Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nun­gen für das 2040 – aus Sicht der ober­frän­ki­schen Landkreise

Bezirks­vor­sit­zen­der Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner des Baye­ri­schen Land­kreis­tags Bezirks­ver­band Ober­fran­ken äußert sich zur jüng­sten Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nun­gen des Sta­ti­sti­schen Lan­des­am­tes / Ober­fran­ken ist seit vie­len Jah­ren bes­ser / Bevöl­ke­rungs­wachs­tum ist kein Allheilmittel

Lichtenfelser Landrat Christian Meißner

Lich­ten­fel­ser Land­rat Chri­sti­an Meißner

„Jedes Jahr bin ich erneut gespannt, wie Ober­fran­ken bei der Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nung abschnei­det. Bei der jüng­sten Bevöl­ke­rungs­vor­aus­be­rech­nung sind die Zah­len für Ober­fran­ken bes­ser als in den Jah­ren zuvor. Es zeigt sich wie­der, dass man durch geziel­te Maß­nah­men, die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung posi­tiv beein­flus­sen kann. Auch wenn über Jah­re hin­weg, trotz der Hin­wei­se aus der Poli­tik, die Zah­len stets schlech­ter dar­ge­stellt wur­den, als sie tat­säch­lich waren. Umso mehr freut mich der jüng­ste Bericht. Den­noch gilt es eini­ge Punk­te zu beleuch­ten, die die Aus­sa­ge­kraft die­ser Berich­te noch ver­bes­sern könn­ten“, kom­men­tiert Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner, Vor­sit­zen­de des Bezirks­ver­ban­des Ober­fran­ken im Baye­ri­schen Land­kreis­tag, die jähr­li­che Berechnung.

„Es wird immer in den Fokus gestellt, dass Bevöl­ke­rungs­wachs­tum das Beste ist, was einer Regi­on pas­sie­ren kann. Dies ist ein völ­lig fal­scher Ansatz. Denn Sta­bi­li­tät ist viel wich­ti­ger. Ganz gleich, ob die Bevöl­ke­rung zunimmt oder abnimmt, stellt die­ser Pro­zess die Regio­nen vor unge­heu­re Her­aus­for­de­run­gen für die ört­li­che Poli­tik. Das beginnt bei der Infra­struk­tur, ins­be­son­de­re was die Kin­der­be­treu­ung und Bil­dung angeht und zieht sich über Bau­ge­bie­te für Woh­nen bis hin zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung durch.“, erläu­tert Chri­sti­an Meiß­ner die Aus­wir­kun­gen des demo­gra­fi­schen Wandels.

In den letz­ten 10 Jah­ren hat der Regie­rungs­be­zirk Ober­fran­ken kei­nen Bevöl­ke­rungs­ver­lust zum Basis­jahr 2011 ver­zeich­net. „Die­se Ent­wick­lung ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bei den Vor­aus­be­rech­nun­gen zu wenig mit ein­ge­flos­sen. Zudem wer­den die aus­ge­wähl­ten Zah­len für beson­ders hohe oder nied­ri­ge Wer­te nicht reflek­tiert. Auch wer­den die Land­krei­se bei der Inter­pre­ta­ti­on der Zah­len zu wenig ein­be­zo­gen. Eine vor­he­ri­ge Betei­li­gung der Land­krei­se, ins­be­son­de­re, wenn die­se in der Prä­sen­ta­ti­on erwähnt wer­den, fehlt gänz­lich. Eine nack­te Zahl zu prä­sen­tie­ren, genügt nicht. Es muss doch erläu­tert wer­den, wes­halb die Zahl so gut oder schlecht ist. Das kann natür­lich das Sta­ti­sti­sche Lan­des­amt nicht lei­sten. Daher soll­ten die Land­krei­se vor der Ver­öf­fent­li­chung betei­ligt wer­den. Dadurch steigt die Qua­li­tät der Arbeit des Sta­ti­sti­schen Lan­des­am­tes und die Aus­sa­ge­kraft der Zah­len.“, for­dert Land­rat Meiß­ner. „Ich möch­te nur ein Bei­spiel nen­nen: Für Ober­fran­ken stellt das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Sta­ti­stik fol­gen­de Ergeb­nis­se für 2039 fest (Aus­zug): „Die jüng­ste Bevöl­ke­rung Ober­fran­kens wird im Jahr 2033 in der Gemein­de Haag im Land­kreis Bay­reuth mit einem Durch­schnitts­al­ter von 43,9 Jah­ren zu fin­den sein. Die älte­ste Gemein­de mit einem Durch­schnitts­al­ter von 56,4 Jah­ren im Markt Markt­graitz im Land­kreis Lich­ten­fels. Aber war­um ist das so? Für Markt­graitz im Land­kreis Lich­ten­fels ist das ganz ein­fach erklärt: Die Markt­ge­mein­de hat aktu­ell 1.121 Ein­woh­ner und hat ein Alten- und Pfle­ge­heim. Daher ver­wun­dert es nicht, dass es beim Durch­schnitts­al­ter die älte­ste Gemein­de ist.“, erläu­tert der Land­rat die Aus­sa­ge­kraft einer sol­chen Zahl.

„Man soll­te viel­mehr den Fokus auf Regio­nen legen, die eine soli­de Sta­bi­li­tät bei der Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung auf­wei­sen kön­nen. Denn das sind die Regio­nen, bei denen ein hohes Poten­zi­al liegt und zudem kann dort mit weni­gen Mit­teln viel bewegt wer­den. Das zei­gen die aktu­el­len Zah­len ins­be­son­de­re für Ober­fran­ken. Erst­mal wird auch deut­lich, dass die gute und kon­stan­te Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re auch Ein­fluss genom­men hat auf das demo­gra­phi­sche Pro­fil Ober­fran­kens. Wir sehen dies als Ansporn und Her­aus­for­de­rung, die Attrak­ti­vi­tät Ober­fran­kens in den kom­men­den Jah­ren wei­ter­zu­ent­wickeln und zu stär­ken, zu einer Zukunfts­re­gi­on im Länd­li­chen Raum mit gro­ßem Poten­zi­al und enga­gier­ten Men­schen, die sich für Ihre Hei­mat ein­set­zen.“, resü­miert Bezirks­vor­sit­zen­der Land­rat Meißner.

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