Bay­reu­ther Land­rat Wie­de­mann initi­iert Run­den Tisch: „Mehr Unab­hän­gig­keit vom glo­ba­len Energiemarkt“

Wie wer­den wir unab­hän­gi­ger vom glo­ba­len Ener­gie­markt? Die­ser Fra­ge ist Land­rat Flo­ri­an Wie­de­mann bei einem Run­den Tisch mit Ver­tre­tern der regio­na­len Ener­gie­ver­sor­ger nach­ge­gan­gen. „Wir müs­sen die Ener­gie- und Mobi­li­täts­wen­de vor­an­brin­gen – das wird in die­sen besorg­nis­er­re­gen­den Wochen deut­li­cher denn je“, sagt der Land­rat, des­sen Initia­ti­ve bei den Teil­neh­mern des Ener­gie-Gip­fels auf offe­ne Ohren stieß.

Landrat Florian Wiedemann und seine Mitarbeiter Jana-Lisa Mönch (Wirtschaftsförderung), Bernd Rothammel (Klimaschutzmanagement) und Maximilian Krüger (Büro Landrat) haben Burkhard Butz (Kommunalbetreuer Bayernwerk), Markus Ruckdeschel (Pressesprecher Energieagentur Nordbayern), Jürgen Bayer (Geschäftsführer Stadtwerke Bayreuth), Bernd Göttlicher (Regionalleiter Franken Bayernwerk), Thomas Oppelt (Geschäftsführer Bayernwerk) und Michael Schuhmann (Vertriebsleiter Stadtwerke Bayreuth) zum Energie-Gipfel eingeladen.

Land­rat Flo­ri­an Wie­de­mann und sei­ne Mit­ar­bei­ter Jana-Lisa Mönch (Wirt­schafts­för­de­rung), Bernd Rot­ham­mel (Kli­ma­schutz­ma­nage­ment) und Maxi­mi­li­an Krü­ger (Büro Land­rat) haben Burk­hard Butz (Kom­mu­nal­be­treu­er Bay­ern­werk), Mar­kus Ruck­de­schel (Pres­se­spre­cher Ener­gie­agen­tur Nord­bay­ern), Jür­gen Bay­er (Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Bay­reuth), Bernd Gött­li­cher (Regio­nal­lei­ter Fran­ken Bay­ern­werk), Tho­mas Oppelt (Geschäfts­füh­rer Bay­ern­werk) und Micha­el Schuh­mann (Ver­triebs­lei­ter Stadt­wer­ke Bay­reuth) zum Ener­gie-Gip­fel eingeladen.

In einem Impuls­vor­trag zeig­te Kli­ma­schutz­ma­na­ger Bernd Rot­ham­mel zunächst die Ener­gie­po­ten­zia­le des Land­krei­ses Bay­reuth auf. Schnell stell­te er fest: „Nie war die Zeit gün­sti­ger, so etwas anzu­ge­hen.“ Bei der Erzeu­gung von Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien habe der Land­kreis sei­ne über­durch­schnitt­li­che Quo­te von 120 Pro­zent auf jüngst 133 Pro­zent aus­ge­baut, im Ver­kehr und in pri­va­ten Haus­hal­ten lau­fe der Ver­brauch aller­dings noch zu stark über fos­si­le Quellen.

Jür­gen Bay­er, Geschäfts­füh­rer der Stadt­wer­ke Bay­reuth, erkennt im Land­kreis Bay­reuth grund­sätz­lich gro­ßes Poten­zi­al für rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien. Die gro­ße Flä­che des Land­krei­ses – bei einer gleich­zei­tig eher gerin­gen Bevöl­ke­rungs­dich­te – bie­te vie­le Mög­lich­kei­ten. Er emp­fiehlt, einen Ener­gie­nut­zungs­plan für den Land­kreis zu erstel­len und so mög­li­che Poten­zia­le aus­zu­lo­ten. Posi­ti­ve Erfah­run­gen habe man bei­spiels­wei­se schon in Haß­furt mit der Ein­spei­sung von Was­ser­stoff ins Gas­netz gemacht, aller­dings sei der Auf­bau einer Was­ser­stoff­wirt­schaft auch mit hohen finan­zi­el­len Mit­teln verbunden.

