Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg: „Der Mensch muss der Maß­stab für die Digi­ta­li­sie­rung der Justiz sein.“

Aus­ge­buch­te Ver­an­stal­tung des OLG Bam­berg. Foto: Privat

Bam­berg – „Die Digi­ta­li­sie­rung der Justiz muss sich an den Men­schen und ihren Bedürf­nis­sen aus­rich­ten“. Hier­für sprach sich der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg Lothar Schmitt im Rah­men eines gemein­sam mit der Juli­us-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Würz­burg ver­an­stal­te­ten Sym­po­si­ums zum The­ma „Mensch – Recht – Digi­ta­li­sie­rung“ aus. Die Justiz ste­he der Digi­ta­li­sie­rung offen gegen­über. Die bis­he­ri­gen Maß­nah­men bei­spiels­wei­se der elek­tro­ni­sche Rechts­ver­kehr bzw. die (teil­wei­se bereits ein­ge­führ­te) elek­tro­ni­sche Gerichts­ak­te wür­den von den Beschäf­tig­ten sehr geschätzt. Wäh­rend der Pan­de­mie konn­te hier­durch sogar die Mög­lich­keit zum „Home­of­fice“ erleich­tert wer­den, so Prä­si­dent Schmitt. Aber auch bei fort­schrei­ten­der Digi­ta­li­sie­rung sowie dem Ein­satz Künst­li­cher Intel­li­genz müss­ten die Ent­schei­dun­gen sowie die Ent­schei­dungs­ver­ant­wor­tung in einem Gerichts­ver­fah­ren bei der Rich­te­rin bzw. dem Rich­ter ver­blei­ben. Dies gebie­te nicht nur die Ver­fas­sung. Der Maß­stab für jede digi­ta­le Ver­än­de­rung sei ins­be­son­de­re der Erhalt des Rechts­frie­dens, der Rechts­si­cher­heit und des demo­kra­ti­schen Rechts­staats, beton­te Prä­si­dent Schmitt.

Der Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ster der Justiz Georg Eisen­reich hat­te zu Beginn des Sym­po­si­ums den Pfad der Digi­ta­li­sie­rung der Baye­ri­schen Justiz im Wege einer Video­bot­schaft vor­ge­stellt und deren Wich­tig­keit für eine zeit­ge­mä­ße und men­schen­ge­rech­te Justiz betont. Für die Uni­ver­si­tät Würz­burg begrüß­ten der Kanz­ler der Juli­us-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Dr. Uwe Klug sowie der Lei­ter der „For­schungs­stel­le Robot­recht“ Prof. Dr. Dr. Eric Hil­gen­dorf die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung, die bis auf den letz­ten mög­li­chen Platz aus­ge­bucht war.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Sym­po­si­ums spra­chen unter ande­rem der Spre­cher des neu­en Zen­trums für Künst­li­che Intel­li­genz und Daten­wis­sen­schaft (CAI­DAS) Prof. Dr. Andre­as Hotho zum The­ma „Künst­li­che Intel­li­genz im (Un-)Recht“, der Lei­ter des Zen­trums für Sozia­le Impli­ka­tio­nen künst­li­cher Intel­li­genz (SOCAI) Dr. David Roth-Isig­keit gemein­sam mit dem Aka­de­mi­schen Rat am Lehr­stuhl für Rechts­phi­lo­so­phie, Staats- und Ver­wal­tungs­recht Dr. David Kuch über „Die Video­ver­hand­lung – Ver­fas­sungs­recht­li­che Pro­ble­me und Per­spek­ti­ven“ sowie der Inha­ber des Lehr­stuhls „Mensch – Com­pu­ter – Inter­ak­ti­on“ Prof. Dr. Marc Lato­schik zum The­ma „Vir­tu­el­ler Gerichts­saal – Her­aus­for­de­run­gen und Lösun­gen aus einer HCI Per­spek­ti­ve“. Durch Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt Dr. Ste­fan Tratz wur­den die Ergeb­nis­se zwei­er Umfra­gen zur Digi­ta­li­sie­rung der Justiz bei den Rich­te­rin­nen und Rich­tern im Bezirk des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg sowie den Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechts­an­wäl­ten im Bereich der Rechts­an­walts­kam­mer Bam­berg vor­ge­stellt. In einer anschlie­ßen­den Podi­ums­dis­kus­si­on tausch­ten sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Anwalt­schaft, der Justiz und der Wis­sen­schaft über zahl­rei­che Aspek­te der zukünf­ti­gen Digi­ta­li­sie­rung sowie die ein­her­ge­hen­den ethi­schen und recht­li­chen Her­aus­for­de­run­gen aus.

Die Erkennt­nis­se und Anre­gun­gen des Sym­po­si­ums wer­den nun im Rah­men der gebil­de­ten Arbeits­grup­pen wei­ter­be­ar­bei­tet. Zum Abschluss der Ver­an­stal­tung beton­te der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg Lothar Schmitt, der inter­dis­zi­pli­nä­re Aus­tausch zur Digi­ta­li­sie­rung der Justiz habe bereits jetzt vie­le inter­es­san­te Erkennt­nis­se her­vor­ge­bracht. Er freue sich auf die Fort­set­zung des gemein­sa­men Projekts.

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