Land­kreis Lich­ten­fels: Umfang­rei­che Boden­un­ter­su­chun­gen sind voll im Zeitplan

Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner infor­miert sich über den Stand des Pilot­pro­jek­tes „Umgang mit geo­gen erhöh­ten Stoff­ge­hal­ten“ des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­ums für Umwelt und Verbraucherschutz

In den kommenden Monaten wird das Bayerische Landesamt für Umwelt im Landkreis Lichtenfels unterwegs sein, um Bodenproben für das Pilotprojekt „Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten“ zu entnehmen. Landrat Christian Meißner (2. v. li.) und der Abteilungsleiter für Bauen und Umwelt am Landratsamt Tim Baum (li.) machten sich kürzlich ein Bild von den umfangreichen Felduntersuchungen. Der Projektleiter Uwe Geuß (r.) sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Peggy Bierbaß gaben Auskunft über den Stand des mit 870.000 Euro geförderten Pilotprojektes. Foto: LRA Lichtenfels / Heidi Bauer

In den kom­men­den Mona­ten wird das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Umwelt im Land­kreis Lich­ten­fels unter­wegs sein, um Boden­pro­ben für das Pilot­pro­jekt „Umgang mit geo­gen erhöh­ten Stoff­ge­hal­ten“ zu ent­neh­men. Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner (2. v. li.) und der Abtei­lungs­lei­ter für Bau­en und Umwelt am Land­rats­amt Tim Baum (li.) mach­ten sich kürz­lich ein Bild von den umfang­rei­chen Feld­un­ter­su­chun­gen. Der Pro­jekt­lei­ter Uwe Geuß (r.) sowie die wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin Peg­gy Bier­baß gaben Aus­kunft über den Stand des mit 870.000 Euro geför­der­ten Pilot­pro­jek­tes. Foto: LRA Lich­ten­fels / Hei­di Bauer

Dar­um, wie Gemein­den, Bau­her­ren und öffent­li­che Bau­trä­ger künf­tig Boden­aus­hub ver­mehrt regio­nal ver­wer­ten kön­nen, geht es bei einem Pilot­pro­jekt im Land­kreis Lich­ten­fels. Dazu wer­den die ver­schie­de­nen Böden erst­mals in Bay­ern auf Land­kreis­ebe­ne detail­liert auf ihre natür­li­chen Stoff­ge­hal­te unter­sucht. Land­rat Chri­sti­an Meiß­ner ist gespannt, wie die Ergeb­nis­se für die Bau­wirt­schaft prak­ti­ka­bel dar­ge­stellt wer­den kön­nen. Bei einem Orts­ter­min in den Main­au­en zwi­schen Reun­dorf und Wein­gar­ten infor­mier­te er sich jüngst bei Pro­jekt­lei­ter Uwe Geuß vom Lan­des­amt für Umwelt (LfU) über den Stand des mit 870.000 Euro geför­der­ten Pilotprojektes.

Seit April die­ses Jah­res ist das LfU fast täg­lich im Land­kreis Lich­ten­fels unter­wegs und nimmt Boden­un­ter­su­chun­gen vor. Die rund 250 Unter­su­chungs­stand­or­te wur­den im Vor­feld anhand der vor­lie­gen­den Kar­te der Boden­aus­gangs­ge­stei­ne ermit­telt, um einen mög­lichst flä­chen­decken­den Über­blick über die geo­gen beding­ten Stoff­ge­hal­te im Boden zu erhalten.

Mit einem Bohr­ham­mer wird eine Pro­ben­nah­me­son­de einen Meter tief in den Boden getrie­ben und schicht­wei­se Boden­ma­te­ri­al ent­nom­men. Die­ses wird anschlie­ßend im LfU-Labor auf Schwer­me­tal­le und wei­te­re Boden­pa­ra­me­ter hin untersucht.

