BUND Natur­schutz Bam­berg: Igel wachen auf – was jeder tun kann

Igel. Foto: Pixabay/Alexas

Es geht wie­der los: Die ersten Igel wachen auf. Die war­men Son­nen­strah­len locken die Win­ter­schlä­fer aus ihren Ver­stecken. Da die Insek­ten­fres­ser noch kaum Nah­rung fin­den, sind man­che Tie­re auf unse­re Hil­fe ange­wie­sen. Was jeder jetzt tun kann, ver­rät der BUND Naturschutz.

Vie­ler­orts sind die ersten Igel unter­wegs. Doch: „Ver­lässt ein Igel sein Win­ter­quar­tier, bedeu­tet dies nicht zwangs­läu­fig, dass der Win­ter­schlaf been­det ist“, erklärt Chri­sti­ne Hertrich von der Kreis­grup­pe Bam­berg des Bund Natur­schutz. „Vie­le Tie­re wech­seln zum Ende des Win­ters noch­mal ihr Ver­steck, auf Nah­rungs­su­che gehen dabei nur weni­ge. Man­che Igel legen sich in die Son­ne, um den Stoff­wech­sel anzu­re­gen und eige­ne Kraft­re­ser­ven zu spa­ren. Anschlie­ßend zie­hen sich die­se Igel wie­der in ihre Quar­tie­re zurück und schla­fen weiter.“

Den­noch wer­den dem BUND Natur­schutz in den letz­ten Tagen ver­mehrt tagak­ti­ve Tie­re gemel­det, die nach Fress­ba­rem suchen oder schla­fend in der Wie­se gefun­den wer­den. „Schwa­che Igel nut­zen die war­men Tem­pe­ra­tu­ren und die letz­ten Kraft­re­ser­ven für den Auf­wach­pro­zess“, weiß Mari­on Hymon-Löff­ler von der Igel-Auf­fang­sta­ti­on Tra­bels­dorf. „Man­che die­ser Tie­re sind dann tat­säch­lich hilfs­be­dürf­tig, da sie kei­ne Fett­re­ser­ven mehr besit­zen, um ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur, trotz fro­sti­ger Nacht­tem­pe­ra­tu­ren, auf­recht­zu­er­hal­ten oder um noch­mal ein­schla­fen zu kön­nen“, so Mari­on Hymon-Löff­ler wei­ter. Aus­ge­hun­gert und aus­ge­laugt gehen die­se Sta­chel­rit­ter dann auf Fut­ter­su­che. Doch rich­tig satt wird jetzt noch kei­ner: Die Näch­te sind zu kalt. Am Boden leben­de, nacht­ak­ti­ve Insek­ten sind kaum aktiv. Im März ist der Spei­se­zet­tel unse­rer sta­che­li­gen Fleisch­fres­ser sehr über­sicht­lich und besteht haupt­säch­lich aus Regen­wür­mern und weni­gen sai­so­na­len Insek­ten. Des­halb schla­fen Igel regi­ons- und wet­ter­ab­hän­gig lie­ber bis Ende April und man­cher­orts sogar bis in den Mai hin­ein. Erst mit den stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren im Früh­jahr erhöht sich die Anwe­sen­heit wei­te­rer Futtertiere.

Kurz­fri­sti­ge Hil­fe in der nah­rungs­ar­men Zeit

Laut BUND Natur­schutz erkennt man hilfs­be­dürf­ti­ge Tie­re häu­fig an ihrer Tagak­ti­vi­tät oder dar­an, dass die­se Igel ziel­los umher­ir­ren, abge­ma­gert und kraft­los wir­ken. Wem ein sol­ches Tier begeg­net, der soll­te handeln:

„Nach dem Auf­wa­chen ver­spü­ren unse­re Sta­chel­rit­ter zunächst gro­ßen Durst. Eine fla­che Scha­le mit fri­schem Was­ser soll­te jeder Gar­ten­be­sit­zer auf­stel­len“, begrün­det Mari­on Hymon-Löff­ler. Gefres­sen wer­den ger­ne Rührei­er, Kat­zen­feucht- und ‑trocken­fut­ter oder getrock­ne­te Insek­ten. Man­che Igel mögen auch ange­bra­te­nes Hack­fleisch oder gekoch­tes, klein­ge­schnit­te­nes Geflü­gel­fleisch. Je fett- und pro­te­in­rei­cher die Nah­rung, umso bes­ser. Das Fut­ter soll­te an einem geschütz­ten Ort auf­ge­stellt wer­den, damit die Fut­ter­spen­de auch bei dem hilfs­be­dürf­ti­gen Tier ankommt und nicht etwa bei der dicken Nach­bars­kat­ze. Eine Bau­an­lei­tung für ein Igel­haus, das auch als Fut­ter­haus ver­wen­det wer­den kann, ist auf den Sei­ten des BUND Natur­schutz zu fin­den. https://​www​.bund​-natur​schutz​.de/​o​e​k​o​l​o​g​i​s​c​h​-​l​e​b​e​n​/​t​i​e​r​e​n​-​h​e​l​f​e​n​/​i​g​e​l​h​a​u​s​-​b​a​uen

Außer­dem bit­tet der BUND Natur­schutz alle Gar­ten­be­sit­zer dar­um, mit dem Früh­jahrs­putz im Gar­ten noch zu war­ten. „Jeder Igel-Unter­schlupf wie Laub- und Rei­sig­hau­fen, dich­te Hecken und ande­res Gestrüpp ist aktu­ell für unse­re Igel über­le­bens­wich­tig“, erklärt Chri­sti­ne Hertrich.

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