Hand­werks­kon­junk­tur in Ober­fran­ken bleibt im III. Quar­tal stabil

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Kapa­zi­täts­eng­päs­se und Preis­stei­ge­run­gen brem­sen Auf­schwung aus – Umfra­ge der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken unter 415 Betrie­ben mit 6.659 Beschäftigten

Nach der Auf­hel­lung der Kon­junk­tur in den letz­ten Mona­ten zeigt sich die wirt­schaft­li­che Lage im ober­frän­ki­schen Hand­werk auch im drit­ten Quar­tal sta­bil. „Wir sind zwar noch nicht ganz beim Vor­kri­sen­ni­veau ange­kom­men, aller­dings sind unse­re Mit­glie­der mit der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on recht zufrie­den“, sagt der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. So beur­tei­len der­zeit knapp die Hälf­te der befrag­ten Betrie­be die aktu­el­le Kon­junk­tur als gut, wei­te­re 38 Pro­zent als befrie­di­gend. Mat­thi­as Graß­mann: „Die sta­bi­le Lage der letz­ten sechs Mona­te zeigt uns, dass die direk­ten Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie weit­ge­hend über­wun­den sind.“ Der Geschäfts­kli­ma­in­dex befän­de sich wie im Vor­quar­tal bei 114 Punk­ten und läge damit deut­lich über dem Dur­schnitt des Jah­res 2020, so der Präsident.

Trotz der guten wirt­schaft­li­chen Lage warnt Graß­mann aber auch vor Her­aus­for­de­run­gen: „Die Erho­lung nach Coro­na in den letz­ten Mona­ten ist alles ande­re als ein Selbst­läu­fer!“ Der Auf­schwung könn­te näm­lich auch deut­lich stär­ker sein. „Gestör­te Lie­fer­ket­ten, Mate­ri­al­man­gel und hohe Ein­kaufs­prei­se set­zen einer wei­te­ren Erho­lung der­zeit Gren­zen und ver­pas­sen uns einen Dämp­fer.“ Hin­zu kom­me, dass auch Fach­kräf­te feh­len. Das wer­de auch an der hohen Aus­la­stung und den weit rei­chen­den Auf­trags­be­stän­den deut­lich. Prä­si­dent Graß­mann: „Die Auf­trags­bü­cher vie­ler Betrie­be sind voll. Trotz­dem haben sie bei der Fach­kräf­te­ge­win­nung Pro­ble­me.“ Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK, Rein­hard Bau­er, beur­teilt die aktu­el­le Lage ähn­lich. „Die Indi­ka­to­ren wie Umsatz­ent­wick­lung, Auf­trags­ein­gän­ge und Beschäf­tig­te zei­gen deut­lich, dass das ober­frän­ki­sche Hand­werk in wirt­schaft­lich guter Ver­fas­sung ist.“ Doch ob die Ent­wick­lung auch lang­fri­stig sta­bil blei­be, hän­ge eben wesent­lich davon ab, wie schnell Preis­ex­plo­sio­nen und Mate­ri­al­eng­päs­se in den Griff zu bekom­men sei­en. Vor die­sem Hin­ter­grund stellt der Haupt­ge­schäfts­füh­rer auch For­de­run­gen an die neue Regie­rungs­ko­ali­ti­on „Bei allen anste­hen­den, poli­ti­schen Wei­chen­stel­lun­gen darf die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft auf kei­nen Fall aus dem Blick ver­lo­ren wer­den.“ Die Hand­werks­be­trie­be sei­en ohne­hin wirt­schaft­lich stark gefor­dert, ihre Unter­neh­men durch die­se her­aus­for­dern­den Zei­ten zu füh­ren. Rein­hard Bau­er „Wei­te­re Bela­stun­gen unse­rer Mit­glieds­be­trie­be müs­sen zwin­gend ver­mie­den wer­den. Die Lei­stungs­fä­hig­keit klei­ner und mitt­le­rer Betrie­be darf nicht durch poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen aufs Spiel gesetzt werden.“

Ein­schät­zung aus ein­zel­nen Handwerkszweigen

  • Trotz der Mate­ri­al­eng­päs­se brummt die Kon­junk­tur in den Bau- und Aus­bau­hand­wer­ken wei­ter­hin und die Betrie­be ver­mel­den eine her­vor­ra­gen­de Geschäfts­la­ge. 95 % bzw. 94% sind mit den Geschäf­ten zufrie­den, bei jeweils knapp zwei Drit­teln ist die Lage gut.
  • Die Erho­lung der Zulie­fe­rer und der Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs setzt sich wei­ter fort. Ins­be­son­de­re im Ver­gleich zum Vor­jahr stellt sich die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on wesent­lich bes­ser dar. 82,5 % wei­sen eine min­de­stens befrie­di­gen­de Geschäfts­la­ge aus.
  • Das Kfz-Hand­werk muss leich­te Ein­bu­ßen zum Vor­jahr hin­neh­men. Die Werk­stät­ten sind gut aus­ge­la­stet, aller­dings hat die Bran­che mit einem Rück­gang an Neu­zu­las­sun­gen zu kämp­fen. Knapp 70 % sind mit der Geschäfts­la­ge zufrieden.
  • Die Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ke sind gut aus­ge­la­stet und konn­ten die Umsatz­ent­wick­lung der letz­ten Mona­te kon­stant hal­ten. Aller­dings macht sich der Fach­kräf­te­man­gel bei Bäckern, Metz­gern und Kon­di­to­ren beson­ders stark bemerk­bar. Den­noch ist die aktu­el­le Geschäfts­la­ge (88 % gut/​befriedigend) gut.
  • Die Gesund­heits­hand­wer­ke haben im Vor­jah­res­ver­gleich deut­lich auf­ge­holt und sind mit der aktu­el­len Lage größ­ten­teils zufrie­den (82,5 % gut/​befriedigend).
  • Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker zei­gen eine ähn­li­che Geschäfts­ent­wick­lung wie im Vor­jahr. Die Geschäfts­la­ge ist zudem etwas bes­ser als im letz­ten Quar­tal. Im Bran­chen­ver­gleich ste­hen sie aller­dings schlech­ter da als die übri­gen Zwei­ge. 67,5 % mel­den eine gute oder befrie­di­gen­de Geschäftslage

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