Ban­de nach mona­te­lan­gen Betrü­ge­rei­en in Haft

symbolbild festnahme

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und des Poli­zei­prä­si­di­ums Oberfranken

BISCHOFS­GRÜN, LKR. BAY­REUTH. Seit ver­gan­ge­nen Spät­som­mer täusch­te ein aus­län­di­sches Trio einen gut­gläu­bi­gen Herrn aus Bischofs­grün und ver­si­cher­te die­sem, gelie­he­nes Geld mit erheb­li­chem Auf­schlag zurück­zu­zah­len. Es han­del­te sich jedoch um lee­re Ver­spre­chun­gen. Alle drei Tat­ver­däch­ti­gen sit­zen nun auf Antrag der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth in Untersuchungshaft.

Im August 2021 kreuz­ten sich zum ersten Mal die Wege des 62-Jäh­ri­gen aus Bischofs­grün und der drei Män­ner aus Tsche­chi­en und der Slo­wa­kei. Die Grup­pe kauf­te einem Fami­li­en­mit­glied des spä­ter Betro­ge­nen ein Fahr­zeug ab. Bereits hier erfan­den sie die Legen­de, dass einer von ihnen eine erheb­li­che Sum­me geerbt hät­te und sie nur für die Rück­rei­se über die Gren­ze etwas „Sprit­geld“ benö­tig­ten. Für die­se Hil­fe­lei­stung stell­ten sie dem 62-Jäh­ri­gen ein Viel­fa­ches als Dan­ke­schön in Aus­sicht. Mit 100 Euro Bar­geld fuh­ren sie anschlie­ßend vom Hof des Geschädigten.

Anstatt das Geld wie ver­ein­bart zurück­zu­zah­len, nahm die Ban­de in den Fol­ge­wo­chen aus ver­schie­de­nen vor­ge­täusch­ten Grün­den wie­der­holt Kon­takt zum Bischofs­grü­ner auf und for­der­ten kurz­fri­sti­ge Bar­geld­zah­lun­gen ein – immer mit der Aus­sicht, aus dem ver­meint­li­chen Erbe lukra­tiv für die­se Hil­fe­lei­stun­gen ent­lohnt zu wer­den. Bis Ende Okto­ber brach­ten sie den Getäusch­ten auf die­se Wei­se um eine nied­ri­ge fünf­stel­li­ge Summe.

Schließ­lich flog der Schwin­del auf und der Betro­ge­ne wand­te sich an die Poli­zei. Gera­de als Ermitt­ler der Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth zur Zeu­gen­ver­neh­mung im Haus des 62-Jäh­ri­gen erschie­nen, klin­gel­te das Tele­fon erneut und die Tat­ver­däch­ti­gen woll­ten zu einem neu­en Täu­schungs­ver­such anset­zen. Ein fin­gier­tes Tref­fen in den vier Wän­den des Man­nes bot die Gele­gen­heit für eine Festnahme.

Bei zwei, einem 30-jäh­ri­gen Tsche­chen sowie einem 35-jäh­ri­gen Slo­wa­ken, klick­ten hier­bei die Hand­schel­len. Vom drit­ten Mann fehl­te zunächst noch jede Spur. Die bei­den Fest­ge­nom­me­nen sit­zen seit­dem in Untersuchungshaft.

Die umfang­rei­chen Ermitt­lungs­tä­tig­kei­ten der Bay­reu­ther Kri­mi­nal­po­li­zei führ­ten letzt­lich Mit­te Dezem­ber zum drit­ten Tat­ver­däch­ti­gen, einem 36-jäh­ri­gen tsche­chi­schen Staats­bür­ger. Poli­zei­be­am­te aus dem tsche­chi­schen Ort Sokolov konn­ten den Mann, der zwi­schen­zeit­lich per euro­päi­schem Haft­be­fehl gesucht wur­de, fest­neh­men und Anfang Janu­ar an die deut­sche Justiz überstellen.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag erging auch gegen ihn, auf Antrag der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth, Unter­su­chungs­haft­be­fehl. Die drei Män­ner befin­den sich nun in unter­schied­li­chen Haft­an­stal­ten und müs­sen sich wegen des Ver­dachts des Ban­den­be­tru­ges straf­recht­lich verantworten.

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