BN Bam­berg zum The­ma Streu­salz: Schnell eis­frei aber schlecht für Bäu­me und Böden

Das Salz gelangt durch den Ver­kehr und das Schmelz­was­ser in die benach­bar­te Natur. BN appel­liert an Kom­mu­nen, auf Salz zu ver­zich­ten, und klärt über umwelt­freund­li­che Alter­na­ti­ven auf.

Jeder Haus- und Grund­stücks­ei­gen­tü­mer und vie­le Mie­ter sind dazu ver­pflich­tet, Geh­we­ge und Zufahr­ten frei von Schnee und Eis zu hal­ten. Vie­le grei­fen dabei ger­ne zu Salz. Jähr­lich lan­den durch­schnitt­lich 1,5 Mil­lio­nen Ton­nen Streu­salz auf deut­schen Stra­ßen und Wegen. Ein Drit­tel davon wird durch pri­va­te Haus­hal­te ver­streut. Was vie­le nicht wis­sen: Die öko­lo­gi­schen und volks­wirt­schaft­li­chen Fol­gen sind gra­vie­rend. „Das Salz schä­digt nicht nur Autos und Brücken, son­dern auch Bäu­me, Böden und Tierpfoten.

Viel bes­ser sind salz­freie Streu­mit­tel aus Splitt und Gra­nu­lat. Sie min­dern eben­falls die Rutsch­ge­fahr und scho­nen unse­re Umwelt“, erklärt Mar­tin Bücker von der Kreis­grup­pe Bam­berg des BUND Natur­schutz in Bayern.

Denn durch das Bestreu­en der eis­glat­ten Stra­ßen mit Salz ent­steht eine Salz-Was­ser-Lösung, die den Schmelz­punkt des Eises her­ab­setzt und die Fahr­bahn schnell siche­rer macht. Fah­ren nun aber vie­le Autos auf einer gestreu­ten Stra­ße, wird die schlam­mi­ge Salz­lö­sung in beacht­li­chen Men­gen nach außen Rich­tung Ban­kett und Böschung geschleu­dert. „Die Stra­ßen sind schnell eis­frei und trocken, dafür bekommt unse­re Natur das gan­ze Salz ab“, beklagt Mar­tin Bücker. Auf der hei­mi­schen Ein­fahrt oder dem Geh­weg gelangt das Salz durch Schmel­ze und Regen­was­ser in die umlie­gen­de Natur. Ist das Salz ein­mal im Boden, behin­dert es die Was­ser­auf­nah­me der Bäu­me und ver­än­dert deren Nähr­stoff­haus­halt. Der Baum vertrocknet.

Aber nicht nur die Bäu­me ster­ben einen lang­sa­men Salz­tod, auch unse­re Böden wer­den dau­er­haft geschä­digt. Schlech­te Was­ser­spei­che­rung und die Aus­wa­schung wich­ti­ger Nähr­ele­men­te kön­nen im Extrem­fall zu einer Boden­un­frucht­bar­keit füh­ren. Ein flä­chen­decken­der Streu­salz­ein­satz führt zu einer gene­rel­len Chlo­rid­be­la­stung in den Bäu­men, zu einer Natri­um­an­rei­che­rung in den Stra­ßen­rand­bö­den und zu einem hohen Chlo­rid­ge­halt im Sicker­was­ser. Unnö­ti­ger Salz­ein­satz muss des­halb zwin­gend redu­ziert werden.

Für Bam­bergs Stra­ßen und Geh­we­ge gilt bereits ein gene­rel­les Streu­salz­ver­bot. Den­noch darf das Streu­salz in abso­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len durch den städ­ti­schen Win­ter­dienst wie auch durch Pri­vat­leu­te ange­wandt wer­den, etwa wenn der betref­fen­de Stra­ßen­ab­schnitt an einer Steil­la­ge oder durch Blitz­eis betrof­fen ist.

Dabei wird es stets mit Splitt gemischt, um den Salz­an­teil so nied­rig wie mög­lich zu halten.

Die umwelt­freund­li­che Alter­na­ti­ve zu Salz ist vor allem das Räu­men der Stra­ßen und das Ver­wen­den von salz­frei­en, abstump­fen­den Streu­mit­teln wie Splitt oder Gra­nu­lat. Im Han­del sind die­se Pro­duk­te durch das Umwelt­zei­chen „Blau­er Engel“ erkenn­bar. Vor angeb­lich umwelt­freund­li­chen öko­lo­gi­schen Tau­sal­zen, die Harn­stoff ent­hal­ten, warnt der BUND Natur­schutz. Harn­stoff wird als Stick­stoff­dün­ger in der Land­wirt­schaft ver­wen­det. Gro­ße Men­gen auf Bür­ger­stei­gen lan­den über das Schmelz­was­ser in unse­ren Gewäs­sern und kön­nen dort gro­ßen Scha­den anrich­ten. Aber auch von Sand als Streu­mit­tel ist drin­gend abzu­ra­ten, denn es gelangt leicht mit dem Was­ser in die Kana­li­sa­ti­on und bleibt dort als Abla­ge­rung zurück.