Fort­set­zungs­ro­man: “Rast­stra­ße” von Joa­chim Kort­ner, Teil 36

Joachim Kortner: Raststraße. Roman in Episoden.

Roman­epi­so­den von Joa­chim Kortner

Hiro­shi­ma

Der Vater betont dabei immer die Sil­be ro, lässt sich von den Söh­nen nicht kor­ri­gie­ren. Die behaup­ten, in den Wochen­schau­en der Kinos wer­de das shi betont. Und weil er kaum ins Kino geht, ist er auch nicht zu bekeh­ren. Die Jun­gen glau­ben, Hiro­shi­ma- Exper­ten zu sein, seit­dem sie im UT einen Vor­film über die­se Stadt gese­hen haben.

Im zwei­ten Par­kett und aus der siche­ren Flug­zeug­kan­zel heraus.

Das wei­ße, alles aus­lö­schen­de Licht. Der unfass­li­che Atompilz.

Irgend­ein Gene­ral gra­tu­liert dem Hiro­shi­ma­pi­lo­ten und der gan­zen Mannschaft.

Alle ste­hen stramm, bekom­men einen Orden.

Alle lächeln in die Kamera.

Eine Blas­ka­pel­le. Der silb­ri­ge Rie­sen­bom­ber mit vier Propellern.

Auf der Flug­zeug­na­se zwei Wör­ter in Englisch.

Jakob und Andi über­flie­gen Hiro­shi­ma im Tief­flug. Sie sehen noch, wo ein­mal Stra­ßen waren. Eine zwei­te Bom­be auf eine ande­re Stadt. Wie gern hät­ten sie noch ein­mal das wei­ße, alles aus­lö­schen­de Licht und den gespen­sti­schen Atom­pilz gesehen.

Die Wand­be­leuch­tung hat das Uni­on Thea­ter wie­der in ein sanf­tes Däm­mer­licht getaucht. Fei­er­lich schließt sich der schwe­re Samt­vor­hang. Die Kar­ten­ab­rei­ße­rin ist in ihre zwei­te Rol­le geschlüpft, bie­tet jetzt aus ihrem Bauch­la­den VIVIL Pfef­fer­minz an. Kei­ner kauft ihr etwas ab. Im Kino kosten die nicht zehn, son­dern zwan­zig Pfen­ni­ge. Ein frem­der Mann aus der ersten Sitz­rei­he hat sich zu ihnen umge­dreht. Dem Asia­ten kön­ne man sowie­so nicht über den Weg trau­en. Man brauch­te sich nur sei­ne hin­ter­li­sti­gen Schlitz­au­gen anzu­schau­en. Alle Japa­ner in einen Sack stecken und drauf­hau­en. Da triffst du kei­nen Unschuldigen.

Ein voll­tö­nen­der Gong. Der Samt­vor­hang glei­tet auf. Andi reicht dem Bru­der einen Kara­mel­bon­bon. Dun­kel­heit, dann der Projektionsstrahl.

Ein Herz und eine Krone.

Audrey Hepburn und Gre­go­ry Peck.

*

Hiro­shi­ma wird vom Vater nicht nur anders betont. Es ist für ihn auch nicht nur ein ande­res Wort für Atom­blitz, Rauch­pilz und Ver­nich­tung. Jah­re vor dem Krieg hat­te er den Theo­lo­gie­stu­den­ten Aki­ra Ogiha­ra ken­nen gelernt, bald dar­auf dem frisch geweih­ten Prie­ster an einem Sei­ten­al­tar der Herz-Jesu-Kir­che als Mini­strant gedient. Er, als erwach­se­ner Mann, Fami­li­en­va­ter und Ange­stell­ter der Stadt­spar­kas­se Oppeln.

*

Mit dem Jesui­ten hält er Kon­takt, als der in Hiro­shi­ma die win­zi­ge katho­li­sche Gemein­de betreut. Die blass­blau­en Brie­fe aus feder­leich­tem Luft­post­pa­pier errei­chen ihn auch jetzt wie­der in Coburg. Mit arg­wöh­ni­scher Ver­wun­de­rung liest der Brief­trä­ger den Namen des exo­tisch klin­gen­den Absen­ders, bevor er den Brief in den Gemein­schafts­ka­sten des Hin­ter­hau­ses steckt.

