Hei­mat­kun­de am Sonn­tag: Aufsess

Symbolbild Heimatkunde

„Der Ort (pro­te­stan­tisch) liegt im Land­ge­richt Hollfeld an der Auf­seß, in einer schö­nen Gegend, hat 626 Ein­woh­ner, ein schloss und zwei Gast­häu­ser. Unter die vor­züg­lich­sten Merk­wür­dig­kei­ten ist das Schloss zu zäh­len. Es wird seit 1114 bestän­dig von der Fami­lie Auf­seß bewohnt. Hans von Auf­seß leg­te dar­in eine Alter­th­ums­samm­lung und eine Biblio­thek an, in wel­cher man sel­te­ne Aus­ga­ben, Glas­ge­mäl­de etc. fin­det“ schrieb Joseph Hel­ler in sei­nem berühm­ten Rei­se­füh­rer „Mug­gen­dorf und sei­ne Umge­bun­gen oder die frän­ki­sche Schweiz“ von 1829.

Die abgebildete Postkarte stammt aus dem Jahre 1922 (Poststempel) und zeigt dominierend schloss Aufseß mit dem in den Himmel reichenden Meingoz-Steinturm. Repro: Reinhard Löwisch

Die abge­bil­de­te Post­kar­te stammt aus dem Jah­re 1922 (Post­stem­pel) und zeigt domi­nie­rend schloss Auf­seß mit dem in den Him­mel rei­chen­den Mein­goz-Stein­turm. Repro: Rein­hard Löwisch

23 Jah­re spä­ter stif­te­te Hans von Auf­seß die­se und noch viel mehr „Altert­hüm­li­ches“ dem von ihm gegrün­de­ten und heu­te welt­be­kann­ten Ger­ma­ni­schen Natio­nal­mu­se­um in Nürn­berg. Im vier­ecki­gen „Mein­goz-Stein­turm“ aus dem 12. Jahr­hun­dert dem älte­sten Teil der Burg, hat­te der Muse­ums­grün­der ein Stu­dier­zim­mer ein­ge­rich­tet. Die Burg­an­la­ge wur­de drei­mal, zuletzt im 30-jäh­ri­gen Krieg zer­stört und 1677 wie­der von Dani­el von Auf­seß auf­ge­baut. Der berühm­te Maler Lud­wig Rich­ter aus Dres­den zeich­ne­te Burg Auf­seß im Som­mer 1837, Vic­tor von Schef­fel war häu­fi­ger Gast in der Burg und beschrieb das Anwe­sen in sei­ner Dom­chor­kna­ben Sän­ger­fahrt: „Am Turm von Auf­seß grüßt uns dann, die Rose aus dem blau­en Schil­de, ein schrift­ge­lehr­ter Rit­ters­mann, hegt sie in ern­ster Milde“.


Reinhard Löwisch

Rein­hard Löwisch

„Hei­mat­kun­de am Sonn­tag“ ist eine Arti­kel­se­rie mit histo­ri­schen Infor­ma­tio­nen zu Orten in der Frän­ki­schen Schweiz, dan­kens­wer­ter­wei­se bereit­ge­stellt von Rein­hard Löwisch, einem lang­jäh­ri­gen Mit­ar­bei­ter der Tou­ris­mus­zen­tra­le Frän­ki­sche Schweiz, bekannt durch sei­ne Publi­ka­tio­nen zur Wai­schen­fel­der Geschich­te. Sein jüng­stes Werk ist eine Schrif­ten­rei­he zur Wai­schen­fel­der Geschich­te, deren erstes Heft bereits vor­liegt: Band eins „Die krie­ge­ri­sche Zeit in Wai­schen­feld“ mit 44 Sei­ten und 20 Abbil­dun­gen gibt es beim Autor in Affal­ter­thal, Tele­fon 09197–697740. Erhält­lich zum Preis von zehn Euro, plus drei Euro Ver­sand­ko­sten. Selbst­ab­ho­lung ger­ne nach Ankün­di­gung mög­lich. Alle Arti­kel zu „Hei­mat­kun­de am Sonn­tag

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