Erlan­gen: „Wel­ten – Wege – Wen­de­punk­te“ – Aus­stel­lung anläss­lich des 300. Wei­he­ju­bi­lä­ums der Alt­städ­ter Kir­che zu sehen

Symbolbild Heimatkunde

Am 2. März 1721 wur­de die Alt­städ­ter Kir­che nach über zehn­jäh­ri­ger Bau­zeit der Hei­li­gen Drei­fal­tig­keit geweiht. Das 300-jäh­ri­ge Wei­he­ju­bi­lä­um ist Anlass für ein
Aus­stel­lungs­pro­jekt im Stadt­mu­se­um Erlan­gen, das in Koope­ra­ti­on mit dem Insti­tut für Kunst­ge­schich­te der FAU Erlan­gen-Nürn­berg und der Evangelischen
Kir­chen­ge­mein­de Erlan­gen-Alt­stadt ent­stand. Die Aus­stel­lung „Wel­ten – Wege – Wen­de­punk­te. Zum 300. Wei­he­ju­bi­lä­um der Alt­städ­ter Kir­che“ erzählt anhand zehn aus­ge­wähl­ter Objek­te die beweg­te Geschich­te der Alt­städ­ter Kir­che, die weit über 300 Jah­re zurück­reicht und bis in die Gegen­wart führt.

Im Rah­men eines Pra­xis­se­mi­nars im Win­ter­se­me­ster 2020/21 haben sich Stu­die­ren­de der Kunst­ge­schich­te inten­siv mit Objek­ten aus der Alt­städ­ter Kirche
aus­ein­an­der­ge­setzt. Dies geschah unter erschwer­ten Bedin­gun­gen: Die zuneh­men­den Ein­schrän­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie haben die Arbeit am Ausstellungsprojekt
immer wie­der zurück­ge­wor­fen. So war, anders als geplant, nicht ein­mal der gemein­sa­me Besuch der Kir­che mög­lich. Stadt­mu­se­um und Universitätsbibliothek
muss­ten schlie­ßen, so dass lan­ge Zeit weder die Objek­te im Ori­gi­nal betrach­tet noch die zugrun­de­lie­gen­de Lite­ra­tur stu­diert wer­den konnten.
Mit ihren For­schun­gen und Fra­ge­stel­lun­gen haben die Stu­die­ren­den die Grund­la­ge für die Aus­stel­lung geschaf­fen und eine beglei­ten­de Pod­cast­se­rie pro­du­ziert. Die­se ist
unter www​.wel​ten​-wege​-wen​de​punk​te​.de und unter www​.fau​.tv/​c​o​u​r​s​e​/​i​d​/​2​283 abruf­bar. Die Aus­stel­lung im Stadt­mu­se­um Erlan­gen ver­eint die Pod­casts mit den im Muse­um gezeig­ten Objek­ten und dem benach­bar­ten Kir­chen­bau zu einem gemein­schaft­li­chen Ganzen.

Eine Geschich­te der Alt­städ­ter Kir­che in 10 Objekten

Die unter­schied­li­chen Objek­te und ihre „Bio­gra­fien“ eröff­nen Ein­blicke in ver­gan­ge­ne und frem­de Wel­ten, sie erzäh­len von lan­gen, manch­mal ver­schlun­ge­nen Wegen, und
sie sym­bo­li­sie­ren ent­schei­den­de Wen­de­punk­te in der Geschich­te Erlan­gens und sei­ner bis heu­te leben­di­gen Alt­städ­ter Kir­chen­ge­mein­de. Man­che der Expo­na­te prägen
den Kir­chen­raum bis heu­te, ande­re sind nur sel­ten zu sehen oder wer­den zum ersten Mal öffent­lich gezeigt. Einer der Höhe­punk­te der Aus­stel­lung ist die höl­zer­ne Figur der hei­li­gen Eli­sa­beth, der eine 3D-Farb­re­kon­struk­ti­on zur ursprüng­li­chen Pracht ver­hilft. Auch kann die Schau mit dem älte­sten Luther­bild­nis Erlan­gens auf­war­ten, das nicht nur wegen sei­ner papst­feind­li­chen Bot­schaft bemer­kens­wert ist. Ein Tisch­grill als Relikt eri­trei­scher Kaf­fee­ri­tua­le ver­weist auf heu­ti­ge poli­ti­sche, sozia­le und mora­li­sche Fra­ge­stel­lun­gen, mit denen die Alt­städ­ter Kir­chen­ge­mein­de kon­fron­tiert wird.

