Bam­ber­ger Grü­ne wer­fen CSU-Staats­mi­ni­ste­rin Huml eine „unlau­te­re Poli­tik“ vor

Neue Wort-Bild-Marke der Bamberger GRÜNEN

In Bam­berg für fünf­te Klas­se in der Wirt­schafts­schu­le – in Mün­chen dagegen

„JA zur Wirt­schafts­schu­le ab der fünf­ten Klas­se“ – So war eine Pres­se­mit­tei­lung beti­telt, die von CSU-Staats­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml und der Jun­gen Uni­on Bam­berg Mit­te Febru­ar her­aus­ge­ge­ben wur­de. Die ört­li­che CSU mit Mela­nie Huml an der Spit­ze zeig­te sich kämp­fe­risch, nicht zuletzt im Inter­es­se der Bam­ber­ger Wirt­schafts­schu­le, in die man erst mit der sech­sten Klas­se ein­tre­ten kann, und wo man sich eben­falls eine fünf­te Klas­sen­stu­fe wünscht.

Doch die­ses Ver­hal­ten ent­larvt die Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Sowa nun als „Augen­wi­sche­rei“ und bringt das mit har­ten Wor­ten zum Aus­druck: „Mini­ste­rin Huml hat mit ihrer Pres­se­mit­tei­lung nur die hal­be Wahr­heit ver­kauft.“ Denn inzwi­schen gab es im März eine Abstim­mung im Ple­num des Baye­ri­schen Land­tags: Dort hat­te die FDP bean­tragt, zunächst mit einem Modell­ver­such in eini­gen Regio­nen mit beson­de­rer Nach­fra­ge fünf­te Wirt­schafts­schul­klas­sen ein­zu­füh­ren und zu erproben.

„Doch nicht ein­mal die­sem vor­sich­ti­gen Vor­schlag kam die CSU nach“, sagt Sowa und ver­weist auf das Pro­to­koll, das öffent­lich unter http://​www1​.bay​ern​.land​tag​.de/​w​w​w​/​E​l​a​n​T​e​x​t​A​b​l​a​g​e​_​W​P​1​8​/​D​r​u​c​k​s​a​c​h​e​n​/​F​o​l​g​e​d​r​u​c​k​s​a​c​h​e​n​/​0​0​0​0​0​1​3​5​0​0​/​0​0​0​0​0​1​3​8​2​3​.​pdf ein­seh­bar ist. „Die gesam­te CSU-Frak­ti­on stimm­te mit Nein. Mini­ste­rin Huml war bei die­ser Abstim­mung ein­fach nicht anwe­send.“ Das Urteil der Grü­nen-Poli­ti­ke­rin ist ein­deu­tig: „Das nen­ne ich popu­li­sti­sche Politik!“

Sowa selbst und eben­so ihr Stadt­rats­kol­le­ge Wolf­gang Gra­der, schul­po­li­ti­scher Spre­cher von Grü­nes Bam­berg, spre­chen sich gegen die Ein­füh­rung von fünf­ten Klas­sen an Wirt­schafts­schu­len aus. Sie befürch­ten schwer­wie­gen­de Ver­wer­fun­gen in der baye­ri­schen Schul­land­schaft. „Ich ken­ne kein Schul­amt, dass die­ses Vor­ha­ben gut­heißt “, sagt Gra­der, selbst Schul­lei­ter eine Mit­tel­schu­le, „schon die sech­ste Klas­se ist ein Sün­den­fall gewesen.“

„Für klei­ne­re Mit­tel­schu­len der end­gül­ti­ge Todesstoß“

Mit viel Auf­wand habe die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung vor Jah­ren die Haupt­schu­le zur Mit­tel­schu­le umge­wan­delt und das Pro­fil die­ser Schul­art geschärft. Auch mit der Ein­füh­rung der sechs­stu­fi­gen Real­schu­le hat­ten die Mit­tel­schu­len stark zu kämp­fen. „Wirt­schafts­schu­len ab Klas­sen­stu­fe 5 wären für klei­ne­re Mit­tel­schu­len der end­gül­ti­ge Todes­stoß“, ist sich Gra­der sicher.

Die bei­den Grü­nen wer­fen Huml außer­dem vor, dass sie mit ihrer „Pseu­do-For­de­rung“ die Fol­gen für die Stadt Bam­berg völ­lig außer Acht gelas­sen habe. Die Bam­ber­ger Wirt­schafts­schu­le wird näm­lich von der Stadt getra­gen, die­se müss­te also auch die stei­gen­den Per­so­nal­ko­sten über­neh­men. „Ange­sichts der Haus­halts­la­ge nicht zu ver­ant­wor­ten“, so Wolf­gang Gra­ders knap­per Kommentar.

Nach Ursu­la Sowas Ein­schät­zung deu­tet Humls Pres­se­mit­tei­lung vom Febru­ar dar­auf hin, dass für die­se die Bam­ber­ger Schul­land­schaft frem­des Ter­rain ist und sie des­halb eine Idee popu­li­stisch auf­greift, ohne an die Fol­gen für die Gesamt­stadt zu den­ken. „Frau Huml soll­te bei ihren Lei­sten blei­ben und ihre Fin­ger von der Lokal­po­li­tik las­sen. Und in Mün­chen soll­te sie ihren eige­nen Leu­ten bes­ser auf die Fin­ger schau­en, die anders abstim­men, als sie es sel­ber tun würde.“

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