Bam­ber­ger LIf­Bi-Insti­tut unter­sucht „was die Men­schen zum Online-Ler­nen motiviert“

LIfBI am Wilhelmsplatz. Foto: Jürgen Schnabel, Universität Bamberg
LIfBI-Institut am Wilhelmsplatz. Foto: Jürgen Schnabel, Universität Bamberg

Ob aus pri­va­tem Inter­es­se oder für die beruf­li­che Wei­ter­ent­wick­lung: Das eigen­stän­di­ge Ler­nen mit Hil­fe von Vide­os oder ande­ren digi­ta­len Lern­ma­te­ria­li­en ist nicht erst seit der Coro­na-Pan­de­mie beliebt. Mit der Über­zeu­gung „Wis­sen ist die beste Ant­wort“ macht die Vir­tu­el­le Hoch­schu­le Bay­ern (vhb) über ihre Platt­form OPEN vhb Hoch­schul­wis­sen in Form von Selbst­lern­kur­sen bereits seit Juli 2019 frei zugäng­lich. In einer Koope­ra­ti­on zwi­schen dem Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi) in Bam­berg und der vhb soll nun der Fra­ge nach­ge­gan­gen wer­den, was die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer moti­viert, sich mit den Kur­sen der OPEN vhb wei­ter­zu­bil­den und wie sich die Lern­mo­ti­va­ti­on im Lau­fe der Kurs­be­ar­bei­tung ent­wickelt. Die Koope­ra­ti­ons­part­ner sind gespannt auf das Feed­back der Nut­zen­den, das in die Fort­ent­wick­lung der OPEN vhb-Kur­se ein­flie­ßen wird.

OPEN vhb-Kur­se sind offe­ne Online-Kur­se der baye­ri­schen Hoch­schu­len, die über eine gemein­sa­me Platt­form für alle Inter­es­sier­ten kosten­frei nutz­bar sind. Die Kur­se sind grund­sätz­lich nicht für die Anrech­nung auf ein Hoch­schul­stu­di­um kon­zi­piert, son­dern für das selbst­mo­ti­vier­te, lebens­lan­ge Ler­nen. Der­zeit umfasst das Ange­bot von OPEN vhb fast 90 Kur­se aus zehn Wis­sens­ge­bie­ten – vom Grund­kurs Phi­lo­so­phie über Unter­neh­mens­füh­rung und Medi­en­in­for­ma­tik bis hin zu den Grund­la­gen der Zell­bio­lo­gie. Alle Kur­se sind als Selbst­lern­ein­hei­ten kon­zi­piert. Das bedeu­tet, die Ler­nen­den bestim­men selbst über ihr Lern­tem­po, sind nicht an feste Zei­ten gebun­den, müs­sen sich aber auch selbst zum Ler­nen über län­ge­re Zeit­räu­me motivieren.

Moti­va­ti­ons­ver­läu­fe verstehen

Hier setzt die Unter­su­chung des LIf­Bi an. Die dort behei­ma­te­te For­schungs­grup­pe „Bil­dung in einer digi­ta­len Welt“ will wis­sen: Wie ver­än­dert sich die Moti­va­ti­on im Lauf der Zeit? Wel­che Fak­to­ren haben einen Ein­fluss auf ihre Auf­recht­erhal­tung? Wie unter­schei­den sich Ler­nen­de, die ihre Moti­va­ti­on auf­recht­erhal­ten, von Ler­nen­den, deren Moti­va­ti­on im Lau­fe der Zeit absinkt? Und gibt es kri­ti­sche Zeit­punk­te, zu denen es wahr­schein­lich ist, dass Ler­nen­de die Moti­va­ti­on ver­lie­ren und von einem Kurs abspringen?

Um die­se Fra­gen zu beant­wor­ten, sind ab sofort eini­ge Kur­se der OPEN vhb mit Fra­ge­bö­gen ver­knüpft. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer wer­den zu Beginn, in der Mit­te und kurz vor dem Ende eines Kur­ses gebe­ten, frei­wil­lig bei einer kur­zen Online-Befra­gung mitzumachen.

Posi­ti­ve Lern­er­leb­nis­se schaffen

Ein Kurs­an­bie­ter der OPEN vhb ist Jörg Wol­stein, Pro­fes­sor für Patho­psy­cho­lo­gie an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg. Sein „Stress­ma­nage­ment“ ist einer der Kur­se, in denen die Fra­ge­bö­gen platz­iert sind. „Die Erkennt­nis­se, die wir aus der Befra­gung zie­hen kön­nen, sind auch für uns als Kurs­kon­zi­pie­ren­de sehr hilf­reich. Wenn wir wis­sen, wie sich die Moti­va­ti­on im Kurs­ver­lauf ver­än­dert, kön­nen wir schon bei der Kon­zep­ti­on oder der Über­ar­bei­tung von Kur­sen Ele­men­te ein­bau­en, um unse­re Teil­neh­men­den für die wei­te­re Kurs­be­ar­bei­tung zu moti­vie­ren und damit zu einem posi­ti­ven Lern­er­leb­nis beitragen“.

