Foods­ha­ring Bay­reuth-Stadt ver­teilt erneut geret­te­te Lebensmittel

foodsharing Bayreuth Stadt © Oliver Helbig
foodsharing Bayreuth Stadt © Oliver Helbig

Am Sams­tag (12.3.) wur­de in Bay­reuth am Ehren­hof in der Maxi­mi­li­an­stra­ße erneut Essen von Foods­ha­ring Bay­reuth Stadt verteilt.

An ledig­lich zwei Tagen haben die Food­sa­ver­In­nen Lebens­mit­tel geret­tet und vor der Ton­ne bewahrt, eine Men­ge, die in der Sum­me den Lader­raum von 5 Klein­wa­gen fül­len würde.

„Für mich ist es wirk­lich immer wie­der erschreckend die­se Men­gen zu sehen“, sagt Nora Mei­des, Betriebs­ver­ant­wort­li­che von Foods­ha­ring Bay­reuth Stadt. „Es kann nicht sein, dass wir wei­ter­hin ein Drit­tel der Lebens­mit­tel unge­nutzt weg­schmei­ßen. Das heu­te ist nur eine Moment­auf­nah­me, aber wir machen es das gan­ze Jahr.“, fügt sie hinzu.

Auf das Aus­maß und die Pro­ble­ma­tik der Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung hat­te die Grup­pe auch mit aus­ge­druck­ten Info­gra­fi­ken auf­merk­sam gemacht. Gut die Hälf­te der ver­schwen­de­ten Lebens­mit­tel fal­len im Pri­vat­haus­halt an, die ande­re Hälf­te ent­steht vom Feld bis in den Super­markt und in der Gastro­no­mie. Die Bun­des­re­gie­rung hat sich das Ziel gesetzt die Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung bis 2030 zu hal­bie­ren und setzt bis­lang haupt­säch­lich auf Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, um den pri­va­ten Müll zu redu­zie­ren. „Es müs­sen auf poli­ti­scher Ebe­ne end­lich wirk­sa­me Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den, anstatt die Ver­ant­wor­tung auf Pri­vat­per­so­nen abzu­wäl­zen“, kom­men­tiert Mar­len Bän­fer. Sie fügt hin­zu: „Die Optio­nen lie­gen doch schon lan­ge auf dem Tisch. Geset­ze gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung, Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Con­tai­nern oder weni­ger stren­ge Vor­ga­ben an die Ästhe­tik von zum Bei­spiel Gemüse“.

Ohne den poli­ti­schen Wil­len bleibt nur die Koope­ra­ti­on aus Zivil­ge­sell­schaft und Unter­neh­men, wel­che Foods­ha­ring auch in Bay­reuth lebt. Das funk­tio­niert nur mit gegen­sei­ti­gem Ver­trau­en und der gemein­sa­men Über­zeu­gung gegen das Weg­wer­fen noch genieß­ba­rer Lebens­mit­tel. „Wir sind froh eine gute Zusam­men­ar­beit mit vie­len Betrie­ben in Bay­reuth zu haben. Gemein­sam mit Unter­neh­men, die nicht nur rein pro­fit­ori­en­tiert arbei­ten, son­dern auch das Gemein­wohl im Sinn haben, ret­ten wir einen wesent­li­chen Teil des weg­ge­wor­fe­nen Essens.“, berich­tet Nata­lie Dorn, Betriebs­ver­ant­wort­li­che Foods­ha­ring Bay­reuth Stadt und fügt hin­zu:“ Unse­re Bewe­gung möch­te wach­sen. Wir ste­hen auch hier um neue Foodsaver*innen zu gewin­nen. Aber auch um Betrie­be auf uns auf­merk­sam zu machen. So kön­nen neue Koope­ra­tio­nen ent­ste­hen und wir kön­nen gemein­sam ein Zei­chen gegen die­se unver­ständ­li­che Geset­zes­la­ge der Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung setzen.“

Dabei wird der Tafel im übri­gen Vor­tritt gelas­sen. Das Ret­ten von Lebens­mit­teln hat auch eine Gerech­tig­keits-Kom­po­nen­te. Auch in Deutsch­land gibt es genug Men­schen, die sich kei­ne aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung lei­sten kön­nen. Die kosten­frei­en soge­nann­ten Fair­tei­ler­plät­ze, wie in der Stadt­bi­blio­thek, im Tran­si­ti­ons­haus und auch auf dem Uni­ver­si­tät sge­län­de, sowie in Fair­tei­ler-Chat­grup­pen kön­nen da auch Unter­stüt­zung bie­ten und es gibt auch Koope­ra­tio­nen mit der Stadt­mis­si­on. Inter­es­sier­te kön­nen sich per Mail bei der Grup­pe melden.

Das heu­ti­ge Team von foods­ha­ring Bay­reuth zieht ein posi­ti­ves Fazit, nach­dem das Essen in nur einer Stun­de ver­teilt wur­de. Sie sei­en mit vie­len Men­schen in den Aus­tausch getre­ten und hät­ten für das The­ma Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung auf­merk­sam machen kön­nen. Ähn­li­che Aktio­nen wol­len sie in Zukunft wei­ter machen. Und wer weiß, was erst mit ent­spre­chen­der poli­ti­schen Unter­stüt­zung mach­bar wäre.