Auf 30 Jah­re Freund­schaft zwi­schen Prag 1 und Bamberg

„Übergabe der Ehrenbürger-Urkunde: Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Vizebürgermeister Petr Burgr, Brigitte Riegelbauer und Bürgermeister Petr Hejma“ (v.l); Foto: Stadtverwaltung Prag1
„Übergabe der Ehrenbürger-Urkunde: Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Vizebürgermeister Petr Burgr, Brigitte Riegelbauer und Bürgermeister Petr Hejma“ (v.l); Foto: Stadtverwaltung Prag1

Drei Jahr­zehn­te ist es nun her, dass die Städ­te­part­ner­schaft zwi­schen Prag 1 und Bam­berg ins Leben geru­fen wur­de. Zu die­sem beson­de­ren Jubi­lä­um besuch­te eine Bam­ber­ger Dele­ga­ti­on mit Zwei­tem Bür­ger­mei­ster Jonas Glü­sen­kamp die Mol­dau-Metro­po­le. Beglei­tet wur­de er dabei von vier Lehrer:innen des Dient­zen­ho­fer Gym­na­si­ums, die den lang­jäh­ri­gen Schü­ler­aus­tausch mit zwei Gym­na­si­en in Prag 1 organisieren.

Als Dol­met­sche­rin beglei­te­te Jit­ka Fei­to­va, Vor­sit­zen­de des Deutsch-Tsche­chi­schen Clubs, die Grup­pe. Kul­tu­rel­le Bot­schaf­ter der Stadt Bam­berg waren rund 60 Sän­ge­rin­nen der Grup­pe „Mädels­abend“, die unter der Lei­tung von Tho­mas Kamin­ski mit ver­schie­de­nen Kon­zer­ten in der Innen­stadt und beim Pra­ger Metro­nom begei­ster­ten. Dabei sam­mel­ten die Sän­ge­rin­nen Spen­den zugun­sten von Ukrai­ne-Geflüch­te­ten in Prag 1.

Beim offi­zi­el­len Emp­fang im Alt­städ­ter Rat­haus wur­de der Bam­ber­ger Koor­di­na­to­rin der Städ­te­part­ner­schaft, Bri­git­te Rie­gel­bau­er, die Ehren­bür­ger­wür­de des Stadt­be­zirks Prag 1 ver­lie­hen. Mit der Aus­zeich­nung wür­dig­te der Pra­ger Stadt­rat die lang­jäh­ri­ge kon­ti­nu­ier­li­che Mit­ar­beit bei der Ent­wick­lung die­ser Städ­te­ver­bin­dung, die zu den leben­dig­sten inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen des Stadt­be­zirks zählt. Das Alt­städ­ter Rat­haus ist jener Ort, an dem vor 30 Jah­ren auch der Part­ner­schafts­ver­trag unter­zeich­net wur­de. In sei­nem Gruß­wort beton­te Bür­ger­mei­ster Glü­sen­kamp, „gera­de in die­ser Zeit mit gro­ßer Dank­bar­keit auf 30 Jah­re geleb­te Freund­schaft zurück­blicken zu können“.

Seit­dem hat sich viel getan in die­ser leben­di­gen Städ­te­part­ner­schaft: gegen­sei­ti­ge Besu­che auf Festen, Märk­ten, Ver­an­stal­tun­gen mit Unter­neh­mern, Tref­fen vie­ler Berufs­grup­pen, Begeg­nun­gen zwi­schen Sport­lern und Künst­lern. Im Mit­tel­punkt stand dabei von Anfang an der Jugend­aus­tausch. So ist es gelun­gen, dass sich nicht nur Schü­ler­ge­nera­tio­nen und Eltern aus Bam­berg und Prag ken­nen­ge­lernt haben, son­dern sich auch ein gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis für die Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de bei­der Län­der entwickelte.

Dem Ziel der Völ­ker­ver­stän­di­gung ist auch der Deutsch-Tsche­chi­sche Club in Bam­berg ver­pflich­tet. Des­sen Vor­sit­zen­de, Jit­ka Fei­to­va, sorg­te mit einer Viel­zahl an Ver­an­stal­tun­gen und Vor­trä­gen dafür, dass sich die Men­schen bei­der Län­der begeg­nen und aus­tau­schen konn­ten. Dar­über hin­aus spricht sie bei­de Spra­chen und steht immer als Über­set­ze­rin zur Ver­fü­gung. Die Coro­na-Pan­de­mie, aber auch der Krieg in der Ukrai­ne, hat Bam­berg und Prag vor neue Her­aus­for­de­run­gen gestellt. „Gemein­sam wer­den wir auch die­se Kri­se mei­stern“ so Bür­ger­mei­ster Glüsenkamp.

Die Bam­ber­ger Dele­ga­ti­on konn­te in Prag viel erle­ben: eine Schiff­fahrt, ein Besuch in der Baye­ri­schen Ver­tre­tung sowie eines vor­bild­li­chen reno­vier­ten denk­mal­ge­schütz­ten Ensem­bles in der Alt­stadt, das als Begeg­nungs­stät­te für Jung und Alt dient. Wei­ter stand ein Schul­be­such bei der Aus­tausch­schu­le des Dient­zen­ho­fer Gym­na­si­ums, dem Dr. Jana Patocky Gym­na­si­um, auf dem Pro­gramm. Bür­ger­mei­ster Glü­sen­kamp infor­mier­te sich in einer Ein­rich­tung für betreu­tes Woh­nen. Die Ein­rich­tungs­lei­te­rin war bereits zu Gast bei der Sozi­al­stif­tung Bam­berg gewe­sen. Zudem durf­ten die Bam­ber­ger zusam­men mit einer Dele­ga­ti­on aus der ita­lie­ni­schen Part­ner­stadt Tren­to am Ball des Bezirks Prag 1 teil­neh­men. Bei dem gesell­schaft­li­chen Ereig­nis konn­ten sich end­lich wie­der alte und neue Freun­de der Städ­te­part­ner­schaft tref­fen. Schließ­lich stand ein gemein­sa­mer Emp­fang des Chors „Mädels­abend“ im Alt­städ­ter Rat­haus an, ver­bun­den mit einer Stadt­füh­rung für die rund 60 Per­so­nen umfas­sen­de Gruppe.

Die Rei­he der Ver­an­stal­tun­gen im Jubi­lä­ums­jahr wird sich fort­set­zen: Am 5. Mai 2022 fin­det in der Baye­ri­schen Ver­tre­tung eine Begeg­nung der Kom­mu­nal­ver­tre­ter statt, bei dem die Stadt Bam­berg auch ihre 30-jäh­ri­ge Städ­te­part­ner­schaft vor­stel­len darf. Die Volks­hoch­schu­le Bam­berg plant einen Kurs zur tsche­cho­slo­wa­ki­schen Archi­tek­tur im Euro­päi­schen Kon­text sowie einen Vor­trag über die Pra­ger Burg und eine Stu­di­en­rei­se in die Partnerstadt.

Außer­dem wird das Stadt­ar­chiv mit einer Foto­aus­stel­lung in der Gale­rie 1 in Prag einen Bei­trag zum Part­ner­schafts­ju­bi­lä­um lei­sten. Wech­sel­sei­ti­ge Thea­ter­auf­füh­run­gen des Thea­ter­en­sem­bles „Ernst von Leben“ mit einem Pra­ger Ensem­ble sind in der Pla­nung, eben­so wie ein Besuch der Pra­ger zur Sand­kirch­weih und noch vie­les mehr.

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