Obst­baum­schnitt­kurs in Forch­heim-Reuth für Bauhofmitarbeiter

Alfred Kotz erläutert die theoretischen Grundlagen des Obstbaumschnittes. © Maja Müller
Alfred Kotz erläutert die theoretischen Grundlagen des Obstbaumschnittes. © Maja Müller

Kom­mu­nen pfle­gen ihre Streuobstbäume

Streu­obst­bäu­me und –wie­sen sind ein wich­ti­ger Bestand­teil unse­res ein­zig­ar­ti­gen Land­schafts­bil­des im Land­kreis Forch­heim. Mit über 5000 Pflan­zen- und Tier­ar­ten sind sie einer der arten­reich­sten Lebens­räu­me in Mit­tel­eu­ro­pa – dies gilt ins­be­son­de­re für Bestän­de mit Alt­bäu­men, die oft sel­te­ne und gefähr­de­te Tier­ar­ten beherbergen.

Auch in Kom­mu­nal­be­sitz gibt es zahl­rei­che Obst­bäu­me, die von gro­ßem öko­lo­gi­schen Wert sein kön­nen, wenn die Baum­pfle­ge auf den lang­fri­sti­gen Erhalt aus­ge­rich­tet ist.

Obst­bäu­me sind Kul­tur­pflan­zen ohne natür­li­chen Kro­nen­auf­bau. Nur durch einen regel­mä­ßi­gen Schnitt kann lang­fri­stig die Sta­bi­li­tät der Bäu­me und damit deren Erhalt gewähr­lei­stet wer­den. Am Mitt­woch, den 16.03.2022, fand in Forch­heim-Reuth ein Schnitt­kurs für Bau­hof­mit­ar­bei­ter statt. Ein­ge­la­den dazu waren alle Mit­ar­bei­ter der kom­mu­na­len Bau­hö­fe im Land­kreis Forch­heim sowie der Kreisbauhof.

Die Ver­an­stal­tung war Teil einer Schu­lungs­rei­he im Rah­men des Blüh­pak­tes Bay­ern. Dabei wird jähr­lich ein ande­rer Schwer­punkt öko­lo­gisch nach­hal­ti­ger Pfle­ge kom­mu­na­ler Flä­chen zur För­de­rung der Arten­viel­falt the­ma­ti­siert. Im Land­kreis Forch­heim wer­den die­se Schu­lun­gen gemein­schaft­lich von Hans Schil­ling (Kreis­fach­be­ra­ter für Gar­ten­bau), Lau­ra Söll­ner (Bio­di­ver­si­täts­be­ra­te­rin an der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de) und Jana Wiehn (Land­schafts­pfle­ge­ver­band Forch­heim e.V.) orga­ni­siert und durch­ge­führt. Nach bereits zwei erfolg­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen im Vor­jahr folg­te nun ein Obst­baum­schnitt­kurs. Unter­stützt wur­de der dies­jäh­ri­ge Kurs durch Clau­dia Mun­ker, Lei­te­rin des Pro­jekts „Streu­obst­land­schaf­ten im Land­kreis Forch­heim“ des Landschaftspflegeverbands.

Die Bauhofmitarbeiter erproben den Obstbaumschnitt in der Praxis. Foto: Jana Wiehn

Die Bau­hof­mit­ar­bei­ter erpro­ben den Obst­baum­schnitt in der Pra­xis. Foto: Jana Wiehn

In einem Theo­rie­teil zu Beginn lern­ten die Teil­neh­mer, wor­in der öko­lo­gi­sche Mehr­wert der Streu­obst­bäu­me liegt und wel­che Aspek­te bei der Pfle­ge die­ser zu beach­ten sind. Zudem wur­den die finan­zi­el­len För­der­mög­lich­kei­ten, die beim Land­schaft­pfle­ge­ver­band für Pflan­zung und Pfle­ge von Streu­obst bean­tragt wer­den kön­nen, dar­ge­legt. Im Anschluss zeig­te der Refe­rent Alfred Kotz, selbst Obst­bau­er aus Effeltrich, den fach­lich rich­ti­gen Schnitt in der Pra­xis. Dann durf­ten alle Bau­hof­mit­ar­bei­ter selbst Hand anle­gen: In Klein­grup­pen von 4 bis 5 Per­so­nen erprob­ten sie Ihr erlern­tes Wissen.

Mit ins­ge­samt 41 Teil­neh­mern – auf­ge­teilt auf einen Vor­mit­tags- und einen Nach­mit­tags­kurs – war die Schu­lung ein vol­ler Erfolg. Das rege Inter­es­se zeigt auf, dass der Erhalt und die Neu­pflan­zung von Streu­obst durch das Volks­be­geh­ren „Ret­tet die Bie­nen“ und den Streu­obst­pakt zuneh­mend im gesell­schaft­li­chen Fokus steht.

Ein beson­de­rer Dank gilt auch der Stadt Forch­heim, die die Bäu­me und Werk­zeug für den Schnitt­kurs zur Ver­fü­gung stell­te und im Nach­gang den reich­lich ange­fal­le­nen Gehölz­schnitt ent­sorg­te. Eine Fort­set­zung der Schu­lungs­rei­he im Herbst ist bereits geplant: The­ma soll dann die Pflan­zung neu­er Streu­obst­bäu­me sein.

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