Cobur­ger GRÜ­NE reagie­ren auf Pres­se­mit­tei­lung der CSU von letz­ter Woche

Pres­se­mit­tei­lung von Kreis­vor­stand und Frak­ti­on von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen in Coburg:

Die Stadt Coburg bleibt bis­lang weit hin­ter den selbst gesteck­ten Kli­ma­schutz­zie­len zurück, die sich aus der Mit­glied­schaft im Kli­ma­bünd­nis euro­päi­scher Städ­te erge­ben: Statt einer Hal­bie­rung der Treib­haus­gas­emis­sio­nen, begin­nend vom Jahr 1990 bis zum Jahr 2030, haben wir bis zum Jahr 2017 eine Reduk­ti­on von gera­de mal 15 Pro­zent hin­be­kom­men. Die mei­sten Reduk­tio­nen konn­ten bei pri­va­ten Haus­hal­ten (- 45 %), im Bereich Gewer­be, Han­del, Dienst­lei­stun­gen (- 37 %) und auch bei der Stadt Coburg selbst mit ihren Gebäu­den und ihrer Ver­wal­tung (- 45 %) erreicht wer­den, wäh­rend es im Bereich Ver­kehr nicht gelun­gen ist, die Emis­sio­nen zu redu­zie­ren. Sie sind sogar mit 77.720 Ton­nen gering­fü­gig um 0,42 Pro­zent gestie­gen und machen fast 18 Pro­zent der Gesamt­emis­sio­nen aus. Das ist das Ergeb­nis der aktu­ell­sten CO2-Bilan­zie­rung für die Stadt Coburg aus dem Jahr 2019.

Anders for­mu­liert: Coburg wäre in Sachen Kli­ma­schutz deut­lich wei­ter, wenn im Ver­kehrs­sek­tor ähn­li­che Reduk­ti­ons­fort­schrit­te erreicht wer­den wie in den ande­ren oben auf­ge­führ­ten Berei­chen! Dies zu erken­nen und ent­spre­chen­de For­de­run­gen zu for­mu­lie­ren, um den Ver­kehr in Coburg anders, näm­lich umwelt- und kli­ma­freund­li­cher zu orga­ni­sie­ren, ist nicht das Ergeb­nis einer uns unter­stell­ten ideo­lo­gi­schen Blick­wei­se, son­dern die Reak­ti­on auf einen Miss­stand, der seit Jahr­zehn­ten Bestand hat: Mobi­li­tät wird in unse­rer Stadt immer noch viel zu sehr aus der Sicht jener gedacht und orga­ni­siert, die mit dem Auto unter­wegs sind!

Müh­sam und in klei­nen Schrit­ten gelingt es, Benach­tei­li­gun­gen von Rad­fah­ren­den und Men­schen, die zu Fuß oder mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln unter­wegs sind, abzu­bau­en. Bis­lang ist der gro­ße Wurf, die Ver­kehrs­wen­de zugun­sten von Rad­ver­kehr und ÖPNV, nicht gelun­gen, was auch am mas­si­ven Wider­stand von einem Teil der CSU-Frak­ti­on in unse­rem Stadt­rat liegt. Sie kämpft um mehr Platz für Autos und LKWs, mehr Park­plät­ze und bil­li­ge Park­mög­lich­kei­ten, als gin­ge es dabei um die Ret­tung des Abend­lan­des, und folgt dabei der Tra­di­ti­on aller ande­ren CSU-geführ­ten Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­en auf Lan­desund Bun­des­ebe­ne, zum Scha­den von Umwelt- und Kli­ma­schutz. Da drängt sich doch die Fra­ge auf, wer hier „rea­li­täts­fer­ne Aller­weltsphan­ta­ste­rei­en“ pflegt.

Es ist kei­ne autofeind­li­che, son­dern ver­nünf­ti­ge Poli­tik, wenn wir Mobi­li­tät in unse­rer Stadt anders, und zwar mit deut­lich weni­ger Autos orga­ni­sie­ren wol­len! Auch kli­ma­scho­nen­de und emis­si­ons­freie Antrie­be wer­den das Pro­blem der schie­ren Zahl nicht lösen. Wer weni­ger Abga­se, weni­ger Lärm, weni­ger Staus, weni­ger Gefähr­dung ande­rer Verkehrsteilnehmer*innen, bes­se­re Luft, mehr Sicher­heit im öffent­li­chen Raum, mehr Lebens- und Auf­ent­halts­qua­li­tät in der Stadt haben will, muss mit­hel­fen, die Mobi­li­tät jen­seits des Autos zu orga­ni­sie­ren. Das Auto wird natür­lich als Ver­kehrs­mit­tel erhal­ten blei­ben, und zwar dort, wo Mobi­li­tät nicht anders sicher­ge­stellt wer­den kann. Das soll­te zuneh­mend eine Aus­nah­me sein.

Es wäre gut und wich­tig, wenn die Cobur­ger CSU an die­sem Ziel mit­ar­bei­ten würde!

Hele­na Lakemann
Vor­stands­spre­che­rin
Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

Rolf Hol­le­ring
Vor­stands­spre­cher
Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

Für die Stadtratsfraktion
Wolf­gang Weiß
Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der
Bünd­nis 90/​Die Grü­nen KV Coburg-Stadt

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