Veste Coburg zeigt Aus­stel­lung „kurios&kostbar – Kunst­stücke aus der her­zog­li­chen Gewehrkammer“

Veste Coburg ©Kunstsammlungen der Veste Coburg, Foto: Otmar Fugmann
Veste Coburg ©Kunstsammlungen der Veste Coburg, Foto: Otmar Fugmann

11. Sep­tem­ber 2021 – 24. April 2022 im STU­DIO der Kunst­samm­lun­gen der Veste Coburg

Seit dem 11. Sep­tem­ber prä­sen­tie­ren die Kunst­samm­lun­gen der Veste Coburg eine neue Aus­stel­lung im STU­DIO, die mit „Kunst­stücken aus der her­zog­li­chen Gewehr­kam­mer“ einen beson­de­ren Aspekt fürst­li­chen Sam­melns zeigt.

Kurio­se und kost­ba­re Objek­te fas­zi­nier­ten Men­schen zu allen Zei­ten. In der Renais­sance und dem Barock hat­te die Ver­ei­ni­gung die­ser bei­den Aspek­te ihren festen Platz im Uni­ver­sal­mu­se­um der Kunst­kam­mern. Dort wur­den die Wun­der der Natur neben mensch­ge­mach­ten Kunst­wer­ken gesam­melt. Male­rei­en und Skulp­tu­ren im wei­te­sten Sin­ne gehör­ten eben­so zu die­ser Grup­pe wie hand­werk­li­che und mecha­ni­sche Mei­ster­stücke, bei denen die kunst­vol­le Ver­ar­bei­tung auch ein­fa­che Mate­ria­li­en in kost­ba­re Samm­ler­stücke ver­wan­deln konnte.

Neben dem Sam­meln war die Jagd die zwei­te gro­ße Pas­si­on dama­li­ger Für­sten. Hier konn­ten sie ihren Rang und Sta­tus, aber auch den natür­li­chen Reich­tum ihres Lan­des, in prunk­vol­len Hof­jag­den insze­nie­ren. In der Selbst­dar­stel­lung der Für­sten als Jäger kam präch­ti­gen und außer­ge­wöhn­li­chen Waf­fen ein beson­de­rer Rang zu. So über­rascht es nicht, dass die Gewehr­kam­mern wie ein Spie­gel der Kunst­kam­mern erschei­nen. In bei­den Samm­lun­gen las­sen sich Grup­pen bil­den, in denen das Haupt­au­gen­merk auf wert­vol­len Mate­ria­li­en, beson­de­rer künst­le­ri­scher Gestal­tung oder außer­ge­wöhn­li­cher tech­ni­scher Mei­ster­schaft liegt. Sind die Bei­spie­le der ersten bei­den Grup­pen stets Gemein­schafts­wer­ke unter­schied­lich­ster Künst­ler und Hand­wer­ker, zeigt sich in letz­te­rer in beson­de­rer Wei­se die Kunst ihrer Kon­struk­teu­re, der Büchsenmacher.

Auch in Coburg exi­stier­te stets eine reich aus­ge­stat­te­te Gewehr­kam­mer. Bis in die Mit­te des 19. Jahr­hun­derts hat­te sie ihren Platz im Zeug­haus, dem heu­ti­gen Staats­ar­chiv. Die Samm­lung umfass­te schließ­lich Hun­der­te von Waf­fen, von denen jedoch nur ein klei­ner Teil für eine regel­mä­ßi­ge prak­ti­sche Benut­zung vor­ge­se­hen war. So stan­den Jagd­flin­ten für den Gebrauch ganz selbst­ver­ständ­lich neben kost­ba­ren Stücken aus frü­he­ren Jahr­hun­der­ten. Mit der Ent­ste­hung der Kunst­samm­lun­gen gelang­te der histo­ri­sche Bestand der her­zog­li­chen Gewehr­kam­mer schließ­lich Mit­te des 19. Jahr­hun­derts auf die Veste Coburg.

Die Aus­stel­lung im STU­DIO der Kunst­samm­lun­gen prä­sen­tiert nun eine Aus­wahl wert­vol­ler Stücke aus der ehe­mals her­zog­li­chen Gewehr­kam­mer im Kon­text barocker Sam­mel­freu­de. Neben auf­wän­dig ver­zier­ten Pisto­len und Geweh­ren aus kost­ba­ren Mate­ria­li­en wer­den auch expe­ri­men­tel­le tech­ni­sche Inno­va­tio­nen gezeigt. Wäh­rend man­che von die­sen wohl schon von den Zeit­ge­nos­sen eher als Kurio­si­tä­ten gesam­melt wur­den, soll­ten sich ande­re „Inven­tio­nen“ der Büch­sen­ma­cher­kunst als zukunfts­träch­ti­ge Ent­wick­lun­gen erweisen.

Dr. Mar­cus Pilz

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