Pro­ben an 109 Standorten

„Mitt­ler­wei­le wur­den Boden­ana­ly­sen von 109 Stand­or­ten vor­ge­nom­men“, berich­te­te Uwe Geuß beim Orts­ter­min. „Die Ana­ly­tik zeigt, dass lokal im Boden für die Ele­men­te Arsen, Cad­mi­um, Chrom, Nickel, Thal­li­um und Zink punk­tu­ell durch­aus erhöh­te Gehal­te vor­lie­gen!“, fasst der Fach­mann die bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se zusam­men. Die Bepro­bun­gen sol­len bis Ende 2021/​Anfang 2022 abge­schlos­sen sein.

Im 1. Quar­tal 2022 liegt der Schwer­punkt bei der Bewer­tung der Ana­lysen­er­geb­nis­se. „Von gro­ßem Inter­es­se sind dabei geo­che­mi­sche Ähn­lich­kei­ten der ein­zel­nen Boden­ein­hei­ten, die in den geplan­ten Über­sichts­kar­ten für Ober­bo­den (Humus) sowie Unter­bo­den und Unter­grund zusam­men­ge­fasst wer­den könn­ten, was zu einer deut­li­chen Ver­ein­fa­chung füh­ren würde.“

Von gro­ßer Bedeu­tung für Häus­le­bau­er und Baufirmen

Land­rat Meiß­ner zeigt sich begei­stert, was das LfU mit dem Pilot­pro­jekt errei­chen möch­te: „Die Unter­su­chun­gen haben gro­ße Bedeu­tung für unse­re Häus­le­bau­er und Bau­fir­men im Land­kreis, denn sie wür­den zu einer deut­li­chen Redu­zie­rung der Ent­sor­gungs­ko­sten füh­ren!“, stellt der Land­rat her­aus. Er hofft, dass die Kar­ten­dar­stel­lun­gen eine hohe Pra­xis­taug­lich­keit haben. „Die Hin­weis­kar­ten müs­sen leicht ver­ständ­lich auf­ge­baut wer­den und mög­lichst ein­fach hand­hab­bar sein“, ist sein Anspruch. „Ziel muss es sein, Erd­aus­hub aus Bau­pro­jek­ten ohne kosten­in­ten­si­ve Bepro­bung des Mate­ri­als inner­halb des Kreis­ge­bie­tes wie­der­ver­wen­den zu können!“

Pro­jekt­lei­ter Geuß dank­te Land­rat Meiß­ner für die umfang­rei­chen Vor­ar­bei­ten, die die Mit­ar­bei­ter des Land­rats­am­tes im Vor­feld erle­di­gen muss­ten. So wur­den etwa sämt­li­che Bebau­ungs­plä­ne zusam­men­ge­stellt, umfang­rei­che Recher­chen über vor­han­de­ne Boden­ana­ly­sen durch­ge­führt, die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ermit­telt und infor­miert, Unter­la­gen über die im Boden ver­leg­te Lei­tun­gen eru­iert und die Ansprech­part­ner in den Kom­mu­nen ermit­telt. „Ohne die­se Zuar­beit wäre das Pilot­pro­jekt nicht zu rea­li­sie­ren gewe­sen und wür­de nicht so gut lau­fen“, lob­te Geuß die Unterstützung.

Land­rat Meiß­ner dank­te vor allem den Land­wir­ten, die den Unter­su­chun­gen größ­ten­teils bereit­wil­lig zuge­stimmt haben. Er hat­te sich 2019 mit Erfolg beim Staats­mi­ni­ste­ri­um für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz (StMUV) dafür ein­ge­setzt, den Land­kreis Lich­ten­fels als Pilot­land­kreis für das Pilot­pro­jekt „Umgang mit geo­gen erhöh­ten Stoff­ge­hal­ten“ auszuwählen.

Das StMUV stellt die finan­zi­el­len Mit­tel in Höhe von 870.000 Euro zur Ver­fü­gung und för­dert somit das Pilot­pro­jekt zu 100 Pro­zent. Der Abschluss des Pro­jekts mit der Vor­stel­lung der Hin­weis­kar­ten ist für Ende 2022 geplant. Für Rück­fra­gen steht am Land­rats­amt Lich­ten­fels der zustän­di­ge Koor­di­na­tor Mar­tin Dirauf unter der Tele­fon­num­mer 09571/18–3413 ger­ne zur Verfügung.

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