Gran­dio­se Kunst im länd­li­chen Raum – Staats­mi­ni­ster Bernd Sibler bei der fei­er­li­chen Eröff­nung des Unter­richts- und Konzertsaals

Das Bild (fotografiert von Frank Wunderatsch) zeigt von links: Kulmbacher Landrat und Bezirksrat Klaus Peter Söllner, Lichtenberger Bürgermeister Kristan von Waldenfels, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler, Andrea Schramm, Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Architekt Prof. Peter Haimerl, Künstlerischer Leiter von Haus Marteau Prof. Christoph Adt, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Behindertenbeauftragte des Bezirks Oberfranken Christina Flauder, Hofer Landrat Dr. Oliver Bär.

Das Bild (foto­gra­fiert von Frank Wun­de­ratsch) zeigt von links: Kulm­ba­cher Land­rat und Bezirks­rat Klaus Peter Söll­ner, Lich­ten­ber­ger Bür­ger­mei­ster Kri­stan von Wal­den­fels, Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster für Wis­sen­schaft und Kunst Bernd Sibler, Andrea Schramm, Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm, Archi­tekt Prof. Peter Haimerl, Künst­le­ri­scher Lei­ter von Haus Mar­teau Prof. Chri­stoph Adt, Regie­rungs­prä­si­den­tin Hei­drun Piwer­netz, Behin­der­ten­be­auf­trag­te des Bezirks Ober­fran­ken Chri­sti­na Flau­der, Hofer Land­rat Dr. Oli­ver Bär.

„Mit­ten im Fran­ken­wald darf man sich auf Kon­zert­auf­füh­run­gen auf Welt­klas­se­ni­veau freu­en. Archi­tek­to­nisch ist der neue Kon­zert­saal (…) eine ech­te Attrak­ti­on.“ Bei der fei­er­li­chen Eröff­nung des Unter­richts- und Kon­zert­saals in Haus Mar­teau in Lich­ten­berg (27. August) zeig­te sich der Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ster für Wis­sen­schaft und Kunst Bernd Sibler begei­stert von dem neu­en unter­ir­di­schen Saal.

„Dank des lei­den­schaft­li­chen Ein­sat­zes vie­ler ist Haus Mar­teau ein Aus­hän­ge­schild unse­res baye­ri­schen Kul­tur­staa­tes!“, beton­te der Mini­ster. Der bis zu 100 Besu­cher fas­sen­de Raum besticht durch sei­ne spek­ta­ku­lä­re Gestal­tung und sei­ne her­aus­ra­gen­de Aku­stik. Dort wer­den künf­tig Unter­richts­stun­den der Mei­ster­kur­se und deren Abschluss­kon­zer­te sowie der Inter­na­tio­na­le Vio­lin­wett­be­werb Hen­ri Mar­teau statt­fin­den. „Unse­re Mei­ster­kur­se für die Künst­ler­ge­nera­ti­on von mor­gen erhal­ten damit einen gebüh­ren­den, exzel­len­ten Rah­men. In den letz­ten Jah­ren war es dem Bezirk als Trä­ger die­ser ein­zig­ar­ti­gen Ein­rich­tung ein Anlie­gen, das Haus zu öff­nen, ohne die inten­si­ve künst­le­ri­sche Arbeit zu beein­träch­ti­gen“, sag­te Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm in sei­ner Begrü­ßung. Ger­ne hät­te man den Kon­zert­saal als „vol­les Haus“ eröff­net, bedau­er­te der Bezirks­tags­prä­si­dent die Beschrän­kun­gen durch die Coro­na-Pan­de­mie, die nur eine klei­ne­re Gäste­zahl zuließ.

Der Bezirk Ober­fran­ken ver­an­stal­tet in der denk­mal­ge­schütz­ten Künst­ler­vil­la des ein­sti­gen Vio­l­in­vir­tuo­sen Hen­ri Mar­teau (1874–1934) jähr­lich rund 40 Mei­ster­kur­se mit renom­mier­ten Dozen­ten für her­aus­ra­gen­de Nach­wuchs­mu­si­ker aus aller Welt. In vier­jäh­ri­ger Bau­zeit ent­stan­den neue Räum­lich­kei­ten in der bestehen­den Vil­la sowie ein spek­ta­ku­lä­rer „Berg­werks-Kon­zert­saal“ neben dem Altbau.

Wän­de und Decken des 122 m² gro­ßen Raums sind mit impo­san­ten Gra­nit­spit­zen ver­se­hen – eine Welt­neu­heit. Deren gebro­che­ne Ober­flä­che gene­riert eine opti­ma­le Streu­ung des Schalls und eine akku­ra­te Aku­stik und schafft gleich­zei­tig einen ein­drucks­vol­len Raum. Die bis zu 13 Meter lan­gen, inein­an­der­lau­fen­den Gra­nit­spit­zen an Wän­den und Decke fächern den Raum auf und beein­drucken Besu­che­rin­nen und Besu­cher mit dem impo­san­ten Spiel von Licht und Schat­ten. Die schwer­ste Gra­nit­spit­ze wiegt knapp sie­ben Ton­nen. 330 Gra­nit­plat­ten wur­den im Werk der Fir­ma Kus­ser in Aicha vorm Wald mit Stahl zu 33 Gra­nit­kör­pern verbaut.

