Land­kreis Lich­ten­fels: Geflü­gel­pest bei einem ver­en­de­ten Weiß­storch nachgewiesen

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Nach Risi­ko­be­wer­tung wird aber von der Ein­rich­tung von Restrik­ti­ons­zo­nen und einer all­ge­mei­nen Auf­stal­lungs­pflicht für Geflü­gel abgesehen

Wie das Vete­ri­när­amt mit­teilt, wur­de ver­gan­ge­ne Woche in Ebens­feld ein Weiß­storch ver­en­det auf­ge­fun­den. Zur Fest­stel­lung der Todes­ur­sa­che ließ das Land­rats­amt Lich­ten­fels das Tier am Baye­ri­schen Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LGL) unter­su­chen. Hier­bei wur­de rou­ti­ne­mä­ßig eben­falls auf aviä­re Influ­en­za­vi­ren (AIV) unter­sucht. In der ent­nom­me­nen Pro­be wur­de am 24. März der AI-Virus vom Sub­typ H5 nach­ge­wie­sen. Das Fried­rich-Löff­ler-Insti­tut (FLI), als natio­na­les Refe­renz­la­bor, bestä­tig­te am 25. März den Nach­weis von hoch­pa­tho­ge­nem aviä­ren Influ­en­za-A-Virus (HPA­IV) vom Sub­typ H5N1.

Die hoch­pa­tho­ge­ne aviä­re Influ­en­za (Geflü­gel­pest), umgangs­sprach­lich auch Vogel­grip­pe genannt, ist eine durch Viren aus­ge­lö­ste Infek­ti­ons­krank­heit. Seit Mit­te Okto­ber 2021 gibt es auch in Deutsch­land wie­der ver­mehrt Fun­de von HPA­IV-infi­zier­ten Wild­vö­geln und in der Fol­ge Ein­trä­ge bei Geflü­gel und gehal­te­nen Vögeln, beson­ders im Nor­den Deutsch­lands. Aber auch in Süd­deutsch­land sind immer häu­fi­ger Wild­vö­gel von der Geflü­gel­pest betrof­fen. Das FLI schätzt das Risi­ko einer Aus­brei­tung von HPA­IV H5 bei Wild­vö­geln sowie einer Über­tra­gung auf Geflü­gel und gehal­te­ne Vögel in Deutsch­land daher als hoch ein.

Nach einer Risi­ko­be­wer­tung durch den Land­kreis Lich­ten­fels wird jedoch von der Ein­rich­tung von Restrik­ti­ons­zo­nen und einer all­ge­mei­nen Auf­stal­lungs­pflicht für Geflü­gel abge­se­hen. Zum Schutz vor einer wei­te­ren Aus­brei­tung der Geflü­gel­pest und ins­be­son­de­re zum Schutz von Haus- und Nutz­ge­flü­gel wur­de per All­ge­mein­ver­fü­gung bereits ab dem 10. Dezem­ber 2021 ver­stärk­te betriebs­be­zo­ge­ne Bio­si­cher­heits­maß­nah­men für Geflü­gel­hal­tun­gen im gesam­ten Land­kreis Lich­ten­fels angeordnet.

Die All­ge­mein­ver­fü­gung gilt sowohl für gewerbs­mä­ßi­ge Geflü­gel­hal­ter als auch für Züch­ter und Pri­vat­per­so­nen, die Geflü­gel hal­ten. Die All­ge­mein­ver­fü­gung ist auf der Home­page des Land­rats­am­tes Lich­ten­fels sowie im Amts­blatt Nr. 2021–47 des Land­krei­ses Lich­ten­fels veröffentlicht.

Das Vete­ri­när­amt im Land­rats­amt Lich­ten­fels weist dar­auf hin, dass Geflü­gel­hal­ter, die Art und Anzahl der gehal­te­nen Tie­re, den Stand­ort des Stalls, die Art der Nut­zung und die Betriebs­num­mer bei der Behör­de unter den unten­ste­hen­den Kon­takt­da­ten ver­pflich­tend mel­den müssen.

Eine Ansteckung des Men­schen mit dem Erre­ger über infi­zier­te Wild­vö­gel oder deren Aus­schei­dun­gen ist in Deutsch­land bis­lang nicht bekannt gewor­den. Enger Kon­takt zu kran­ken oder toten Tie­ren soll­te aber ver­mie­den, tote Wild­vö­gel soll­ten nicht berührt oder bewegt werden.

Die Geflü­gel­pest äußert sich bei Hüh­nern bei­spiels­wei­se in Lei­stungs­ab­fall, Apa­thie, Atem­not, Schwel­lun­gen der Kopf­re­gi­on, Durch­fall und dadurch, dass die Tie­re völ­lig uner­war­tet ster­ben. Infi­zier­te Was­ser­vö­gel zei­gen häu­fig kei­ner­lei Anzei­chen, über­tra­gen die Krank­heit aber auf ande­re Geflü­gel­ar­ten. Wer meh­re­re tote Vögel am sel­ben Ort tot auf­fin­det, wird gebe­ten, sich beim Vete­ri­när­amt unter der Tele­fon­num­mer 09571/182301 oder per E‑Mail (veterinaerwesen@​landkreis-​lichtenfels.​de) zu melden.

Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen zur Geflü­gel­pest in Bay­ern sowie ein Merk­blatt für Geflü­gel­hal­ter und eine bay­ern­wei­te Kar­te, aus denen sich die betrof­fe­nen Gebie­te erge­ben, sind auf der Sei­te des Lan­des­am­tes für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (www​.lgl​.bay​ern​.de) unter dem Stich­wort ´Geflü­gel­pest´ verfügbar.

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