*

Andäch­tig schiebt der Vater die klei­ne Klin­ge sei­nes Taschen­mes­sers in den Falz des blau­en Umschlags. Bot­schaft aus dem Reich der Kirsch­blü­te. Zum Lesen zieht er sich in eine Zim­mer­ecke zurück, nickt bei gewis­sen Zei­len zustimmend.

Das hier ist sei­ne far­bi­ge Welt, in die er aus dem Grau von Zins und Zin­ses­zins, Ein­zah­lung und Abhe­bung weg­tau­chen kann.

Er wer­de für ihn und sei­ne gan­ze Fami­lie Got­tes Segen erflehen.

So schließt der Japa­ner den Brief. Neben sei­ne Unter­schrift haucht er in weni­gen Pin­sel­stri­chen zar­te Blü­ten­zwei­ge hin.

Eine sprö­de Bam­bus­fe­der hat noch einen geheim­nis­vol­len Schrift­zug in japa­ni­schen Zei­chen dazu gesetzt. Jakobs miss­traui­sche Spucke unter­zieht die schwe­ben­den Aqua­rel­le und den Schrift­zug einem Echtheitstest.

Bei­geleg­te Fotos mit gewell­ten Rändern.

Ogiha­ra auf Mis­si­ons­rei­sen im eige­nen Land.

Kimono­frau­en mit scheu­em Lächeln, ihre Tauf­kin­der in feste Ban­da­gen geschnürt.

Mini­stran­ten­nach­wuchs – gefal­te­te Hän­de und ern­ster Blick in das Kameraauge.

Pater Ogiha­ra im Kimo­no am Boden sit­zend bei einer Teezeremonie.

*

Fast ein hal­bes Jahr ver­geht. Wo bleibt die Luft­post aus Hiro­shi­ma? Sogar der Brief­trä­ger wird neu­gie­rig, fragt Jakob, ob „euer komi­scher Japa­ner“ tot sei. Der Vater geht zur Post, erkun­digt sich. Viel­leicht ist etwas lie­gen geblie­ben. Schickt den zwei­ten Brief ab. Nach einem ewi­gen Monat ein blau­es Kuvert. Es wird befühlt, gegen Tages­licht und Lam­pen­bir­ne gehal­ten. Die Mut­ter legt den Brief in die hei­li­ge Glas­vi­tri­ne, unge­öff­net. Alle müs­sen bis halb sechs war­ten. Um fünf hat der Vater Dienst­schluss, sucht dann noch nach Son­der­an­ge­bo­ten beim Ten­gel­mann und Kai­sers Kaffeegeschäft.

*

Er zieht ein Foto aus dem Umschlag. Sei­ne Lip­pen zucken. Dann gibt er das Bild aus der Hand. Pater Ogiha­ra trägt die Bischofs­mi­t­ra, hält den Hir­ten­stab. Ein Bischofs­ring an der fein­glied­ri­gen Hand.

Dar­un­ter Aki­ra Ogiha­ra – Bishop of Hiroshima.

Der Brief beginnt mit dem ver­trau­ten Mein lie­ber treu­er Freund Herrmann.

Er bit­tet um Ver­ständ­nis für die lan­ge Schreib­pau­se. Sein neu­es Amt, die Rund­rei­sen von Pfar­rei zu Pfar­rei, die Idee einer Frie­dens­kir­che in Hiro­shi­ma. Alles Ver­säum­te will er wie­der gut­ma­chen. Nach Deutsch­land will er kom­men und den Freund in Coburg besu­chen. Den Besuchs­ter­min wer­de er ihm noch recht­zei­tig schreiben.

Die Mut­ter in Panik. Ein Bischof hier oben in der Mansarde.

Die schie­fen Wände.

Die dunk­le, stock­flecki­ge Zimmerdecke.

Das zusam­men gestückel­te Geschirr.

Pfar­rer und Kaplan einladen.

Pas­sen alle an den Ausziehtisch?

Die Schlag­sah­ne darf kei­nen Stich kriegen.

Essen Japa­ner über­haupt Streußelkuchen?

*

Der Vater plant Anderes.

