Maß­nah­men der Regie­rung von Ober­fran­ken zur Bewäl­ti­gung erheb­li­cher Pati­en­ten­zah­len in Krankenhäusern

Symbolbild Corona Mundschutz

Kapa­zi­tä­ten für Not­fall- und COVID-Pati­en­ten – Unter­sa­gung auf­schieb­ba­rer sta­tio­nä­rer Behand­lun­gen in ober­frän­ki­schen COVID-19-Schwerpunktkrankenhäusern

Die Infek­ti­ons­zah­len stei­gen unge­bremst expo­nen­ti­ell an. Die Anzahl der COVID-19-Pati­en­ten auf den Inten­siv­sta­tio­nen ist im Wochen­ver­gleich bay­ern­weit von 887 auf nun­mehr 1.029 (Stand 26.11.2021) ange­stie­gen. Die­se dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung ist auch in den Kran­ken­häu­sern Ober­fran­kens deut­lich spür­bar und es ist mit einem wei­te­ren Anstieg der Zah­len zu rech­nen. Daher hat die Regie­rung von Ober­fran­ken die COVID-19-Schwer­punkt­kran­ken­häu­ser aller ober­frän­ki­schen Ret­tungs­zweck­ver­bän­de ver­pflich­tet, ab 1. Dezem­ber 2021 sämt­li­che unter medi­zi­ni­schen Aspek­ten auf­schieb­ba­ren sta­tio­nä­ren Behand­lun­gen zu unter­las­sen und die sta­tio­nä­ren Kapa­zi­tä­ten für die Behand­lung von COVID-19-Pati­en­ten, Not­fall­pa­ti­en­ten sowie sol­chen Pati­en­ten, deren elek­ti­ve Behand­lung aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht ver­scho­ben wer­den kann, zu reser­vie­ren. Die Anord­nung stützt sich auf Zif­fer 3.4.3.1 (Stu­fe 3a) des Not­fall­plans zur Coro­na-Pan­de­mie – All­ge­mein­ver­fü­gung zur Bewäl­ti­gung erheb­li­cher Pati­en­ten­zah­len in Kran­ken­häu­sern vom 11. Novem­ber 2021 – BayMBl. 2021 Nr. 791 – Ver­kün­dungs­platt­form Bay­ern (ver​ku​en​dung​-bay​ern​.de). Eine Auf­li­stung der COVID-19 Schwer­punkt­kran­ken­häu­ser aller ober­frän­ki­schen Ret­tungs­zweck­ver­bän­de fin­den Sie wei­ter unten.

Die Ver­pflich­tung, unter medi­zi­ni­schen Aspek­ten auf­schieb­ba­re sta­tio­nä­re Behand­lun­gen vor­über­ge­hend zu unter­las­sen, betrifft Ein­grif­fe, die ohne dau­er­haf­ten Scha­den für die Pati­en­ten auf­ge­scho­ben wer­den kön­nen. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se ortho­pä­di­sche Ein­grif­fe wie Knie- oder Hüft­ope­ra­tio­nen bei Gelenk­ver­schleiß, nicht aber zeit­kri­ti­sche Ope­ra­tio­nen wie Herz- oder Tumor-Ope­ra­tio­nen. Über die medi­zi­ni­sche Dring­lich­keit ent­schei­den die behan­deln­den Ärzte.

Ver­pflich­tung zur Bereit­hal­tung von Kapa­zi­tä­ten in der Kli­nik Neu­stadt bei Coburg und im Bezirks­kli­ni­kum Obermain

Dar­über hin­aus wur­den auch die Kli­nik Neu­stadt bei Coburg und das Bezirks­kli­ni­kum Ober­main ab 1. Dezem­ber 2021 nach Zif­fer 3.4.3.2 (Stu­fe 3b) der All­ge­mein­ver­fü­gung zur Bereit­hal­tung von Kapa­zi­tä­ten zur Auf­nah­me von COVID-19-Pati­en­ten ver­pflich­tet. Die Kli­nik Neu­stadt bei Coburg hat für die­sen Zweck min­de­stens 8 Bet­ten und das Bezirks­kli­ni­kum Ober­main min­de­stens 20 Bet­ten bereitzustellen.

Die Anord­nun­gen gel­ten zunächst bis ein­schließ­lich 10. Janu­ar 2022.

