IG BAU Ober­fran­ken for­dert mehr Forstpersonal

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Stür­me, Dür­re, Schäd­lin­ge: In fünf Jah­ren Schä­den in Bay­erns Wäl­dern um 61 Pro­zent gestiegen

Forst­leu­te am Limit: Stür­me, Trocken­heit und Schäd­lin­ge machen nicht nur den Bäu­men in der Regi­on extrem zu schaf­fen, son­dern füh­ren auch zu einer Über­la­stung derer, die in der Forst­wirt­schaft arbei­ten. Dar­auf macht die IG Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) Ober­fran­ken auf­merk­sam – und for­dert deut­lich mehr Per­so­nal für die Bran­che. „Vom Forst­wirt bis zur Revier­lei­te­rin – die Beschäf­tig­ten haben in Bay­ern alle Hän­de voll zu tun, um die mas­si­ven Schä­den der letz­ten Jah­re zu besei­ti­gen. Gleich­zei­tig küm­mern sie sich dar­um, die Wäl­der der Zukunft anzu­le­gen, damit sie für den Kli­ma­wan­del gewapp­net sind“, sagt IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­der Uwe Behrendt.

Im Wald spie­le sich seit Jah­ren ein „regel­rech­tes Dra­ma“ ab. „An den Bäu­men zeigt sich schon jetzt, wel­che Fol­gen extre­me Wet­ter­ereig­nis­se und damit der Kli­ma­wan­del haben“, so Beh­rendt. Der Gewerk­schaf­ter ver­weist auf Zah­len des Sta­ti­sti­schen Bun­des­am­tes. Danach muss­ten allein im Jahr 2020 rund elf Mil­lio­nen Kubik­me­ter Schad­holz aus den baye­ri­schen Wäl­dern geholt wer­den – 61 Pro­zent mehr als noch fünf Jah­re zuvor. Dabei ent­fie­len 85 Pro­zent aller Schä­den auf Nadel­höl­zer wie Fich­ten und Kie­fern, die beson­ders anfäl­lig für Hit­ze und Insek­ten­be­fall sind.

Der Forst sei eine Schlüs­sel­bran­che in punc­to Kli­ma­schutz. „Nach­hal­tig ange­leg­te Wäl­der – mit gemisch­ten Baum­ar­ten statt Mono­kul­tu­ren – kom­pen­sie­ren Mil­lio­nen Ton­nen CO2. Außer­dem lie­fern sie Holz, das als kli­ma­freund­li­cher Roh­stoff gera­de auf dem Bau immer stär­ker gefragt ist. Und schließ­lich sind die Wäl­der auch Erho­lungs­or­te für die Men­schen“, betont Behrendt.

Doch ohne zusätz­li­ches Per­so­nal dürf­te sich die Lage in den kom­men­den Jah­ren wei­ter zuspit­zen, warnt die IG BAU Ober­fran­ken. Die Gewerk­schaft ruft die Wald­be­sit­zer in der Regi­on dazu auf, sich drin­gend um mehr Fach­leu­te zu küm­mern: „Egal ob im Pri­vat­wald, im kom­mu­na­len Forst oder im Lan­des­be­trieb – nur mit deut­lich mehr qua­li­fi­zier­ten Beschäf­tig­ten wird die Mam­mut­auf­ga­be Wald­um­bau zu schaf­fen sein“, macht Beh­rendt deut­lich. Ent­schei­dend sei­en hier­bei fai­re Ein­kom­men und gute Arbeits­be­din­gun­gen. Azu­bis müss­ten nach ihrer Aus­bil­dung über­nom­men wer­den. „Gera­de jun­ge Men­schen gehen fürs Kli­ma auf die Stra­ße. Demos sind wich­tig, aber es braucht auch Men­schen, die Bäu­me pflan­zen und Wäl­der pfle­gen“, so Beh­rendt weiter.

In einer Umfra­ge der Forst­ge­werk­schaft unter bun­des­weit 1.300 Beschäf­tig­ten der Bran­che gaben fast neun von zehn Befrag­ten an, dass es im Betrieb nicht genü­gend Mit­ar­bei­ter gebe, um die anfal­len­de Arbeit zu schaf­fen. 70 Pro­zent berich­te­ten davon, durch die Arbeit „emo­tio­nal aus­ge­laugt“ zu sein. „Hin­zu kommt, dass ein gro­ßer Teil der Beschäf­tig­ten in den näch­sten Jah­ren aus dem Berufs­le­ben aus­schei­det, ohne dass aus­rei­chend Nach­wuchs­kräf­te in Sicht sind“, sagt Behrendt.

Nach Ein­schät­zung der IG BAU sind bun­des­weit 11.000 Forst­be­schäf­tig­te zusätz­lich nötig, um die aktu­el­len Auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen. Das ent­spricht einer Erhö­hung des aktu­el­len Per­so­nal­schlüs­sels um einen Beschäf­tig­ten pro 1.000 Hekt­ar Wald. Ins­ge­samt gibt es in Deutsch­land 11,4 Mil­lio­nen Hekt­ar Wald. Wei­te­re Infos im Netz unter: https://​igbau​.de/​W​A​L​D​-​K​L​I​M​A​-​S​C​H​U​T​Z​-​K​a​m​p​a​g​n​e​-​U​n​s​e​r​e​-​F​o​r​d​e​r​u​n​g​e​n​.​h​tml

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