Zet­tels Refle­xio­nen: Erfah­rung macht nicht zwin­gend klüger

Peter Zettel
Peter Zettel

Das zeigt uns die Erfah­rung. Nur wor­an liegt das? Es liegt wohl dar­an, dass wir über die Din­ge nach­den­ken, sie ent­we­der zu ‚ver­ste­hen‘ suchen oder aber emo­tio­nal dar­auf reagie­ren, statt sie ein­fach nur als das wahr­neh­men, was sie sind.

Manch­mal oder wahr­schein­lich eher oft gibt es erst ein­mal nichts zu ver­ste­hen, son­dern nur zu erken­nen, was ist. Das vor allem dann, wenn es um ande­re Men­schen geht.

Solan­ge wir nur unser eige­nes Urteil oder eine Wer­tung über den oder die ande­ren im Kopf haben, kön­nen wir sie auch nicht sehen. Urtei­len wir über einen ande­ren oder bewer­ten wir ihn, egal ob posi­tiv oder nega­tiv, stel­len wir uns über ihn – sonst könn­ten wir ja nicht über ihn urtei­len oder ihn bewerten!

Wahr­schein­lich ist das einer der Grün­de, wes­halb so viel ‚Augen­hö­he‘ ein­ge­for­dert wird. Ich habe immer wie­der das Gefühl, dass für die­je­ni­gen, die nicht urtei­len und nicht bewer­ten, ‚Augen­hö­he‘ über­haupt kein The­ma ist.

Da Urtei­le weder durch Deduk­ti­on noch durch Induk­ti­on zustan­de kom­men (Zitat Han­nah Arendt), haben sie nichts mit Wirk­lich­keit zu tun, son­dern nur mit der Ansicht des Urtei­len­des über die Wirklichkeit.

Ein Urteil bezieht sich nur schein­bar auf die Wirklichkeit.

Also ein­fach das Urtei­len und Bewer­ten las­sen und dem Men­schen begeg­nen. Der Rest ergibt sich von selbst.


Peter Zet­tel

ist pen­sio­nier­ter Anwalt. Seit ein paar Jah­ren ist er begei­ster­ter Motor­rad­fah­rer – sein per­sön­li­cher Weg der Selbst­er­kennt­nis. Er inter­es­siert sich für das, was die Welt bewegt und schreibt dar­über in sei­nem Blog zet​tel​.biz.

Alle bis­her im Wie­sent­bo­ten erschie­nen „Zet­tels Refle­xio­nen

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