen von Jugend und Unter­neh­men auf der Strecke bleiben.“

Namentliche-Abstimmung-06.04.2022-Berufseinstiegsbegleitung Antrag-Grue­ne-FDP-2022-Berufs­ein­stiegs­be­glei­tun­g_N­r_9_­ein­ge­reicht

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