Bay­reu­ther Kreis-AfD zur Kabi­nen­bahn am Ochsenkopf

Am Frei­tag soll der Kreis­tag Bay­reuth der Errich­tung der Kabi­nen­bahn am Och­sen­kopf zustim­men. Es geht um ein Mil­lio­nen­pro­jekt, des­sen finan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen nur schwer ein­zu­schät­zen sind. Hier­zu das State­ment von Kreis­rat Mario Schul­ze und Kreis­rat Dr. Micha­el Müller:

Am Frei­tag soll der Kreis­tag Bay­reuth dem Neu­bau der Kabi­nen­bahn am Och­sen­kopf zustim­men. Es geht um ein Mil­lio­nen­pro­jekt, des­sen finan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen – beson­ders im Hin­blick auf die Prei­se für Bau­stof­fe – nur schwer ein­zu­schät­zen sind. Doch eins ist gewiss: Gün­sti­ger wird es nicht.

Hier­zu sag­te der Spre­cher der AfD Grup­pe im Kreis­tag, Kreis­rat Mario Schul­ze am Sonn­tag: „Wir reden über eine Ent­schei­dung, die den Land­kreis über die kom­men­den Jahr­zehn­te finan­zi­ell bela­stet und ein­schränkt. Schon jetzt ist die Seil­bahn für den Land­kreis ein Minus­ge­schäft. Auch die neu­en Ent­wür­fe, so sie denn umge­setzt wer­den, sind nicht wirt­schaft­lich sinn­voll zu betreiben.“

Trotz der „Ein­spar­maß­nah­men“ in der Pro­jek­tie­rung wirkt das Vor­ha­ben auf Schul­ze über­di­men­sio­niert und den Umstän­den nicht ange­passt. Die pro­gno­sti­zier­ten Gesamt­ko­sten lie­gen für den Neu­bau im mitt­le­ren zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich. Als Argu­ment für die­sen wird ange­führt, dass es nicht mehr mög­lich sein, Ersatz­tei­le für die noch funk­ti­ons­fä­hi­ge vor­han­de­ne Seil­bahn zu beschaf­fen. Schul­ze wei­ter: „Wir sind nicht grund­sätz­lich dage­gen, am Och­sen­kopf eine sinn­vol­le Reno­vie­rungs­maß­nah­me zu unter­stüt­zen. Hier­bei könn­te man sich nach gebrauch­ten Anla­gen umschau­en, eva­lu­ie­ren, was die Ein­zel­her­stel­lung der benö­tig­ten Ersatz­tei­le kostet, auf eine der bei­den Bah­nen ver­zich­ten, damit man den Betrieb wirt­schaft­lich sinn­voll aus­ge­stal­ten kann oder schlicht die Dimen­sio­nen wei­ter ver­klei­nern. Doch nichts davon wur­de gemacht. Der Neu­bau ist aus­schließ­lich poli­tisch gewollt, sinn­voll ist er weder prak­tisch noch finanziell.“

Die neue Kabi­nen­bahn wird vor allem eines: Grö­ßer. Viel grö­ßer. Neben den schwe­ren Ein­grif­fen in die Natur, die ein Neu­bau mit sich bringt, stellt sich für die Kreis­rä­te der AfD die Fra­ge, war­um bei die­sem Bau­werk ande­re Regeln gel­ten soll­ten, als sonst zu beach­ten sind. „Bei jedem Bau­pro­jekt, zuletzt bei dem not­wen­di­gen Neu­bau des Bau­hofs in Wei­den­berg, wur­de aus den Rei­hen des Kreis­tags ein soge­nann­ter „Kli­ma-Check“ gefor­dert. Doch bei die­sem Pro­jekt scheint das egal zu sein. Bis­her haben wir kei­ne Unter­la­gen zu einem „Kli­ma-Check“ gese­hen, ins­be­son­de­re nicht für den neu­en „mini­ma­li­sier­ten“ Ent­wurf. Viel wich­ti­ger noch als ein „Kli­ma-Check“ wäre mir aber ein „Rea­li­täts-Check“. Ange­nom­men, die noch nie da gewe­se­nen Besu­cher­an­stür­me wür­den die neue Kabi­nen­bahn im opti­ma­len Win­ter nut­zen, um auf den Och­sen­kopf zu fah­ren: Was machen die Ski­fah­rer dann auf dem Berg? Denn her­un­ter­fah­ren kön­nen sie sicher nicht im glei­chen Tem­po, wie sie hoch­ge­bracht wer­den. Das gibt die Piste schlicht nicht her. Ande­re, grö­ße­re Ski­ge­bie­te zei­gen schließ­lich, dass man auch mit viel klei­ne­rem Kosten­auf­wand den Besu­chern ein Win­ter­ver­gnü­gen bie­ten kann. Hier­zu sind auch wir gern bereit unse­re Zustim­mung zu geben“, sag­te Kreis­rat Dr. Micha­el Müller.

Aus der Sicht der bei­den Kreis­rä­te ist es wahr­schein­lich, dass sich eine Mehr­heit im Kreis­tag für die Umset­zung des Pro­jek­tes aus­spre­chen wird, trotz aller zu erwar­ten­den finan­zi­el­len Bela­stun­gen, Umwelt- und Kli­ma­schä­den. Daher wol­len die Kreis­rä­te dem Kreis­tag vor­schla­gen, einen Beschluss zu fas­sen, der die Ver­wal­tung beauf­tragt, nach einem wirt­schaft­lich nach­hal­ti­gen Ansatz zu suchen und den Bau vor­erst zurückzustellen.

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