Die ein­zel­nen Objekt­bio­gra­fien wer­fen somit Schlag­lich­ter auf unter­schied­li­che Zeit­punk­te in der Kir­chen­ge­schich­te und ver­deut­li­chen den ste­ti­gen Wan­del und die
dadurch erfor­der­li­che Anpas­sungs­fä­hig­keit des Baus und sei­ner Kir­chen­ge­mein­de. Dass eine Kir­che nicht zuletzt ein Ort für Myste­ri­en ist, beweist eine Hostiendose.
Denn das mit Abstand klein­ste Expo­nat in der Son­der­aus­stel­lung birgt die größ­ten Geheim­nis­se in sich.

Anstel­le einer klas­si­schen Ver­nis­sa­ge: Das Pro­gramm am Eröffnungstag 

Die Aus­stel­lung wird im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Tages des offe­nen Denk­mals am Sonn­tag, 12. Sep­tem­ber 2021, eröff­net und kann an die­sem Tag zwi­schen 11 und 17
Uhr besucht wer­den. Von 11 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr ste­hen im Stadt­mu­se­um und in der Alt­städ­ter Kir­che an Info­the­ken Mit­wir­ken­de der Ausstellung
bereit, um inter­es­sier­ten Besu­che­rin­nen und Besu­chern Aus­künf­te zur Aus­stel­lung, über die Geschich­te der Kir­che und zu ein­zel­nen Objek­ten zu geben. Ein­tritt frei.
Stadt­füh­rung „Mess­wein und Mar­tins­weck“ Der 60minütige Rund­gang mit Hart­mut Hei­sig legt den Fokus auf Par­al­le­len zwi­schen der Ent­wick­lung der Erlan­ger Alt­stadt und ihrer Kir­che. Mit anschlie­ßen­dem gemüt­li­chen Plausch mit Heiß­ge­tränk und Knabberei.

Sonn­tags jeweils 14 Uhr: 24.10. / 21.11. / 12.12. / 23.1. / 20.2. / 20.3. Kosten: 5 Euro inklu­si­ve Muse­ums­ein­tritt, Getränk und Gebäck. Um vor­he­ri­ge Anmel­dung unter Tel. 09131/862300 wird gebe­ten. Auf Wunsch wer­den die Rund­gän­ge von einem Gebär­den­sprach­dol­met­scher beglei­tet (Anmel­dung bis 14 Tage vor dem Führungstermin).
Stadt­mu­se­um Erlan­gen Mar­tin-Luther-Platz 9, 91054 Erlan­gen Tel. 09131 / 862300 (Kas­se / Aus­kunft). E‑Mail: stadtmuseum@​stadt.​erlangen.​de
www​.stadt​mu​se​um​-erlan​gen​.de

Öff­nungs­zei­ten
Dienstag/​Mittwoch 9 – 17 Uhr, Don­ners­tag 9 – 20 Uhr, Frei­tag 9 – 17 Uhr, 
Samstag/​Sonntag/​Feiertage 11 – 17 Uhr 
Geschlos­sen mon­tags sowie am 24.12. / 25.12. / 31.12. / 1.1. / 1.3.
(Faschings­diens­tag)
Ein­tritt ins Museum 
4 Euro, ermä­ßigt 2,50 Euro 
Ein­tritt frei für Kin­der und Jugend­li­che unter 18 Jahren 
Jeden Don­ners­tag 17 – 20 Uhr Ein­tritt frei 

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