Für Mar­kus Ruck­de­schel, Pres­se­spre­cher der Ener­gie­agen­tur Nord­bay­ern, muss die Wen­de hin zu einer Voll­ver­sor­gung aus Son­ne und Wind schnell gesche­hen. „Wir erle­ben eine rasan­te Ent­wick­lung und müs­sen daher schnell han­deln“, sagt er. Sei­ne drin­gen­de Emp­feh­lung lau­tet, jetzt zügig PV-Frei­flä­chen gemein­sam mit den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern anzu­ge­hen und auch alle kom­mu­na­len Dächer mit PVAn­la­gen aus­zu­stat­ten. Auch bei der Wind­kraft sieht er eine neue Offen­heit in vie­len Kom­mu­nen, doch büro­kra­ti­sche Pro­zes­se ver­lang­sam­ten den Bau der Räder enorm: „Oft ver­ge­hen allein bei der Pla­nung fünf oder sechs Jah­re.“ Das Ange­bot der Ener­gie­agen­tur für Pri­vat­haus­hal­te sieht nach Aus­sa­ge Ruck­de­schels der­zeit wie folgt aus: bera­ten, bera­ten, bera­ten. „Wir klä­ren auf, wo wir nur kön­nen, und sind auch momen­tan auf der Suche nach wei­te­ren Ener­gie­be­ra­tern.“ Ins­be­son­de­re zu den The­men Hei­zungs­er­neue­rung und Pho­to­vol­ta­ik sei die Nach­fra­ge der­zeit aus­ge­spro­chen hoch.

Regio­nal­lei­ter Fran­ken der Bay­ern­werk Netz GmbH, Bernd Gött­li­cher, ver­weist auf die exor­bi­tant gestie­ge­nen Ein­spei­se­an­fra­gen dezen­tra­ler PV-Anla­gen ans Bay­ern­werkNetz. Auch der Land­kreis Bay­reuth sei davon nicht aus­ge­nom­men. Gött­li­chers kla­rer Appell lau­tet daher, die Net­ze mas­siv aus­zu­bau­en. Hier sei­en die Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren immer wie­der ein Pro­blem. „Wir brau­chen Regie­rung, Land­kreis und Kom­mu­nen, die sich an die Spit­ze einer Bewe­gung stel­len, um die­se Ver­fah­ren zu beschleu­ni­gen. Sonst blockie­ren wir uns selbst.“ Das Bay­ern­werk bringt noch ein Gesell­schaf­ter­mo­dell zum wei­te­ren Aus­bau rege­ne­ra­ti­ver Anla­gen mit regio­na­ler Strom­ver­mark­tung ins Spiel: „Aus der Regi­on für die Regi­on.“ Eine Gesell­schaft mit kom­mu­na­ler Betei­li­gung kön­ne sich auf Flä­chen­su­che bege­ben, die­se anpach­ten, Anla­gen bau­en, betrei­ben und vermarkten.

„Die Gesell­schaft wickelt das gesam­te Ver­fah­ren ab, bezieht dabei regio­na­le Akteu­re ein und betreibt die Anla­ge für die gesam­te Lauf­zeit“, betont Bay­ern­werk­Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Oppelt. Auch hier lie­ge eine Inve­sti­ti­ons­mög­lich­keit nicht nur für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, son­dern auch für Unter­neh­men, die sich auf dem Ener­gie­markt natür­li­cher­wei­se Pla­nungs­si­cher­heit und Sta­bi­li­tät wünschen.

Land­rat Wie­de­mann dankt den Ver­tre­tern für deren Ideen und Vor­schlä­ge. „Wir müs­sen jetzt zuse­hen, dass wir bei unse­ren land­kreis­ei­ge­nen Bestands­ge­bäu­den einen Schritt vor­an­ge­hen und die­se mög­lichst schnell und umfas­send mit Pho­to­vol­ta­ik­An­la­gen aus­stat­ten. Bei land­kreis­ei­ge­nen Neu­bau­ten müs­sen Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen zukünf­tig zur Selbst­ver­ständ­lich­keit wer­den.“ Außer­dem sei es wich­tig, die Land­kreis­bür­ge­rin­nen und ‑bür­ger über nied­rig­schwel­li­ge Bera­tungs­an­ge­bo­te und Ser­vice­lei­stun­gen – wie bei­spiels­wei­se den Solar­rech­ner – mit ins Boot zu holen.

Ober­stes Ziel muss es laut Wie­de­mann sein, die Dächer im Land­kreis für Pho­to­vol­ta­ik­An­la­gen zu nutzen.

Letzt­lich ver­si­chert Land­rat Wie­de­mann noch, sich auch für das Vor­an­schrei­ten der Mobi­li­täts­wen­de im Land­kreis stark­ma­chen zu wol­len. Dabei hof­fe er auch auf ein bal­di­ges neu­es För­der­pa­ket der Bun­des­re­gie­rung für Wallboxen.

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