Ich als klei­ner Flücht­ling brin­ge die wei­te Welt hier­her. Ganz Coburg soll es sehen. Eine fei­er­li­che Pon­ti­fi­kal­mes­se in der Pfarrkirche.

Am Altar links und rechts neben sei­ner Exzel­lenz der Pfar­rer und der Kaplan. Fei­er­li­cher Ein – und Aus­zug. Die Orgel mit vol­len Regi­stern. So rich­tig mit den tie­fen Bass­pfei­fen. Pressefotografen.

Zei­tungs­ar­ti­kel. Viel­leicht sogar sein Name im Cobur­ger Tage­blatt und der Neu­en Pres­se. Die evan­ge­li­schen Kol­le­gen in der Spar­kas­se wer­den staunen.

Wer­den auf ihn, den Stil­len und Beschei­de­nen, zuge­hen. Wer­den ihm sagen, dass sie den Arti­kel in der Pres­se gele­sen haben. Viel­leicht auch fra­gen, wie er dazu kommt, mit einer so pro­mi­nen­ten Per­sön­lich­keit aus die­ser so beson­de­ren Stadt befreun­det zu sein.

*

Herr­mann hat sich für den Frei­tag beur­lau­ben lassen.

Er steht mit Pfar­rer und Kaplan auf dem win­di­gen Bahnsteig.

Die Loko­mo­ti­ve hüllt sie in wei­ße Dampf­strah­len. Ihre Blicke tasten den ein­zi­gen Wagon der ersten Klas­se ab.

Hat er sei­nen Zug ver­passt? Ist er irgend­wo falsch umgestiegen?
Der Japa­ner steht schon hin­ter ihnen auf dem Bahn­steig, hält einen Kof­fer in der Hand. Bei der Begrü­ßung kann er noch geschickt ver­hin­dern, dass Herr­mann ihm den Bischofs­ring küsst.

Mit­tel­groß, jun­gen­haft schlank, dich­tes blau­schwar­zes, nach hin­ten gekämm­tes Haar. Die Man­del­au­gen schlie­ßen sich beim Lächeln. Der lan­ge schwar­ze Man­tel ver­hüllt die Priestersoutane.

Pfar­rer und Kaplan reden lang­sam, über­deut­lich. Er sagt ihnen akzent­frei, sie könn­ten ruhig nor­mal spre­chen. Er kön­ne sie sonst schlecht ver­ste­hen. Herr­mann nötigt ihm den Kof­fer ab.

Er spürt sei­ne Hand auf dem Ober­arm. Pfar­rer und Kaplan ver­ab­schie­den sich, stei­gen in den grau­en Käfer. Der Bischof lehnt ein Taxi ab. Laut und klar stimmt er Das Wan­dern ist des Mül­lers Lust an, bricht ab und lacht wie ein Jun­ge. Sie gehen die Bahn­hof­stra­ße ent­lang, bie­gen nach kur­zer Zeit in die Rast­stra­ße ein. Am Zaun war­ten Andi und Jakob. Sie schau­en ver­dat­tert, als der Mann mit dem Bron­ze­ge­sicht sie fragt, ob sie wohl heu­te die Schu­le geschwänzt hätten.

*

Es gibt Streuselkuchen.

Die Schlag­sah­ne hat kei­nen Stich.

Ein Wand­be­hang schirmt die dunk­le Ecke mit den Schim­mel­flecken ab. Die Stock­flecken an der Zim­mer­decke sind übertüncht.

Das Kaf­fee­ge­schirr ist von Frau Korn­blum geborgt.

Die will als Evan­ge­li­sche nicht stö­ren. Jakob muss ihr ein Kuchen und ein Schüs­sel­chen mit Schlag­sah­ne brin­gen. Im Halb­dun­kel des Gangs steht der japa­ni­sche Kof­fer. Ein Schnapp­schloss ist auf­ge­klappt. Er kann nicht wider­ste­hen, lauscht.

Freund­li­ches Geplau­der. Die mar­kan­te Rede­wei­se sei­nes Vaters, dann die meh­lig beleg­te Stim­me des Gastes, das Stim­men­ge­wirr der Fami­lie. Er öff­net das ande­re Schnapp­schloss, lässt es geräusch­los in die Hand­flä­che schnel­len, hebt den Kofferdeckel.

