Bay­reu­ther Iwa­le­wa­haus unter­stützt Online-Por­tal „Samm­lungs­gut aus kolo­nia­len Kontexten“

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Die ersten Bei­trä­ge des Iwa­le­wa­hau­ses ste­hen im neu­en Online-Por­tal „Samm­lungs­gut aus kolo­nia­len Kon­tex­ten“ der Deut­schen Digi­ta­len Biblio­thek (DDB). Alle Bay­reu­ther Ein­trä­ge zei­gen Zeich­nun­gen aus den Samm­lun­gen des Iwa­le­wa­hau­ses sowie die dazu­ge­hö­ri­gen Infor­ma­tio­nen – wie z.B. die Aus­stel­lun­gen, in denen sie schon ein­mal gezeigt wur­den und wo die Kunst­wer­ke heu­te archi­viert sind.

Alexandra Kuhnke, Digital Coordinator am Iwalewahaus: „Der Künstler Albert Lubaki schuf diese grafische Arbeit zwischen 1926-1936 in der Stadt Èlizabethville im Gebiet des "Belgisch-Kongo" (heute Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo). Das belgische Regime besetzte, unterdrückte und beherrschte unter Führung von König Leopold II. die Region unter dem Namen "Belgisch Kongo" auf grausamste und brutalste Weise. Die Grafik kam 1983 in die Sammlung.“ © UBT/IWALEWAHAUS

Alex­an­dra Kuhn­ke, Digi­tal Coör­di­na­tor am Iwa­le­wa­haus: „Der Künst­ler Albert Lub­aki schuf die­se gra­fi­sche Arbeit zwi­schen 1926–1936 in der Stadt Èliza­beth­ville im Gebiet des „Bel­gisch-Kon­go“ (heu­te Lub­um­ba­shi in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go). Das bel­gi­sche Régime besetz­te, unter­drück­te und beherrsch­te unter Füh­rung von König Leo­pold II. die Regi­on unter dem Namen „Bel­gisch Kon­go“ auf grau­sam­ste und bru­tal­ste Wei­se. Die Gra­fik kam 1983 in die Samm­lung.“ © UBT/IWALEWAHAUS

Deutsch­land stellt sich mitt­ler­wei­le sei­ner histo­ri­schen Ver­ant­wor­tung für Samm­lungs­gut aus kolo­nia­len Kon­tex­ten. Wich­tig­ste Vor­aus­set­zung für den ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit sol­chen Samm­lun­gen und für die damit ver­bun­de­ne Auf­ar­bei­tung der Geschich­te ist dabei größt­mög­li­che Trans­pa­renz. Aus die­sem Grund hat die DDB – Deut­sche Digi­ta­le Biblio­thek Ende Novem­ber das Online-Por­tal “Samm­lungs­gut aus kolo­nia­len Kon­tex­ten“ gestar­tet. Die Daten von 23 Pilo­t­in­sti­tu­tio­nen aus Bil­dung und For­schung wur­den inner­halb der DDB online zugäng­lich gemacht.

Im Rah­men der Pilot­pha­se die­ses Pro­jekts wur­den auch 17 Bei­trä­ge aus dem Iwa­le­wa­haus an das Por­tal über­mit­telt. Alex­an­dra Kuhn­ke, Digi­tal Coör­di­na­tor am Iwa­le­wa­haus, war in Zusam­men­ar­beit mit Dr. Anke-Schü­rer-Ries, Daten­ku­ra­to­rin im Digi­tal Solu­ti­ons Team des Exzel­lenz­clu­sters Afri­ca Mul­ti­ple, und mit Unter­stüt­zung des ITS der Uni­ver­si­tät Bay­reuth für die Aus­wahl und Ein­rei­chung die­ser 17 Objek­te und ihrer Daten ver­ant­wort­lich. Die Ein­trä­ge sind nun über die Pro­jekt­sei­te inner­halb der DDB recher­chier­bar und welt­weit zugäng­lich. „Für uns im Iwa­le­wa­haus war es enorm wich­tig, Teil die­ses Pro­jek­tes zu wer­den. Es schafft nicht nur Sicht­bar­keit für die Daten­samm­lung der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, son­dern zeigt auch, dass wir, wie vie­le ande­re Insti­tu­tio­nen auch, unse­re Samm­lun­gen wei­ter­hin kri­tisch auf ihren kolo­nia­len Kon­text hin unter­su­chen“, betont Dr. Ulf Vier­ke, Lei­ter des Iwalewahauses.

In den letz­ten zwei Jah­ren hat das Digi­tal Solu­ti­ons Team des Clu­sters die Ent­wick­lung der easyDB-Daten­bank an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth im Hin­blick auf die Daten­samm­lun­gen der Afri­ka­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät unter­stützt. Zu die­sen hete­ro­ge­nen Samm­lun­gen gehö­ren For­schungs­da­ten, die von renom­mier­ten Wissenschaftler*innen der Uni­ver­si­tät Bay­reuth wie dem Sozi­al­eth­no­lo­gen Prof. Dr. em. Gerd Spitt­ler und den Afri­ka­ni­sten Ernst und Ruth Dam­mann zusam­men­ge­tra­gen wor­den waren. Außer­dem ver­schie­de­ne Daten­ty­pen, dar­un­ter vie­le tau­send Fotos. „Das Digi­tal Solu­ti­ons Team des Clu­sters ist für die digi­ta­len Samm­lun­gen der Afri­ka­for­schung an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth zustän­dig und wir prü­fen der­zeit, wel­che der uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Daten auch für die­ses Pro­jekt geeig­net sind“, erklärt Schü­rer-Ries, die sich zuvor als For­sche­rin mit dem The­ma Mis­si­ons­fo­to­gra­fie beschäf­tigt hat.

Das neue Por­tal der DDB ist Teil der „Drei-Wege-Stra­te­gie zur Erfas­sung und digi­ta­len Publi­ka­ti­on von Samm­lun­gen aus kolo­nia­len Kon­tex­ten in Deutsch­land“, um eine größt­mög­li­che Trans­pa­renz in Bezug auf Samm­lun­gen aus kolo­nia­len Kon­tex­ten zu ermög­li­chen. Zum Start sind rund 8.000 Ein­trä­ge zu Samm­lungs­ob­jek­ten aus 23 Insti­tu­tio­nen in deut­scher und eng­li­scher Spra­che zu fin­den, wobei die Infor­ma­tio­nen zunächst nur in deut­scher Spra­che ver­füg­bar sind. Zu einem spä­te­ren Zeit­punkt wer­den die Daten im Por­tal auch in ande­ren Spra­chen zugäng­lich gemacht, und Daten wei­te­rer Insti­tu­tio­nen und Objek­te wer­den suk­zes­si­ve online gestellt.

Das Online-Por­tal „Samm­lungs­gut aus kolo­nia­len Kon­tex­ten“ der DDB ist hier zu fin­den: ccc​.deut​sche​-digi​ta​le​-biblio​thek​.de.