Cobur­ger MdB Johan­nes Wag­ner: „Ener­gie­wen­de am Rennsteig“

MdB Johannes Wagner
MdB Johannes Wagner. Foto: Kristoffer Schwetjes

„Es ist höch­ste Zeit, die Wei­chen für die Dekar­bo­ni­sie­rung der deut­schen Glas­in­du­strie zu stel­len und die Abhän­gig­keit von fos­si­len Ener­gie­trä­gern damit zu ver­rin­gern. Was wir heu­te erle­ben, ist nicht zuletzt das Ergeb­nis jahr­zehn­te­lan­ger Ver­säum­nis­se beim Umbau unse­rer Ener­gie­ver­sor­gung“, erklärt Johan­nes Wag­ner, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Coburg, Kro­nach und Geroldsgrün.

Bereits vor der Regie­rungs­bil­dung im Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res war Wag­ner auf Ein­la­dung von Ver­tre­tern der ober­frän­ki­schen Glas­in­du­strie zu Gast bei Heinz-Glas in Tettau. Vor Ort infor­mier­te er sich über die Aus­wir­kun­gen der aktu­el­len Ener­gie­preis­ent­wick­lun­gen und die ener­gie­po­li­ti­schen For­de­run­gen der Glas­in­du­strie an die neue Bundesregierung.

Die­se Woche fan­den wei­te­re Tref­fen zwi­schen Ver­tre­tern der Glas­in­du­strie und Grü­nen Fach­po­li­ti­kern auf Bun­des- und EU-Ebe­ne statt: Am Diens­tag mit dem wirt­schafts­po­li­ti­schen Spre­cher der Bun­des­tags­frak­ti­on, Die­ter Jan­ecek, und am Don­ners­tag mit dem Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Rein­hard Bütikofer.

Die Glas­in­du­strie als ener­gie­in­ten­si­ver Indu­strie­zweig ste­he exem­pla­risch für die Her­aus­for­de­run­gen des Stand­orts Deutsch­lands in Bezug auf die Ener­gie­wen­de. Dass sich die Lage nun so zuge­spitzt habe, offen­ba­re auch die Schwä­chen der Ener­gie­po­li­tik der ver­gan­ge­nen Jah­re. „Es wur­de ver­säumt, den Aus­bau rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien und des Strom­net­zes zügig vor­an­zu­brin­gen. Und das obwohl die Glas­in­du­strie die Not­wen­dig­keit selbst schon lan­ge erkannt hat.“ Der Bau eines Wind­parks am Renn­steig bei­spiels­wei­se wur­de erst kürz­lich vom Land­rats­amt Kro­nach auch auf­grund der bestehen­den 10‑H Regel abgelehnt.

Unse­re Glas­in­du­strie brau­che fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Die geplan­te Abschaf­fung der EEGUm­la­ge wer­de für eine Sen­kung der Ener­gie­ko­sten sor­gen. Die­se Erleich­te­rung beträ­fe aller­dings vor allem pri­va­te Haushalte.

Auch Maß­nah­men im Rah­men der Inve­sti­ti­ons- und Betriebs­ko­sten­för­de­rung mit­tels Kli­ma­schutz­ver­trä­gen, den CCfD – Car­bon Con­tracts for Dif­fe­rence, könn­ten Pla­nungs­si­cher­heit schaf­fen und einen ech­ten Anreiz zur Dekar­bo­ni­sie­rung bie­ten. Auch ste­he mit der EU-Tool­box ein wei­te­res Instru­ment zur Ver­fü­gung, das aller­dings erst bespielt wer­den müsse.

Die aktu­el­le Kosten­ex­plo­si­on, die mit den übli­chen Markt­me­cha­nis­men allei­ne nicht zu erklä­ren sei, erfor­de­re sofor­ti­ge Maß­nah­men, um Arbeits­plät­ze in der Regi­on zu sichern. „Ohne die bis­lang ver­säum­te, ich möch­te fast sagen, sei­tens der alten Regie­rung ver­hin­der­te Ener­gie­wen­de rasch anzu­ge­hen, wird das aller­dings lang­fri­stig nicht viel helfen.

Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien sind die Zukunft. Sie wer­den hel­fen, den Stand­ort Deutsch­land unab­hän­gi­ger von der Ener­gie­preis­ent­wick­lung auf dem Welt­markt zu machen. War­um das auch aus geo­po­li­ti­scher Sicht not­wen­dig ist, zeigt der aktu­el­le Ukrai­ne-Kon­flikt. Strom aus Wind­kraft und Son­nen­en­er­gie ist zudem günstiger.“

Johan­nes Wag­ner steht im engen Aus­tausch mit Ver­tre­tern der Glas­in­du­strie und den zustän­di­gen Lan­des- und Bun­des­po­li­ti­kern. Bereits für die näch­ste Woche ist ein Tref­fen mit der Glas­in­du­strie und Micha­el Kell­ner, dem par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tär im Bun­des­wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um, geplant.