Im gedämpf­ten Licht die Kon­tu­ren einer gold­be­stick­ten Mitra, dar­un­ter schim­mert etwas aus glän­zen­dem, gefal­te­tem Stoff. Er erschrickt über sei­ne Drei­stig­keit, ja Tollkühnheit.

Sie wer­den es ihm anse­hen, wenn er ins Wohn­zim­mer kommt.

Er muss noch war­ten, bis ihm die Ader am Hals nicht mehr so pocht.

*

1 Der Sonn­tag ist da. In Sankt Augu­stin drän­gelt man sich fast bis zur Kom­mu­ni­on­bank. Der Pfar­rer hat die bei­den Stadt­zei­tun­gen alar­miert. Repor­ter ste­hen im Mit­tel­gang, haben ihre Lei­cas mit den gro­ßen Blitz­re­flek­to­ren unter den Trench­coats verborgen.

Noch immer quillt es durch Haupt­por­tal und Sei­ten­tü­ren herein.

Jakob ent­deckt zwei evan­ge­li­sche Klas­sen­ka­me­ra­den. Sie schau­en weg, als sich ihre Blicke kreuzen.

Hiro­shi­ma ist ein magi­sches Wort. Weit über hun­dert­tau­send Men­schen sol­len da durch eine ein­zi­ge Bom­be ver­brannt und ver­dampft sein. Einen, der aus die­sem Höl­len­ort kommt, so einen wol­len sie sehen.

Wie hat der die Bom­be über­lebt? War­um kommt der aus­ge­rech­net hier­her? Einen ech­ten Japa­ner sieht man nicht alle Tage.

Die Tür zur Sakri­stei öff­net sich. Der Ober­mi­ni­strant greift zum Bro­kat­band, zieht an der Schel­le. Auf dem Orgel­bock sitzt der jun­ge Pro­kosch, weiß, was er dem Gast, sei­nem Land und der Orgel selbst schul­dig ist. Die Bäs­se dröh­nen wuch­tig und stolz.

Gleich dar­auf die hohen Regi­ster. Wie gol­de­ne Strah­len durch ein Kir­chen­fen­ster. Bischof Ogiha­ra mit der Mitra aus dem Koffer.

Pfar­rer und Kaplan flan­kie­ren den Gast. Die Mini­stran­ten­schar in roten Umhän­ge­kra­gen und Röcken. Cho­reo­gra­fie des Hin­kni­ens, Auf­ste­hens, Umdre­hens. Ent­täu­schung, als bloß der Pfar­rer auf die Kan­zel steigt. Der Bischof soll doch flie­ßend Deutsch sprechen.

*

Die Orgel braust. So hat Jakob sie noch nie gehört. Er ver­drückt sich durch den Sei­ten­aus­gang. Er will den Ogiha­ra beim Aus­zug sehen. Mini­stran­ten und Prie­ster wen­den sich zum Hauptportal.

Der Ogiha­ra zieht hin­aus ins Freie. Die Men­schen bil­den ihm eine Gas­se. Er seg­net nach links und rechts. Alte Frau­en fal­len auf die Knie. Jakob möch­te von ihm gese­hen wer­den. Hat doch mit ihm Streu­sel­ku­chen und Schlag­sah­ne geges­sen. Ihm am Aus­zieh­tisch direkt gegen­über geses­sen. Doch heu­te muss er ihn mit allen tei­len. Gleich dahin­ter sein Vater, den Kopf geneigt, den Hut gedan­ken­ver­lo­ren in der Hand. In den Augen steht ihm das Was­ser. Grü­ne Rot­ze rinnt aus der Nase. Ein Traum ist wahr geworden.

*

Am Nach­mit­tag Ein­la­dung der gan­zen Fami­lie. Kaf­fee und Kuchen im Pfarr­haus. Mit Opa und Tan­te. Alles macht sich elegant.

Andi kriegt die kur­ze Bleyle-Strick­jacke, steckt sich sein unver­meid­li­ches Ble­che­del­weiß ans Revers. Jakob in Trach­ten­jacke mit Knöp­fen aus Hirsch­hor­ni­mi­tat. Jacketts mit Kra­wat­ten vom Vater für die älte­sten Brü­der. Der Vater hat sich den Bauch­wei­ten­an­zug aus der Cari­tas­s­pen­de enger machen lassen.

