Land­rats­amt Forch­heim infor­miert zum The­ma „Kie­bitz­schutz“

kiebitz symbolbild
Der Kiebitz

Land­wir­te kön­nen sich Ihre Lei­stung nun ent­loh­nen lassen

Noch vor weni­gen Jahrz­en­ten war der Kie­bitz eine Vogel­art, die man über­all in unse­rer ein­zig­ar­ti­gen Kul­tur­land­schaft antref­fen konn­te. In den letz­ten 30 Jah­ren ging der Bestand in Bay­ern aller­dings um 80 % zurück, sodass der Kie­bitz mitt­ler­wei­le als stark gefähr­det gilt. Auch im Land­kreis Forch­heim gibt es nur noch weni­ge Gebie­te, in denen der Kie­bitz vor­kommt. Umso wich­ti­ger ist es die weni­gen Tie­re zu schüt­zen und ihnen zum Brut­er­folg zu ver­hel­fen. Auf­grund sei­ner Bio­lo­gie ist dies im beson­de­ren Maße von der land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung abhängig:

Der Kie­bitz ist ein Boden­brü­ter. Als Lebens­raum bevor­zugt er offe­ne, weit­ge­hend ebe­ne Land­schaf­ten. Gehölz­struk­tu­ren und Wald­rän­der wer­den gemie­den, da die­se gute Ansitz­mög­lich­kei­ten für Greif­vö­gel dar­stel­len. Ursprüng­lich leg­te der Kie­bitz sei­ne Nester vor­ran­gig auf feuch­ten, exten­siv genutz­ten Wie­sen an. Mit der zuneh­men­den Umwand­lung von Wie­sen in Äcker in den letz­ten Jahrz­en­ten pass­te sich der Vogel an und brü­tet mitt­ler­wei­le oft auf Äckern. Beson­ders attrak­tiv für den Kie­bitz sind dabei die Mai­säcker, da die­se über wei­te Tei­le des Früh­jahrs offe­nen Boden mit kei­ner oder gerin­ger Vege­ta­ti­on bie­ten. Die über­wie­gend brau­nen Gele­ge sind dadurch gut getarnt.

Die Nester wer­den im Zeit­raum von April bis Mai in fla­chen Mul­den im Boden ange­legt. Ein Gele­ge besteht in der Regel aus vier Eiern. Die Brut­dau­er beträgt 26 bis 29 Tage. Die Jun­gen sind Nest­flüch­ter, die ihr Nest kurz nach dem Schlupf ver­las­sen. In den ersten Tagen lau­fen die Tie­re aller­dings nicht vor einem Bewirt­schaf­tungs­fahr­zeug davon, son­dern ducken sich bei Gefahr auf dem Boden und ver­trau­en auf ihre Tar­nung. Erst nach 4 bis 5 Wochen sind die Jung­vö­gel dann flug­fä­hig und bald dar­auf selbstständig.

Im Zeit­raum von April bis Mai fin­det meist auch die Bestel­lung der Mai­säcker statt. Dies birgt die Gefahr von Gele­ge- und Küken­ver­lu­sten durch die Flä­chen­be­ar­bei­tung. Bekann­te Gele­ge des Kie­bit­zes wer­den im Land­kreis Forch­heim abge­steckt. Die­se Kie­bitz­fen­ster wer­den dann durch die Land­wir­te von der Bewirt­schaf­tung aus­ge­nom­men, sodass die Eltern­tie­re ihre Eier aus­brü­ten kön­nen. Die­sen arbeits­wirt­schaft­li­chen Mehr­auf­wand kön­nen sich die Land­wir­te nun bei der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de am Land­rats­amt Forch­heim mit 50 € je fest­ge­stell­ten Brut­platz aus­glei­chen las­sen. So pro­fi­tie­ren letzt­lich alle Betei­lig­ten: Der Kie­bitz, der einen Brut­er­folg erzie­len kann und des­sen Popu­la­ti­on gestärkt wird sowie der Land­wirt, der für sei­ne Lei­stung im Sin­ne des Arten­schut­zes Aner­ken­nung erhält.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie tele­fo­nisch bei der Bio­di­ver­si­täts­be­ra­te­rin der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de Frau Söll­ner, Tel. 09191/86–4210.

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