For­schungs­lücken schließen

Mit den gewon­ne­nen Daten möch­ten die For­schen­den des LIf­Bi die aktu­ell bestehen­de For­schungs­lücke zu Moti­va­ti­ons­ver­läu­fen im Rah­men non-for­ma­ler, digi­ta­ler Lern­ge­le­gen­hei­ten ver­rin­gern. „Wir und alle Pro­jekt­be­tei­li­gen hof­fen, dass mög­lichst vie­le Kurs­teil­neh­men­de sich die Zeit neh­men, die Fra­ge­bö­gen zu beant­wor­ten und uns so bei der Beant­wor­tung unse­rer For­schungs­fra­ge unter­stüt­zen“, so Maria Klo­se von der LIf­Bi-For­schungs­grup­pe. Der Zeit­auf­wand dafür beträgt jeweils rund zehn Minu­ten. Die Teil­nah­me ist selbst­ver­ständ­lich frei­wil­lig und ein Rück­schluss auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten ist bei der Wei­ter­ver­ar­bei­tung und Aus­wer­tung der Ant­wor­ten nicht möglich.

Der Kurs­ein­stieg bei der OPEN vhb ist jeder­zeit und kosten­frei mög­lich. Eine Über­sicht über alle Kurs­an­ge­bo­te und die Mög­lich­keit zur Regi­strie­rung fin­den sich auf https://​open​.vhb​.org. Für die Regi­strie­rung sind nur Vor­na­me, Nach­na­me und eine E‑Mail-Adres­se erforderlich.


Über das Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi)

Das Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi) unter­sucht Bil­dungs­pro­zes­se von der Geburt bis ins hohe Erwach­se­nen­al­ter. Um die bil­dungs­wis­sen­schaft­li­che Längs­schnitt­for­schung in Deutsch­land zu för­dern, stellt das LIf­Bi grund­le­gen­de, über­re­gio­nal und inter­na­tio­nal bedeut­sa­me, for­schungs­ba­sier­te Infra­struk­tu­ren für die empi­ri­sche Bil­dungs­for­schung zur Verfügung.

Kern des Insti­tuts ist das Natio­na­le Bil­dungs­pa­nel (NEPS), das am LIf­Bi behei­ma­tet ist und die Exper­ti­se eines deutsch­land­wei­ten, inter­dis­zi­pli­nä­ren Exzel­lenz­netz­werks ver­eint. Wei­te­re Groß­pro­jek­te, an denen das LIf­Bi betei­ligt oder füh­rend ist, sind die Geflüch­te­ten­stu­di­en ReGES und Bil­dungs­we­ge­Flucht oder das Inklu­si­ons­pro­jekt INSI­DE. Grund­la­ge dafür sind die eige­nen For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­bei­ten, ins­be­son­de­re die fun­dier­te Instru­men­ten- und Metho­den­ent­wick­lung für längs­schnitt­li­che Bil­dungs­stu­di­en, von der auch ande­re Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen und ‑pro­jek­te profitieren.

Über die Vir­tu­el­le Hoch­schu­le Bay­ern (vhb)

Die Vir­tu­el­le Hoch­schu­le Bay­ern (vhb) als Ver­bund­ein­rich­tung von 32 Hoch­schu­len in Bay­ern ver­folgt seit ihrer Grün­dung im Jahr 2000 den Gedan­ken des Tei­lens und Ver­net­zens von digi­ta­ler Leh­re. Sie för­dert und unter­stützt die Ent­wick­lung digi­ta­ler Kur­se und Leh­rein­hei­ten und setzt sich für den Aus­tausch und die hoch­schul­über­grei­fen­de Nut­zung in Bay­ern ein. Sämt­li­che Online-Lehr­an­ge­bo­te wer­den von Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren der Trä­ger­hoch­schu­len entwickelt.

Mit OPEN vhb haben seit 2019 alle inter­es­sier­ten Per­so­nen die Mög­lich­keit, sich Hoch­schul­wis­sen anzu­eig­nen und einen Blick in das vir­tu­el­le Schau­fen­ster der Hoch­schul­leh­re in Bay­ern zu wer­fen. Die Ein­schrei­bung an einer Hoch­schu­le oder eine Stu­di­en­be­rech­ti­gung sind nicht erfor­der­lich. Das the­ma­tisch breit­ge­fä­cher­te Ange­bot bie­tet der­zeit rund 90 Kur­se und wird fort­lau­fend ausgebaut.

Für die hoch­schul­über­grei­fen­de Nut­zung in Bay­ern ste­hen den Stu­die­ren­den der Trä­ger­hoch­schu­len rund 580 CLAS­SIC vhb-Kur­se kosten­frei zur Ver­fü­gung, in denen ECTS-Punk­te für das Stu­di­um erwor­ben wer­den kön­nen sowie rund 1.300 Lear­ning SMART vhb-Ein­hei­ten mit einer Bear­bei­tungs­zeit von ca. 45 Minu­ten, die von Leh­ren­den und Stu­die­ren­den fle­xi­bel in Blen­ded Lear­ning-For­ma­te inte­griert wer­den können.

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