Ein Kava­lier­ta­schen­tuch spitzt aus der Brust­ta­sche. Die Mut­ter hat ihr altes Sonn­tags­ko­stüm mit einem wei­ßen Schal­tuch aufgemöbelt.

Tan­te Hele­nes Haar seit län­ge­rer Zeit ein­mal wie­der gewa­schen und in einem locke­ren Kno­ten gefasst. Ihr wei­ßes Krä­gel­chen frisch gestärkt. Der Opa im dunk­len Anzug, in dem er mal in sei­nen Sarg gelegt wer­den will. Heu­te setzt er die älte­re Bril­le auf. Weil da der Bügel noch nicht gebro­chen ist.

Kaf­fee­duft im Pfarr­haus. Die Haus­häl­te­rin türmt drei But­ter­krem­tor­ten auf. Das dünn­wan­di­ge Kaf­fee­ser­vice auf der wei­ßen Damast­tisch­decke. Ihr bestes. Den bei­den Jüng­sten zischt die Mut­ter Wehe, ihr tropft ins Ohr. Ser­vi­et­ten aus rich­ti­gem Stoff. Auf der Vitri­ne zwei schwe­re, silb­rig schim­mern­de Leuchter.

Ein meter­ho­hes Kreuz in der Zim­mer­ecke. Der Mann von der Lokal­zei­tung hält sich noch im Hin­ter­grund. Aki­ra Ogiha­ra kommt mit Pfar­rer und Kaplan aus einem Neben­zim­mer her­ein, geht auf die Eltern zu, ergreift deren Hän­de, will mit dem Schüt­teln nicht auf­hö­ren, legt dann den Arm abwech­selnd auf die Schul­tern der vier Söh­ne, macht vor den fünf­und­acht­zig Jah­ren des Groß­va­ters eine tie­fe japa­ni­sche Ver­beu­gung. Jakob prägt sich die Gestalt des Ogiha­ra ein.

Der boden­lan­ge Prie­ster­ta­lar, die rote Schär­pe, das Bischofs­kreuz, die­ser wei­te Umhang aus einem geheim­nis­voll rascheln­den, schil­lern­den Stoff. So ein Gesicht muss ein Fürst in Japan haben. Oder ein Rit­ter, grü­belt er. Die­se selt­sa­men Augen, die ihm geschlos­sen und zugleich weit offen erscheinen.

Auf eine gün­sti­ge Gele­gen­heit lau­ert er, ihm sei­ne Fra­ge zu stellen.

Wie das damals war. Mit der Bom­be. Und war­um er sie über­lebt hat­te. Doch in das Geplau­der der Erwach­se­nen, ihre Tor­ten­mas­sen und Sah­ne­ber­ge passt die Fra­ge nicht hinein.

Der Zei­tungs­mann hat dem Pfar­rer etwas zuge­flü­stert. Die Fami­lie stellt sich hin­ter Ogiha­ra auf. Nach dem Blitz­licht fragt Herr­mann, was denn sei­ne letz­te Brief­zei­le in japa­ni­scher Schrift auf Deutsch bedeutet.

Er schließt die Man­del­au­gen. Sein Mund wird schmal. Die Lip­pen bewe­gen sich stumm. Viel­leicht in sei­ner Mut­ter­spra­che. In die plötz­li­che Stil­le hin­ein spricht er in kla­rem Deutsch: Der Schnee biegt den Bam­bus, aber er bricht ihn nicht.


Raststraße: Roman in Episoden

Rast­stra­ße: Roman in Episoden

Rast­stra­ße

Roman in Epi­so­den Joa­chim Kortner

  • Paper­back
  • 244 Sei­ten
  • ISBN-13: 9783833489839
  • Ver­lag: Books on Demand
  • Erschei­nungs­da­tum: 28.04.2008
  • Spra­che: Deutsch
  • Far­be: Nein

Bestel­lung (Paper­back & E‑Book): https://​www​.bod​.de/​b​u​c​h​s​h​o​p​/​r​a​s​t​s​t​r​a​s​s​e​-​j​o​a​c​h​i​m​-​k​o​r​t​n​e​r​-​9​7​8​3​8​3​3​4​8​9​839

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