Tipps & Tricks: „Gärt­nern im Herbst – weni­ger ist mehr“

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Igel und Insek­ten bei der Über­win­te­rung hel­fen – jetzt ganz ein­fach den natur­na­hen Gar­ten fürs näch­ste Jahr anlegen

Mit den ersten bun­ten Blät­tern kommt nun die idea­le Zeit, um den Gar­ten nicht nur fit für den Win­ter zu machen, son­dern auch für die kom­men­den Jah­re natur­nah zu gestal­ten. Wer im Herbst hei­mi­sche Pflan­zen wie Stau­den oder Obst­bäu­me und ‑sträu­cher pflanzt, bie­tet Igeln und Insek­ten Unter­schlupf und Nah­rung. „Als Fleisch­fres­ser pro­fi­tiert der Igel von einem insek­ten­rei­chen Gar­ten“, erklärt LBV-Bio­lo­gin Dr. Ange­li­ka Nel­son. Um dem Igel und ande­ren Arten Nah­rung und Schutz vor Frost zu bie­ten, kann jede und jeder jetzt im eige­nen Gar­ten etwas tun: eine ver­wil­der­te Ecke, einen Tot­holz­sta­pel oder einen Laub­hau­fen anle­gen und abge­stor­be­ne Pflan­zen ein­fach lie­gen las­sen. „Denn ein natur­na­her Gar­ten mit vie­len Struk­tu­ren nützt nichts, wenn er zum Win­ter kom­plett auf­ge­räumt wird. Har­ke, Säge und Spa­ten auch mal lie­gen zu las­sen und die Spät­som­mer­son­ne zu genie­ßen, ist ein wert­vol­ler Bei­trag für den Natur­schutz vor der eige­nen Haus­tür“, so Nel­son. Der baye­ri­sche Natur­schutz­ver­band LBV gibt des­halb Tipps, wie man jetzt im eige­nen Gar­ten ganz leicht etwas für die Arten­viel­falt tun kann.

Bei der Gar­ten­ar­beit im Herbst ist weni­ger oft mehr. Laub, Ast- und Hecken­schnit­te bie­ten Insek­ten und Igeln einen frost­si­che­ren Unter­schlupf für den Win­ter, indem man das abge­stor­be­ne Pflan­zen­ma­te­ri­al im Hoch­beet ver­teilt, unter der Hecke lagert oder in einer Ecke zu einem Tot­holz­hau­fen schich­tet. „Abge­blüh­te Stau­den schnei­det man am besten erst im Früh­jahr zurecht, weil sich in den Stän­geln von Brom­bee­re, Son­nen­blu­me oder Gold­ru­te Insek­ten oft zum Über­win­tern ein­ni­sten“, sagt die LBV-Biologin.

Der Herbst ist auch ein guter Zeit­punkt für die Anla­ge von neu­en Stau­den­bee­ten, für das Stecken von Zwie­bel­pflan­zen, für das Umset­zen von Gehöl­zen oder für das Pflan­zen einer Blüh­hecke. „Den Igel schützt man am besten durch einen gift­frei­en Natur­gar­ten mit hei­mi­schen Pflan­zen und ver­wen­det lie­ber Kom­post­er­de oder Brennnes­sel­jau­che statt che­mi­scher Dün­ger“, betont Ange­li­ka Nel­son. Nicht nur der Sta­chel­rit­ter pro­fi­tiert vom natur­na­hen Gärt­nern, son­dern auch zahl­rei­che Gar­ten­vö­gel, Eich­hörn­chen und Sie­ben­schlä­fer, die dann eben­falls Nah­rung und Lebens­raum finden.

LBV-Tipp #1: Laub lie­gen lassen

Das far­ben­froh her­ab­reg­nen­de Laub gehört in den Gar­ten und nicht in Abfall­säcke. Ver­teilt im Hoch­beet oder als Frost­schutz unter der Hecke nutzt es vie­len Gar­ten­be­woh­nern. „Igel brau­chen als Win­ter­quar­tier einen gro­ßen Laub­hau­fen, der mit Ästen gegen den Wind gesi­chert wird,“ erklärt Nel­son. Auch Amsel und Kohl­mei­se dre­hen emsig die Blät­ter her­um und suchen dort flei­ßig nach Schnecken und Asseln.

LBV-Tipp #2: Gar­ten­ab­fäl­le recyceln

Wer Mate­ri­al von Ast- und Hecken­schnit­ten oder ande­re Gar­ten­ab­fäl­le hat, soll­te die­se nicht häck­seln oder auf dem Wert­stoff­hof ent­sor­gen. Bes­ser ist es, sie zu einem Tot­holz­hau­fen auf­zu­schich­ten, den Käfer ger­ne bewoh­nen. Auch der Igel fühlt sich dort wäh­rend der kal­ten Jah­res­zeit wohl.

LBV-Tipp #3: Jetzt ein Stau­den­beet anlegen

Stau­den trei­ben jedes Jahr wie­der aus. Vie­le hei­mi­sche Pflan­zen wie Mäde­süß, Blut­wei­de­rich oder Tau­ben-Ska­bio­se die­nen Schmet­ter­lings­rau­pen als Nah­rungs­pflan­zen, die wie­der­um von Igeln gefres­sen wer­den. Zwi­schen den Pflan­zen am Boden fin­den Igel Tages­ver­stecke. Je nach Boden, Beschat­tung und Boden­feuch­te wach­sen unter­schied­li­che Pflanzen.

LBV-Tipp #4: Neue Gehöl­ze pflanzen

Auch neue Gehöl­ze kön­nen jetzt im Herbst gepflanzt wer­den. Beson­ders emp­feh­lens­wert für den Natur­gar­ten sind früh­blü­hen­de Gehöl­ze wie Wei­de und Kor­nel­kir­sche. Sie bie­ten Insek­ten im Früh­jahr eine erste Nah­rungs­quel­le. Eine dich­te, undurch­dring­li­che Hecke aus hei­mi­schen Gehöl­zen ist auch ein siche­rer Unter­schlupf für Igel.

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