Ange­bot der Cari­tas Bam­berg-Forch­heim: „Wild­fang“ Grup­pe für Kin­der aus sucht­be­la­ste­ten Familien

Symbolbild Familie

Das Ange­bot von Schul­ter­schluss, Wil­de Wur­zeln und Cari­tas lief erfolg­reich im Herbst

Such­ter­kran­kun­gen in Fami­li­en bil­den nicht nur einen erheb­li­chen Bela­stungs­fak­tor für Kin­der (dazu gehö­ren Insta­bi­li­tät, unkla­re Gren­zen, Äng­ste um die Eltern, Scham- und Schuld­ge­füh­le, um nur Eini­ge zu nen­nen), son­dern auch das Risi­ko selbst eine Abhän­gig­keits­er­kran­kung zu ent­wickeln, ist erhöht. In der For­schung geht man von 30% erhöh­ter Wahr­schein­lich­keit aus.

Ziel der Grup­pe „Wild­fang“ ist betrof­fe­ne Kin­der und Jugend­li­chen in den Mit­tel­punkt zu stel­len, ihnen Frei­raum und Aus­tausch zu ermög­li­chen und ihre Stär­ken neu zu ent­decken. Aber auch leid­vol­le Erfah­run­gen zu tei­len und im Schutz­raum der Grup­pe neue Erfah­run­gen zu machen, Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien zu stär­ken und sich selbst­wirk­sam zu erleben.

Wildfanglager (Quelle: Astrid Heyl, Caritas Beratungsstelle)

Wild­fang­la­ger (Quel­le: Astrid Heyl, Cari­tas Beratungsstelle)

Sich im Wald aus­to­ben, einen gemein­sa­men Unter­schlupf bau­en, Ver­trau­en ent­wickeln und sich aus­pro­bie­ren: Das haben die Teil­neh­men­den der von der Cari­tas Bera­tungs­stel­le für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern orga­ni­sier­ten Grup­pe „Wild­fang“ die­sen Herbst genos­sen. Nach dem „Wald­le­ben“ konn­te in der Bera­tungs­stel­le zu ver­schie­de­nen The­men gear­bei­tet werden.

Die Teilnehmer_​innen erstell­ten gemein­sam Res­sour­cen-Col­la­gen, aber auch ein Aus­tausch über bela­sten­de Erleb­nis­se in den Fami­li­en konn­te stattfinden.

Durch das Kon­zept der Co-Lei­tung aus den Fach­rich­tun­gen Psy­cho­lo­gie und Wild­nis­päd­ago­gik ergänzt durch den The­ra­pie­hund „Charles“ konn­te der kom­ple­xen Dyna­mik für Kin­der aus Fami­li­en­sy­ste­men mit Sucht­be­la­stung gerecht wer­den. Durch ver­schie­de­ne Arbeits­ma­te­ria­li­en (Ver­wen­dung von Natur­ma­te­ria­li­en, kör­per­be­zo­ge­ne Übun­gen, Film­se­quen­zen, Skulp­tur­ar­beit, …) wur­den unter­schied­li­che Aspek­te der Lebens­welt der Kin­der erfasst und bearbeitet.

Nach­dem über 2,6 Mio Kin­der (Klein 2005) in Fami­li­en mit min­de­stens einem sucht­be­la­ste­ten Eltern­teil auf­wach­sen, ist die­se Arbeit ein drin­gend not­wen­di­ger Ansatz­punkt, um nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen zu redu­zie­ren. „Gute Hilfs­an­ge­bo­te für such­ter­krank­te Men­schen gibt es bereits, etwa Bera­tungs­stel­len für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern wie auch Psy­cho­so­zia­le Bera­tungs­stel­len. In Stadt und LK Bam­berg fehl­te ein spe­zi­el­les Ange­bot für Kinder/​Jugendliche aus sucht­be­la­ste­ten Fami­li­en bis­her völ­lig. Ich freue mich sehr, dass es in Zusam­men­ar­beit mit Cari­tas und Schul­ter­schluss mög­lich ist, die­sen Ver­sor­gungs­be­darf end­lich zu berück­sich­ti­gen,“ so die Psy­cho­lo­gin Astrid Heyl. „Ich bedan­ke mich bei den bis­her teil­neh­men­den Kindern/​Jugendlichen für ihre Offen­heit und bei den Eltern für den Mut und die Stär­ke, die es braucht, um Ihre Kin­der anzu­mel­den.“ Im kom­men­den Früh­jahr (März/​April) star­tet eine neue Grup­pe für Kin­der im Alter von 8–12 Jah­ren (Aus­nah­men sind nach Abspra­che möglich).

QR-Code Caritas Beratungsstelle

QR-Code Cari­tas Beratungsstelle

Inter­es­sier­te Eltern, Kon­takt­per­so­nen, zuwei­sen­de Stel­len kön­nen sich jeder­zeit an die Bera­tungs­stel­le für Kin­der, Jugend­li­che und Eltern für Infor­ma­tio­nen und Vor­anmel­dung wen­den. Sie errei­chen uns tele­fo­nisch unter 0951/ 2995730 oder direkt bei Frau Heyl unter astrid.​heyl@​caritas-​bamberg-​forchheim.​de

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