Der seit­lich unter­halb der Künst­ler­vil­la gele­ge­ne Unter­richts- und Kon­zert­saal misst 13x13 Meter. Die rund 66 m² gro­ße Büh­nen­flä­che befin­det sich etwa vier­ein­halb Meter unter der Geländeoberfläche.

Mit der von der Ober­fran­ken­stif­tung und dem Baye­ri­schen Kul­tur­fonds unter­stütz­ten Dop­pel-Bau­maß­nah­me wur­de im Herbst 2017 begon­nen. Die Kosten für den Umbau des Gar­ten­ge­schos­ses, den Bau des Unter­richts- und Kon­zert­saals sowie die bar­rie­re­freie Erschlie­ßung des Hau­ses lie­gen bei 5,2 Mil­lio­nen Euro. Der Kul­tur­fonds Bay­ern bewil­lig­te eine För­de­rung 852.600 Euro, die Ober­fran­ken­stif­tung bezu­schuss­te den Bau mit 668.000 Euro.

Die berg­bau­li­che Geschich­te Lich­ten­bergs inspi­rier­te Archi­tekt Peter Haimerl, die Stim­mung in einem Berg­werk ein­zu­fan­gen. Haimerl blick­te in sei­ner Rede auf Geschich­te und Gegen­wart von Haus Mar­teau: „Wir wären nicht hier, wenn nicht Mar­teaus Frau Blan­che bis zu ihrem Tod die Erin­ne­rung an Hen­ri Mar­teau wach­ge­hal­ten hät­te, indem sie das Haus in unver­än­der­tem Zustand ließ und über 50 Jah­re lang so gut es ging am Leben hielt. Alles wäre mit ihrem Tod vor­bei gewe­sen. Wir wären nicht hier, (…) wenn nicht zu Beginn der 80er Jah­re des letz­ten Jahr­hun­derts der Bezirk Ober­fran­ken die Vil­la über­nom­men hät­te, um sie als Musik­be­geg­nungs­stät­te im Sin­ne Hen­ri Mar­teaus weiterzuführen.

Wir wären nicht hier, wenn nicht der Bezirk Ober­fran­ken erkannt hät­te, dass es sich hier um ein wich­ti­ges sozia­les Vor­ha­ben han­delt, dass Gemein­sinn auch bedeu­tet, Kul­tur­gü­ter zu schüt­zen und brei­ten Schich­ten der Gesell­schaft zugäng­lich zu machen“, sag­te Haimerl mit Blick auf die Inter­na­tio­na­le Musikbegegnungsstätte.

Die Eröff­nungs­fei­er wur­de musi­ka­lisch hoch­ka­rä­tig umrahmt von dem inter­na­tio­nal erfolg­rei­chen Pia­ni­sten Prof. Bernd Glem­ser, der Haus Mar­teau seit vie­len Jah­ren als Dozent für Kla­vier ver­bun­den ist. An sei­ner Sei­te als Gei­gen­so­list bril­lier­te der jun­ge Tas­si­lo Probst, der bereits mehr­mals als Mei­ster­schü­ler bei Kur­sen in Haus Mar­teau war.

„Die­ser Saal macht dank­bar und er macht Mut, mit Freu­de Men­schen mit­ein­an­der zu ver­bin­den durch Musik“, so der Künst­le­ri­sche Lei­ter des Hau­ses, Prof. Chri­stoph Adt, in sei­ner Anspra­che. Neben dem atem­be­rau­ben­den Unter­richts- und Kon­zert­saal sei vor allem die Erneue­rung des kom­plet­ten Unter­ge­schos­ses ein gro­ßer Gewinn für den Kurs­be­trieb: „Durch Absen­ken des Fun­da­men­tes ist qua­si ein ganz neu­es Gar­ten­ge­schoss mit hohen und hel­len Räu­men ent­stan­den; das sind idea­le Arbeits­räu­me. Dass unser Betrieb bar­rie­re­frei geschieht, bedarf eigent­lich gar nicht der Erwäh­nung, obwohl uns dies bei Pla­nung und Durch­füh­rung der Bau­maß­nah­me unbe­dingt wich­tig war“, ergänz­te Adt.

Haus Mar­teau wur­de von Mar­teaus Wit­we Blan­che bis zu ihrem Tod 1977 gehü­tet. Sie war eben­so wie ihre älte­ste Toch­ter Mona Lins­may­er-Mar­teau dar­auf bedacht, das Anwe­sen im Sin­ne des gro­ßen Gei­gers zu erhal­ten und wei­ter­zu­ent­wickeln, erin­ner­te Lich­ten­bergs Bür­ger­mei­ster Kri­stan von Wal­den­fels mit dem Aus­schnitt einer Radio­sen­dung an die Fami­lie Marteau.

Er freue sich sehr über die Wei­ter­ent­wick­lung von Haus Mar­teau: „Wir, die Lich­ten­ber­ger Bür­ger­schaft, sowie natür­lich die gesam­te Musik­welt, sind hier dem Bezirk Ober­fran­ken zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet. Ohne ihn wäre die­ses Klein­od, das welt­weit ein­zig­ar­tig ist, nicht ver­wirk­licht worden.“

Im Rah­men der Eröff­nungs­fei­er haben sich der Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ster für Wis­sen­schaft und Kunst Bernd Sibler und Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm in das Gol­de­ne Buch der Stadt Lich­ten­berg eingetragen.