Neu­jahrs­an­spra­che 2022 des Baye­ri­schen Mini­ster­prä­si­den­ten Dr. Mar­kus Söder

Was war das für ein Jahr 2021!

Es war ein auf­re­gen­des, ein span­nen­des und ein kräf­te­zeh­ren­des. Es war das Jahr 2 in der Pan­de­mie. Nicht nur in Bay­ern – über­all auf der Welt. Gera­de haben wir die 4. Wel­le gut hin­ter uns gebracht. Schon steht eine neue Her­aus­for­de­rung vor der Tür.

Ich weiß: Alle sind bela­stet. Men­schen lei­den an der Krank­heit oder trau­ern um ihre Ange­hö­ri­gen, Pfle­ge­kräf­te äch­zen unter der Last, etli­che fürch­ten um ihre wirt­schaft­li­che Exi­stenz und ganz vie­le sind ein­fach müde, erschöpft und genervt.

Alle wün­schen sich, dass Coro­na end­lich ver­schwin­det. Ich auch. Aber lei­der ist das nicht so leicht. Wir müs­sen wei­ter vor­sich­tig sein, gera­de jetzt wegen Omi­kron. Vor­sicht ja, aber kei­ne Hyste­rie. Gemein­sam über­win­den wir auch das.

Dan­ke an alle, die mit­ma­chen. Sie schüt­zen sich und ande­re. Das gilt beson­ders für das Imp­fen. Am Ende ist Imp­fen der ein­zi­ge ech­te Schutz in die­ser Pan­de­mie. Auch wenn man sich drei oder vier Mal imp­fen las­sen muss – was ist ein klei­ner Pieks gegen den Schutz vor einer poten­ti­ell schwe­ren oder sogar töd­li­chen Krankheit?

Natür­lich gab und gibt es immer wie­der Feh­ler. Das ist mensch­lich. Lei­der hat Coro­na auch Grä­ben in unse­rer Gesell­schaft auf­ge­ris­sen und lei­der ver­tie­fen sie sich.

Wir dür­fen daher Coro­na nicht nur viro­lo­gisch sehen, son­dern müs­sen auch ver­su­chen, unse­re Gesell­schaft wie­der zu hei­len und zu ver­söh­nen. Das ist sicher­lich die wich­tig­ste Auf­ga­be neben der Pandemiebekämpfung.

Ich selbst habe gelernt, dass das stram­me Ver­kün­den von Maß­nah­men allei­ne nicht reicht. Wir müs­sen bes­ser erklä­ren, uns mehr Zeit für die Sor­gen der Men­schen neh­men und ver­su­chen, alle mit­zu­neh­men. Nie­mand soll mit sei­nen Sor­gen und Zwei­feln allein­ge­las­sen wer­den. Denn auch wenn der Ver­stand es akzep­tiert, kommt die See­le manch­mal nicht nach. Ande­rer­seits bie­ten wir all denen ent­schlos­sen die Stirn, die unter dem Deck­man­tel von Coro­na ver­su­chen, unse­re Demo­kra­tie auszuhöhlen.

Ist jetzt alles trost­los? Aber nein. Bay­ern steht trotz Coro­na sta­bil da. Bes­ser als den mei­sten Regio­nen der Welt.

Und wir las­sen nicht locker: Wir ver­bes­sern die Situa­ti­on für Pfle­ge­kräf­te in den Kran­ken­häu­sern, stel­len neue Lehr­kräf­te für unse­re Schu­len ein, bau­en die psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung gera­de für jun­ge Men­schen aus und hel­fen gezielt unse­rem Mittelstand.

Wir haben die nied­rig­ste Arbeits­lo­sig­keit in Deutsch­land und die nied­rig­ste Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in der gan­zen EU. Wir sind das sicher­ste Land, haben mit die beste Bil­dung für unse­re Kin­der, wir for­schen an modern­sten Tech­no­lo­gien und erhal­ten die wun­der­ba­re baye­ri­sche Natur und Tradition.

Dar­über dür­fen wir uns freu­en. Es ist die Lei­stung der Men­schen in unse­rem Land. Es ist Ihre Leistung.

Lap­top und Leder­ho­se oder Leber­kä­se und Laser bleibt das weiß-blaue Lebensgefühl.

2021 war auch ein Jahr der Zuver­sicht. Es pas­siert so viel Gutes und Schö­nes – nicht immer schen­ken wir die­sen Nach­rich­ten die ver­dien­te Auf­merk­sam­keit: Rund 130.000 jun­ge Men­schen haben die Schu­le erfolg­reich abge­schlos­sen. Über 4.000 ihren Mei­ster­brief im Hand­werk gemacht.

Es wur­de wie­der mehr gehei­ra­tet und es sind so vie­le Kin­der auf die Welt gekom­men wie seit 25 Jah­ren nicht mehr.

All das sind doch freu­di­ge Ereig­nis­se. An alle herz­li­chen Glück­wunsch! Das macht Mut und Hoffnung.

Auch wenn Omi­kron noch mal schwie­rig wird, wir kom­men da durch. Kei­ne Angst, kei­ne Panik, aber Vor­sicht und Augenmaß.

Dank an alle, die hel­fen – an Ein­satz- und Ret­tungs­kräf­te, Poli­zei und Feu­er- und Bun­des­wehr und vor allem auch an alle Pfle­ge­kräf­te und Medi­zi­ner. Wir schul­den Ihnen viel!

Im Namen der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung und auch ganz per­sön­lich wün­sche ich Ihnen ein gutes neu­es Jahr und alles Gute für Sie und Ihre Familie.

Hof­fent­lich wird es bes­ser als das letz­te: Blei­ben Sie gesund.

Und Gott schüt­ze unser wun­der­schö­nes Bayern.

Mar­kus Söder

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