Ent­schei­dung für Bau im Kreis Kulm­bach fällt Frei­tag: Kei­ne Maxi­lei­stung für Minilohn

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Vie­le der 1.200 Bau­be­schäf­tig­ten im Kreis Kulm­bach betroffen

Appell an hei­mi­sche Bau­un­ter­neh­men: „Bran­chen­min­dest­lohn bis Frei­tag retten“

Die Prei­se im Super­markt zie­hen an – und auch der Min­dest­lohn auf dem Bau soll stei­gen: Ab Mai könn­ten vie­le der rund 1.200 Bau­be­schäf­tig­ten im Land­kreis Kulm­bach min­de­stens 13,45 Euro pro Stun­de ver­die­nen – sie bekä­men dann einen um 60 Cent höhe­ren Bran­chen­min­dest­lohn. Doch genau das droht jetzt an den Arbeit­ge­bern zu schei­tern. „Dann wür­de der Stun­den­lohn von Bau­hel­fern, Mau­rern, Zim­me­rern und Co. abstür­zen – auf 9,82 Euro. Das wäre der unter­ste Lohn­sockel, der über­haupt zuläs­sig ist: der gesetz­li­che Min­dest­lohn“, sagt Uwe Beh­rendt vom Bezirks­ver­band Ober­fran­ken der Indu­strie­ge­werk­schaft BAU.

Der Bau war­te auf ein „Ja“ der Arbeit­ge­ber zum Bran­chen­min­dest­lohn. Dazu müss­ten Bau­in­du­strie und Bau­hand­werk bis kom­men­den Frei­tag [Hin­weis f.d. Red.: 8. April] dem Bei­spiel der Gewerk­schaft fol­gen und einen Schlich­ter­spruch zum eige­nen Min­dest­lohn für den Bau anneh­men. „Es steht Spitz auf Knopf. Der Count­down läuft“, so Uwe Beh­rendt. Der Bezirks­vor­sit­zen­de ruft die Bau­un­ter­neh­men im Kreis Kulm­bach auf, ihren Arbeit­ge­ber­ver­bän­den „das ein­deu­ti­ge Signal zu geben, den Bran­chen­min­dest­lohn auf dem Bau zu ret­ten“. Andern­falls wer­de es auf den Bau­stel­len eine „regel­rech­te Abwan­de­rungs­wel­le“ geben. „Kein Mensch stellt sich bei Wind und Wet­ter hin und schuf­tet kör­per­lich hart, um ledig­lich den gesetz­li­chen Min­dest­lohn und damit an der unter­sten Lohn­kan­te zu ver­die­nen: Mini­lohn für Maxi­lei­stung – das passt nicht. Schon gar nicht bei einer Infla­ti­on, die enorm anzie­he und die Prei­se wei­ter stei­gen las­se“, sagt Behrendt.

Der Bau im Kreis Kulm­bach habe vol­le Auf­trags­bü­cher: Für den Neu­bau von Woh­nun­gen, für Ener­gie­spar-Sanie­run­gen und für senio­ren­ge­rech­te Moder­ni­sie­run­gen such­ten Unter­neh­men schon heu­te hän­de­rin­gend Leu­te. Es sei ein offe­nes Geheim­nis, dass die Bran­che auf Zuwan­de­rung drin­gend ange­wie­sen sei. Der Ruf nach Fach­kräf­ten aus dem Aus­land wer­de immer lau­ter. „Was die Man­power angeht, steht hier eine gan­ze Bran­che mit dem Rücken zur Wand. Soll­te der Bau-Min­dest­lohn jetzt an den Arbeit­ge­bern schei­tern, dann schei­tern auch vie­le Neu­bau- und Sanie­rungs­maß­nah­men im Kreis Kulm­bach. Näm­lich genau die, bei denen Bau­ar­bei­ter nur den Min­dest­lohn und nicht den fai­ren und deut­lich höhe­ren Tarif­lohn bekom­men“, so Uwe Beh­rendt. Vor allem sei der Bau­min­dest­lohn auch ein Garant für den fai­ren Wett­be­werb der Branche.

Mit sei­nem Schlich­ter­spruch zum Bran­chen­min­dest­lohn habe der Prä­si­dent des Bun­des­so­zi­al­ge­richts, Rai­ner Schle­gel, dem Bau bei der Lohn­un­ter­gren­ze eine Per­spek­ti­ve gege­ben. Er hat vor­ge­schla­gen, den gene­rel­len Bau-Min­dest­lohn nicht nur ab die­sem Mai, son­dern auch im näch­sten und über­näch­sten Jahr um jeweils 60 Cent zu erhö­hen. Der Min­dest­lohn für Fach­ar­bei­ter im Land­kreis Kulm­bach soll, so schlägt der Schlich­ter vor, bis zum Ende die­ses Jah­res bei 15,70 Euro lie­gen und dann als feste Posi­ti­on im Tarif­pa­ket ver­han­delt wer­den – also regu­lär mit den Löh­nen auf dem Bau steigen.

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