Blick über den Zaun: Steht das Nürn­berg Digi­tal Festi­val vor dem Aus?

Coro­nabe­ding­te Unter­fi­nan­zie­rung könn­te das Ende des Com­mu­ni­ty Pro­jekts bedeuten

2019 besuch­ten 17.000 Teilnehmer:innen die 330 #nue­di­gi­tal Ver­an­stal­tun­gen. 2020 – ein Lock­down folg­te dem ande­ren – über­führ­te das Orga­ni­sa­ti­ons­team das Festi­val erfolg­reich in den vir­tu­el­len Raum, um es im ver­gan­ge­nen Jahr in einer hybri­den Welt noch­mals zu vari­ie­ren. Die­ses Jahr könn­te es ganz anders kom­men: Spon­so­ren feh­len, damit die Finan­zie­rung und letzt­end­lich die Planungssicherheit.

Von Digi­tal Entre­pre­neurship über Fin- und Futuretech zu digi­ta­ler Bil­dung, New Work und Sustaina­bi­li­ty – kein ande­res Festi­val im süd­deut­schen Raum ver­eint der­art vie­le The­men unter einem Dach. Eine Viel­falt, bei der sich jede:r wie­der­fin­den kann, denn Digi­ta­li­sie­rung ist die the­ma­ti­sche Klam­mer, die uns alle betrifft: jung wie alt, Künstler:in wie Coder:in.

Nach dem Reb­ran­ding der „Nürn­berg Web Week“ zum „Nürn­berg Digi­tal Festi­val“ öff­ne­te sich das Com­mu­ni­ty Pro­jekt 2018. Getra­gen von der gro­ßen Nach­fra­ge und dem Wunsch nach Wis­sen und Ver­net­zung wur­de es zur Erfolgs­ge­schich­te einer Aus­tausch­platt­form für digi­ta­le The­men und lässt die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg auf der Land­kar­te der digi­ta­len Vor­rei­ter Deutsch­lands gelb erstrahlen.

Es fehlt an Sponsoren

Über zwei Jah­re Pan­de­mie gehen an kei­nem Festi­val spur­los vor­bei. Doch trotz des wei­ter­hin gro­ßen Zuspruchs aus der Com­mu­ni­ty schwä­chelt aktu­ell die not­wen­di­ge Finan­zie­rung – und ohne Spon­so­ring kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit und kei­ne trag­fä­hi­ge Basis für sämt­li­che Akti­vi­tä­ten wie Kon­zep­ti­on, Orga­ni­sa­ti­on oder ganz­jäh­ri­ges Pro­jekt­ma­nage­ment. „Aktu­ell fehlt es uns an finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung, was mitt­ler­wei­le die Zukunft des Festi­vals bedroht“, erläu­tert Ingo Di Bel­la, Initia­tor des Festi­vals, die Situa­ti­on. „Eine För­de­rung des Festi­vals bedeu­tet vor allem eine För­de­rung des digi­ta­len Stand­or­tes Nürn­berg. Unter­neh­men set­zen ein kla­res Zei­chen als zukunfts­ori­en­tier­te Pioniere.“

„Ein Aus­set­zen in die­sem Jahr ist kei­ne Opti­on“, ergänzt Tina Langhein­rich, Festi­val­lei­tung. „Wenn wir es nicht schaf­fen, das Festi­val 2022 durch­zu­füh­ren, wird uns nichts ande­res übrig­blei­ben, als das Nürn­berg Digi­tal Festi­val in Gän­ze ein­zu­stel­len. Lau­fen­de Kosten wür­den das Ende nur ver­zö­gern, aber nicht abwen­den. Aber wir sind zuver­sicht­lich, dass wir das gemein­sam schaffen!“

Ein Crowd­fun­ding soll Teil­fi­nan­zie­rung deckeln

Neben der inten­si­ven Suche nach Spon­so­ren setzt das Team des Nürn­berg Digi­tal Festi­val auf ein Crowd­fun­ding, das auf der Platt­form Start­next online geht. Genaue­re Infor­ma­tio­nen dazu fin­den sich ab Anfang näch­ster Woche auf den digi­ta­len Kanä­len des Festi­vals. „Die Pan­de­mie haben wir (fast) geschafft – jetzt darf die Pan­de­mie uns nicht schaf­fen. Mit dem Crowd­fun­ding könnt ihr alle dabei hel­fen, dass es auch in den näch­sten Jah­ren noch ein Festi­val gibt”, so Langhein­rich weiter


Über das Nürn­berg Digi­tal Festival

Das Nürn­berg Digi­tal Festi­val ist eine jähr­lich statt­fin­den­de Ver­an­stal­tungs­rei­he in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Als offe­nes Netz­werk ver­bin­det das Festi­val seit 2012 Men­schen und Orga­ni­sa­tio­nen aus Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie, Bil­dung und Kul­tur. Die Com­mu­ni­ty des Nürn­berg Digi­tal Festi­val treibt die akti­ve Gestal­tung der Digi­ta­li­sie­rung in allen gesell­schaft­li­chen Berei­chen vor­an. Eine breit auf­ge­stell­te Grup­pe von Men­schen aus ver­schie­den­sten Orga­ni­sa­tio­nen wie Fir­men, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, Start-ups oder Kul­tur­ein­rich­tun­gen trägt und gestal­tet das digi­ta­le Festi­val. Alle tei­len die Visi­on einer wirt­schaft­lich erfolg­rei­chen, krea­ti­ven und kul­tu­rell leben­di­gen, sozia­len Regi­on, wel­che die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on als umfas­sen­den gesell­schaft­li­chen Wan­del für sich nutzt.