Regie­rungs­prä­si­den­tin Piwer­netz betont: „Die aktu­el­le Ent­wick­lung gibt auch in Ober­fran­ken gro­ßen Anlass zur Besorg­nis. Das Per­so­nal in den Kli­ni­ken arbei­tet bereits seit gerau­mer Zeit an der Bela­stungs­gren­ze. Allen ist bewusst, dass die Absa­ge oder Ver­schie­bung von Behand­lun­gen für vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten eine wei­te­re Bür­de dar­stellt. Die sich zuspit­zen­de Lage in unse­ren Kran­ken­häu­sern erfor­dert jedoch ein ent­schie­de­nes Han­deln. Nur so kann die Behand­lung von Not­fall­pa­ti­en­ten, COVID-19-Pati­en­ten sowie sol­cher Pati­en­ten, deren elek­ti­ve Behand­lung aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht ver­scho­ben wer­den kann, gesi­chert werden.“

Bereits am 15./16. Novem­ber 2021 haben die vier Ärzt­li­chen Lei­ter Kran­ken­haus­ko­or­di­nie­rung für ihren jewei­li­gen Ret­tungs­zweck­ver­band in enger Abstim­mung mit dem Ärzt­li­chen Koor­di­na­tor für Ober­fran­ken Anord­nun­gen erlas­sen, wel­che die Orga­ni­sa­ti­on der unter medi­zi­ni­schen Aspek­ten auf­schieb­ba­ren elek­ti­ven Behand­lun­gen zum Gegen­stand haben. Die­se Rege­lun­gen gal­ten zunächst befri­stet bis 30. Novem­ber 2021. Wei­te­re ergän­zen­de Anord­nun­gen der Ärzt­li­chen Lei­ter Kran­ken­haus­ko­or­di­nie­rung sind je nach ört­li­chem Bedarf erfolgt. Zwi­schen­zeit­lich ist eine wei­te­re ent­schei­den­de Ver­schlech­te­rung der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­la­ge in den Kran­ken­häu­sern ein­ge­tre­ten. Die Infek­ti­ons­zah­len stei­gen wei­ter­hin an. Die Ver­sor­gung von Pati­en­ten kann auch nicht mehr aus­schließ­lich durch Ver­le­gun­gen inner­halb Bay­erns gewähr­lei­stet wer­den. Das wei­ter­hin sehr dyna­mi­sche Pan­de­mie­ge­sche­hen erfor­dert daher ein­heit­li­che Rege­lun­gen für ganz Oberfranken.

„Den Ärzt­li­chen Lei­tern Kran­ken­haus­ko­or­di­nie­rung, allen Ärz­tin­nen und Ärz­ten sowie den Pfle­ge­kräf­ten bin ich für ihren uner­müd­li­chen Ein­satz im Inter­es­se der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sehr dank­bar. Die­ses Enga­ge­ment ver­dient auch in Anbe­tracht der nun­mehr sehr lan­ge andau­ern­den Pan­de­mie höch­ste Aner­ken­nung und Wert­schät­zung,“ so Piwer­netz und appel­liert an die Bevöl­ke­rung: „Die Bewäl­ti­gung der Pan­de­mie kann nur gemein­sam gelin­gen. Bit­te sei­en Sie wei­ter umsich­tig und – wenn noch nicht gesche­hen – las­sen Sie sich bit­te impfen!“

COVID-19-Schwer­punkt-Kran­ken­häu­ser der ober­frän­ki­schen Zweck­ver­bän­de für Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehralar­mie­rung (ZRF)

ZRF Bam­berg-Forch­heim:

  • Sozi­al­stif­tung Bamberg
  • Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gGmbH mit der Betriebs­stät­te Forchheim
  • Jura­kli­nik Scheßlitz
  • Stei­ger­wald­kli­nik Burgebrach

ZRF Bay­reuth-Kulm­bach:

  • Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH mit dem Kli­ni­kum Bay­reuth und der Kli­nik Hohe Warte
    Bayreuth
  • Kli­ni­kum Kulmbach
  • Sana Kli­nik Pegnitz

ZRF Coburg:

  • Regio­med Kli­ni­kum Coburg
  • HELI­OS Fran­ken­wald­kli­nik Kronach
  • Helmut‑G.-Walther-Klinikum Lich­ten­fels

ZRF Hoch­fran­ken:

  • Sana Kli­ni­kum Hof
  • Kli­ni­ken Hoch­Fran­ken mit den Betriebs­stät­ten Münch­berg und Naila
  • Kli­ni­kum Fich­tel­ge­bir­ge gGmbH mit den Betriebs­stät­ten Markt­red­witz und Selb

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