Fest­got­tes­dienst mit Erz­bi­schof Schick im Bam­ber­ger Dom – 50 Jah­re „Stän­di­ger Diakonat“

Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

„Ein wie­der­ge­fun­de­ner Schatz der Kirche“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat den Stän­di­gen Dia­ko­nat als „wich­ti­ge Gabe an die Kir­che im 20. Jahr­hun­dert und für alle Zukunft“ bezeich­net. Dass das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil die Mög­lich­keit schuf, ver­hei­ra­te­te und unver­hei­ra­te­te Män­ner zu Stän­di­gen Dia­ko­nen zu wei­hen, sei ein „wie­der­ge­fun­de­ner Schatz in der Kir­che“, sag­te Schick am Sams­tag in einem Fest­got­tes­dienst im Dom anläss­lich 50 Jah­re Stän­di­ger Dia­ko­nat im Erz­bis­tum Bamberg.

„Wir bekun­den erneut unse­re Über­zeu­gung, dass der Stän­di­ge Dia­ko­nat ein Reich­tum und eine Not­wen­dig­keit in der Kir­che all­ge­mein und im Erz­bis­tum ist“, sag­te Schick in sei­ner Pre­digt. Der Schatz des Stän­di­gen Dia­ko­nats, den es in der Urkir­che schon gab, sei im Lau­fe der Geschich­te ver­lo­ren gegan­gen durch eine fort­schrei­ten­de Kon­zen­tra­ti­on aller Dien­ste bei den Bischö­fen und Prie­stern. Dadurch sei viel Wert­vol­les in der Kir­che ver­drängt wor­den. Das Kon­zil habe vor über 50 Jah­ren die­sen Schatz als eigen­stän­di­ges Wei­he­amt neu entdeckt.

Dia­ko­ne über­neh­men in der Kir­che wich­ti­ge Funk­tio­nen im Bereich der Ver­kün­di­gung und Seel­sor­ge, erläu­ter­te Schick. Sie sei­en aber auch wich­tig, um das Wesens­merk­mal Diakonie/​Caritas in der Kir­che leben­dig und im Bewusst­sein aller zu hal­ten. „Für alle in der Kir­che gilt: Wir dür­fen nicht herr­schen wol­len, son­dern die­nen mit den Gaben, die jeder von Jesus Chri­stus emp­fan­gen hat“, so der Erz­bi­schof. Er dank­te allen Dia­ko­nen für ihre Dien­ste im Auf­trag der Kir­che und auch den Ehe­frau­en und Fami­li­en, die die­sen Dienst mit­tra­gen und ermög­li­chen. „Wir bit­ten heu­te um Beru­fun­gen für den Stän­di­gen Dia­ko­nat in der Kir­che, damit wir wei­ter­hin eine koope­ra­ti­ve, dia­ko­ni­sche Pasto­ral aus­üben kön­nen zum Heil der Welt“, schloss der Erzbischof.

Im Anschluss an den Got­tes­dienst wur­de im Bam­ber­ger Bis­tums­haus St. Otto eine Aus­stel­lung eröff­net, die dort bis zum 6. Novem­ber zu sehen ist und anschlie­ßend durch zahl­rei­che Seel­sor­ge­be­rei­che wan­dert. Das Jubi­lä­ums­jahr wird abge­schlos­sen mit einem Stu­di­en­tag am 30. April 2022 im Nürn­ber­ger Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus. Dazu wer­den unter ande­ren Pro­fes­sor Rai­ner Krockau­er aus Aachen und Pro­fes­sor Mat­thi­as Remé­nyi aus Würz­burg erwartet.

Aktu­ell gibt es 54 Stän­di­ge Dia­ko­ne im Erz­bis­tum Bam­berg. Davon sind 19 als Dia­ko­ne im Haupt­be­ruf tätig, 8 als Dia­ko­ne mit Zivil­be­ruf. Das bedeu­tet, sie üben ihre dia­ko­ni­sche Tätig­keit neben einem ande­ren Haupt­be­ruf aus. 20 Dia­ko­ne mit Haupt­be­ruf und 7 Dia­ko­ne mit Zivil­be­ruf sind im Ruhe­stand. Elf wei­te­re Män­ner befin­den sich aktu­ell in der Ausbildung.

Für den Dienst als Stän­di­ger Dia­kon kommt infra­ge, wer sich bereits in Kir­che und Berufs­welt und als Ver­hei­ra­te­ter in Ehe und Fami­lie bewährt hat. Die Aus­bil­dung zum Stän­di­gen Dia­kon dau­ert in der Regel vier Jah­re und ist berufs­be­glei­tend. Das Alter der Kan­di­da­ten soll zum Zeit­punkt der Wei­he zwi­schen 35 und 55 Jah­ren lie­gen. Bei einem ver­hei­ra­te­ten Bewer­ber muss die Ehe­frau zustim­men. Unver­hei­ra­te­te Bewer­ber ver­spre­chen den Zölibat.

Am 30. März 1970 wur­de in Nürn­berg mit Phil­ipp Herr­mann der erste ver­hei­ra­te­te Mann mit Zivil­be­ruf von Erz­bi­schof Josef Schnei­der zum Stän­di­gen Dia­kon geweiht. Coro­nabe­dingt wur­den die für 2020 geplan­ten Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen verschoben.

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