Brose Bamberg ist in München gefordert

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Brose Bamberg reist am 23. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga zum FC Bayern München Basketball. Nach der zunächst corona- und anschließend nationalmannchaftsbedingten Pause ist die Partie beim Tabellenführer die erste für Brose seit dem 12. Februar. Spielbeginn ist am Sonntag um 18 Uhr. MagentaSport überträgt die Begegnung als „Courtside live“ ab 17.30 Uhr auf seinen Kanälen. Durch die Sendung führt Sascha Bandermann, Kommentator ist Michael Körner.

Der FC Bayern München Basketball hat herausfordernde Tage hinter sich. Zunächst gab es letzte Woche die kurzfristige Entscheidung, zwei Stunden vor Spielbeginn die Partie gegen CSKA Moskau aufgrund des Einmarsches Russlands in die Ukraine abzusagen. Aktuell sind die Münchner aber wieder in ihrem beinahe schon gewohnten Rhythmus. Sie spielten am Mittwoch gegen Hamburg, empfangen am Freitagabend Olympiacos Piräus, bevor es am Sonntag zum Aufeinandertreffen mit Brose kommt. Und dennoch gab es – bis Mitte des zweiten Viertels im Hamburgspiel – beim Team von Andrea Trinchieri eigentlich nur Grund zur Freude. Darrun Hilliard meldete sich nach dreimonatiger Knieverletzungspause wieder zurück. Wichtiger aber noch: Paul Zipser stand erstmals nach seiner Hirn-OP wieder im Kader und durfte sogar kurz seine Rückkehr aufs Parkett feiern. In den Farben getrennt, in der Sache vereint: wir sagen herzlich willkommen zurück, schön, dass du wieder da bist, Paule! Trotz dieser beiden Positivmeldungen und des Sieges über die Towers war es ein getrübter Mittwochabend. Nick Weiler-Babb rutschte Mitte des zweiten Viertels beim Dunkingversuch vom Ring ab und knallte auf den Boden. Schier endlose Minuten später wurde er auf einer Trage aus dem Audi Dome und direkt ins Krankenhaus gebracht. Dort dann noch am späten Abend die zumindest ansatzweise gute Diagnose: nichts gebrochen, NWB hat „lediglich“ eine starke Gehirnerschütterung erlitten. Brose Bamberg wünscht alles erdenklich Gute und schnelle Genesung! Der Sieg gegen Hamburg geriet bei all den Ereignissen beinahe etwas in den Hintergrund. Dabei spielte München nach einer schlechten ersten Halbzeit und einem teilweise 18-Punkte-Rückstand vor allem in den zweiten 20 Minuten furiosen Basketball und holte sich am Ende einen verdienten 86:75-Erfolg. Es war eine ausgeglichene Teamleistung, die den Sieg letztendlich sicherte: fünf Spieler punkteten zweistellig, am besten der Ex-Bamberger Augustine Rubit mit 16 Punkten. Über die gesamte bisherige BBL-Saison gesehen ist Deshaun Thomas mit im Schnitt erzielten 14,9 Punkten Münchens erfolgreichster Werfer. Im Hinspiel Anfang Januar, das München in Bamberg mit 95:86 gewinnen konnte, war aber wiederum Rubit mit damals 22 Zählern bester Bayernspieler.

Für Brose Bamberg gilt es, in den Rhythmus zurückzufinden. Die Coronainfektionen, die Spieler und Staff massiv getroffen hatten, sind soweit auskuriert. Die Verletzten allerdings fehlen nach wie vor, so dass an ein geregeltes Training aktuell nicht zu denken ist. Seit Mittwoch sind nun zumindest die Nationalspieler wieder da. Christian Sengfelder und Dominic Lockhart kamen dabei mit zwei Siegen im Gepäck zurück in die Trainingshalle, Tomáš Kyzlink konnte wenigstens ein Erfolgserlebnis mit im Koffer zurückbringen. Daher: die Stimmung ist gut im Mannschaftskreis, die anstehenden Aufgaben präsent. Und die nächsten Wochen werden sportlich. Im wahrsten und übertragenen Sinne des Wortes. 14 Spiele stehen in den kommenden acht Wochen auf dem Bamberger Programm – neun davon Zuhause. Ein nicht zu unterschätzender Faktor im Kampf um die Playoffs, zumal die BROSE ARENA ab sofort wieder zu 75 Prozent gefüllt werden darf. Doch der Blick von Amiel und seinem Team geht von Spiel zu Spiel, zunächst also auf den kommenden Sonntag. Da Brose wohl erst am Sonntag im Audi Dome erfahren wird, wer bei München wirklich aufläuft, gilt der ganze Fokus in den Trainingseinheiten dem eigenen Spiel. Das hat in den letzten Wochen positiv an Fahrt aufgenommen. Zuletzt gab es zwar keinen schönen, aber einen enorm wichtigen Sieg in Gießen. Dort trat Bamberg aufgrund der ersten Coronainfektionen mit einem Sieben-Mann-Kader an, kämpfte bis zum Schluss und sicherte sich auch dank der 22 Punkte von Tomáš Kyzlink einen 92:89-Sieg und damit weiterhin den Anschluss an die Playoffplätze. Christian Sengfelder kam in Gießen auf 18 Punkte. Das ist auch sein Schnitt pro Spiel in den bislang absolvierten 20 Begegnungen. Mit genau genommen durchschnittlich erzielten 17,6 Zählern ist er Topscorer seiner Mannschaft. Bester Assistgeber aktuell ist Justin Robinson mit im Schnitt 6,6 verteilten direkten Korbvorlagen. Der aktuell verletzte Akil Mitchell führt die teaminterne Reboundstatistik mit durchschnittlich gegriffenen 7,0 an, dicht gefolgt jedoch wiederum von Sengfelder mit 6,6.

Justin Robinson: „Wir wissen, was wir können. Das haben wir bereits mehrfach in dieser Saison gezeigt. Egal wie dabei die Voraussetzungen waren. Natürlich ist die Situation nicht einfach. Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten: entweder, wir stecken den Kopf in den Sand oder wir legen alles uns Mögliche rein in die Spiele. Nummer eins ist keine Option. Daher: wir geben alles und werden am Ende sehen, was rauskommt. Natürlich wird es in München schwer. Das würde es aber auch werden, wenn wir komplett wären. Deshalb: es ist ein Spiel, das von null losgeht, das bis zum Ende gespielt werden muss. Wir haben einen Matchplan, den werden wir umsetzen.“

Keine 48 Stunden nach der Schlusssirene in München ist Brose Bamberg am Dienstag (19 Uhr) gegen die EWE Baskets Oldenburg gefordert. Das Spiel gegen die wiedererstarkten Niedersachsen steht ganz im Zeichen des 30-jährigen Pokaljubiläums. Aus diesem Grund wird Brose Bamberg nicht nur in Sondertrikots auflaufen, sondern auch ehemalige Akteure der Pokalsiegermannschaft 1992 in der BROSE ARENA begrüßen. Tickets gibt es noch unter brosebamberg.de.