Der Sel­ber VER-Vor­stand reagiert geschlos­sen auf Aus­sa­gen von Wöl­fe-Rou­ti­nier Lukas Slavetinsky

Dr. Andreas Golbs, Jürgen Golly und Thomas Manzei. Bild: Pauline Manzke
Dr. Andreas Golbs, Jürgen Golly und Thomas Manzei. Bild: Pauline Manzke

Die VER­ant­wort­li­chen bezie­hen Stellung

Hohe Wel­len schlug ein Radio-Inter­view mit Lukas Slave­tin­sky, das am Frei­tag­mor­gen vor dem Aus­wärts­spiel beim EHC Frei­burg aus­ge­strahlt wur­de. In die­sem Inter­view kri­ti­sier­te Slave­tin­sky unter ande­rem die Ligen­lei­tung als auch die Ver­eins­füh­rung unse­rer Sel­ber Wöl­fe. In einem lan­gen, inten­si­ven und offe­nen Gespräch zwi­schen Lukas Slave­tin­sky, Jür­gen Gol­ly und Tho­mas Man­zei sowie im Nach­gang auch mit der kom­plet­ten Mann­schaft, wur­de am Sams­tag Klar­text gespro­chen und die Art und Wei­se, näm­lich an die Öffent­lich­keit zu gehen, statt sol­che Din­ge zunächst intern anzu­spre­chen, aufs schärf­ste ver­ur­teilt. Die­se Ansicht teilt auch Vor­stands­mit­glied Andre­as Golbs, der am Gespräch nicht teil­neh­men konn­te, uneingeschränkt.

Vor­ge­hens­wei­se scha­det der gan­zen Organisation

„Wenn ein Spie­ler unzu­frie­den ist, Fra­gen hat oder ihm sonst irgend­et­was auf dem Her­zen liegt, dann hat er auf den Trai­ner oder auf die Vor­stand­schaft zuzu­ge­hen und das Gespräch zu suchen. Lukas Slave­tin­sky hat den Weg über die Medi­en gewählt und das ist für uns unak­zep­ta­bel. Das haben wir ihm unmiss­ver­ständ­lich mit­ge­teilt. Mit die­ser Vor­ge­hens­wei­se hat er nicht nur uns per­sön­lich, son­dern vor allem dem Eis­hockey­stand­ort Selb sowie dem gesam­ten Ver­ein Scha­den zuge­fügt“, ist Vor­sit­zen­der Jür­gen Gol­ly ver­är­gert vom Ver­hal­ten des Routiniers.

Inhalt­lich gibt es durch­aus Übereinstimmungen

„Inhalt­lich stim­men wir mit der von Lukas Slaven­tin­sky geäu­ßer­ten Kri­tik sogar teil­wei­se über­ein“, so Gol­ly wei­ter. „Dies betrifft sei­ne Ein­schät­zung, dass der Kader ver­stärkt wer­den muss. Wir haben ihm aber auch erklärt, dass wir uns nicht aus irgend­ei­ner Lau­ne her­aus von Spie­lern getrennt haben, son­dern dass es hier­für immer min­de­stens einen, wenn nicht gar meh­re­re trif­ti­ge Grün­de aus sport­li­cher oder dis­zi­pli­na­ri­scher Sicht bzw. sogar dar­über hin­aus gab. Details zu den Grün­den sind jedoch nicht für die Öffent­lich­keit bestimmt. Auch die Tren­nun­gen von Aquin und Ross zum jet­zi­gen Zeit­punkt waren unab­ding­bar not­wen­dig. Und auch hier wer­den wir die Grün­de nicht öffent­lich breittreten.“

„Für die Play­downs sind wir wei­ter auf der Suche nach Ver­stär­kun­gen. Der Kader soll sowohl qua­li­ta­tiv als auch quan­ti­ta­tiv noch­mals auf­ge­stockt wer­den. Tat­säch­lich ist es aber so, dass der Markt aktu­ell kei­ne Spie­ler her­gibt, die uns wei­ter­hel­fen wür­den. Unser Trai­ner Her­bert Hohen­ber­ger hat allein in den letz­ten Wochen seit kurz vor Weih­nach­ten mit 40–60 Spie­lern Gesprä­che geführt, letzt­end­lich haben aber alle Kan­di­da­ten aus unter­schied­li­chen Grün­den abge­sagt“, ergänzt Tho­mas Man­zei. „Jedoch ist der Spie­ler­markt ein sehr kom­ple­xes Gebil­de, auf dem ein sehr star­ker Wett­be­werb herrscht. Hin­zu kom­men noch die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie. Ent­ge­gen den land­läu­fi­gen und rea­li­täts­fer­nen Mei­nun­gen, vor allem in den sozia­len Netz­wer­ken, dass man Spie­ler wie im Online­shop bei Ama­zon aus­su­chen und bestel­len kann, ist es alles ande­re als ein­fach, neue Spie­ler zu ver­pflich­ten. Ich ver­su­che es mal ver­ständ­lich zu erläu­tern. Fol­gen­de Kri­te­ri­en müs­sen erfüllt sein:

  • Der Spie­ler ist wechselwillig,
  • er ist min­de­stens zwei­mal geimpft,
  • der abge­ben­de Ver­ein lässt ihn aus sei­nem Vertrag,
  • es ist für uns finan­zi­ell dar­stell­bar und­Sei­te 3 von 3
  • der Spie­ler erhält eine Arbeitserlaubnis.

Und dann kon­kur­rie­ren wir mit Clubs höhe­rer oder gleich­wer­ti­ger inter­na­tio­na­ler Spiel­klas­sen sowie mit DEL2- Stand­or­ten wie Frank­furt, Kas­sel, Ravens­burg, Dres­den usw.“

Am Ziel „Klas­sen­er­halt“ wird wei­ter mit Hoch­druck gearbeitet

„Nach­dem sich der Spie­ler Lukas Slave­tin­sky dahin­ge­hend geäu­ßert hat, dass er kei­nen Master­plan erken­nen kann, haben wir ihm den über­ge­ord­ne­ten Master­plan für den Eis­hockey­stand­ort Selb dar­ge­legt und mit ihm auch den Plan für die DEL2-Mann­schaft für die rest­li­che Sai­son bespro­chen: Nach wie vor set­zen wir alles dar­an, unse­re Mann­schaft zu ver­stär­ken, um für die Play­downs gerü­stet zu sein. Das Ziel „Klas­sen­er­halt“ haben wir noch lan­ge nicht auf­ge­ge­ben und wir arbei­ten wei­ter­hin hart, um die­ses Ziel zu errei­chen“, gibt sich Jür­gen Gol­ly wei­ter­hin kämpferisch.

„Wir haben dem Spie­ler Lukas Slave­tin­sky als auch der kom­plet­ten Mann­schaft noch ein­mal unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass wir die­ses Ziel nur errei­chen kön­nen, wenn alle gemein­sam – also Mann­schaft, Trai­ner, Betreu­er und Funk­tio­nä­re – an einem Strang zie­hen. Sobald einer hier aus­schert, gerät das Errei­chen des Klas­sen­er­halts in Gefahr“, ver­deut­licht Tho­mas Man­zei die Lage. Zum Abschluss des Gesprächs ent­schul­dig­te sich Lukas Slave­tin­sky für den von ihm ein­ge­schla­ge­nen Weg, über die Medi­en zu gehen und ergänz­te, dass er sich der Trag­wei­te und den Aus­wir­kun­gen sei­ner Aus­sa­gen so nicht bewusst war. Jür­gen Gol­ly und Tho­mas Man­zei haben die­se Ent­schul­di­gung angenommen.