Land­rats­amt Bam­berg infor­miert: „Streu­obst kau­fen – Kli­ma schützen!“

Streuobstwiese. Foto: Alexandra Klemisch / LRA Bamberg
Streuobstwiese. Foto: Alexandra Klemisch / LRA Bamberg

Roman­tisch ist es, das Bild von der Obst­wie­se, auf der sich im gol­de­nen Herbst die ehr­wür­di­gen Bäu­me unter ihrer süßen Last bie­gen. Ein Stück hei­le Welt, eine Urlaubs­idyl­le, ein Pick­nick­platz im Märchenbuch.

Tat­säch­lich sind Streu­obst­wie­sen das beste Bei­spiel, wie gut tra­di­tio­nel­le Land­wirt­schaft und Natur­er­halt Hand in Hand gehen kön­nen. Denn das Mosa­ik aus Heu­wie­se, Hecke und Ein­zel­bäu­men bie­tet tau­sen­den hei­mi­scher Tie­re und Pflan­zen idea­len Lebens­raum. Dabei ist die Nut­zung durch den Men­schen gar nicht stö­rend – im Gegen­teil! Die scho­nen­de Bewirt­schaf­tung garan­tiert den Erhalt des men­schen­ge­mach­ten Para­die­ses: Die Wie­sen­flä­che unter den Bäu­men wird zur Heu­mahd genutzt, im Kro­nen­dach in der 2. Eta­ge reift der Bonus, regio­na­les Obst, das frisch ver­wer­tet oder zu Saft ver­ar­bei­tet wird.

Alte Sor­ten, die in Ober­fran­ken seit Jahr­hun­der­ten ange­baut wer­den, brin­gen eine gro­ße Geschmacks­viel­falt mit. Streu­obst­pro­duk­te wie Saft, Likör oder Frucht­auf­strich laden zu unver­wech­sel­ba­ren Genuss­erleb­nis­sen ein. Ins­be­son­de­re unter den All­er­gi­kern sind alte Apfel­sor­ten gesucht, denn vie­le die­ser Sor­ten besit­zen ein wesent­lich gerin­ge­res All­er­gie­po­ten­ti­al als moder­ne Han­dels­sor­ten. Nicht zuletzt bedeu­ten die kur­zen Trans­port­we­ge des Obstes und sei­ner regio­nal her­ge­stell­ten Pro­duk­te eine Ein­spa­rung von Ener­gie. Das ist ein effek­ti­ver Bei­trag zum Klimaschutz.

Doch Streu­obst­wie­sen sind im Abwärts­trend: Alte Bestän­de wer­den nicht mehr gepflegt, weil die Ern­te unwirt­schaft­lich gewor­den ist, weil das unge­spritz­te Obst nicht makel­los daher kommt, weil das Apfel­saft­kon­zen­trat aus Chi­na und die Bir­nen aus Argen­ti­ni­en trotz lan­ger Trans­port­strecken bil­li­ger sind, weil nie­mand mehr die Bäu­me fach­ge­recht schnei­det, weil der Kon­kur­renz­kampf um die Flä­chen­nut­zung dem „unprak­ti­schen“ Streu­obst­be­stand den Rest gibt. Von den einst mehr als 20 Mil­lio­nen Obst­bäu­men in Bay­ern sind heu­te nicht ein­mal mehr 5 Mil­lio­nen übrig geblie­ben, Ten­denz wei­ter fallend.

Wie kön­nen Streu­obst­wie­sen erfolg­reich geschützt werden?

Mit einer Baum­pflanz­ak­ti­on allein ist es nicht getan. Obst­bäu­me müs­sen über Jah­re fach­ge­recht geschnit­ten wer­den, damit sie ein sta­bi­les Kro­nen­ge­rüst bil­den, das die schwe­re Last der Früch­te jahr­zehn­te­lang tra­gen kann. Die Pfle­ge von Obst­bäu­men und die Mahd der Heu­wie­sen loh­nen sich für die Besitzer*innen von Streu­obst­wie­sen nur dann, wenn wir den Wert des hei­mi­schen Obstes neu ken­nen und schät­zen ler­nen und bereit sind, einen fai­ren Preis dafür zu zahlen.

Auch in die­sem Jahr führt der Land­kreis Bam­berg des­halb sei­ne Akti­on zur Ver­mark­tung von regio­na­lem Obst aus tra­di­tio­nell bewirt­schaf­te­ten Streu­obst­wie­sen wei­ter, zusam­men mit dem Land­schafts­pfle­ge­ver­band, dem Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge und mit zahl­rei­chen pri­va­ten Initia­to­ren: In der Bro­schü­re „Streu­obst­bör­se“ fin­den inter­es­sier­te Kun­den zahl­rei­che Anbie­ter, die im klei­nen Hof­la­den oder auch zum Selbst­pflücken ern­te­fri­sches, unbe­han­del­tes Obst aus der Regi­on verkaufen.

Sie möch­ten Obst anbieten?

Machen Sie mit! Die Bro­schü­re „Streu­obst­bör­se“ wird Mit­te Sep­tem­ber in neu­er Auf­la­ge online und in Druck­form ver­öf­fent­licht. Wenn Sie Inter­es­se dar­an haben, das Obst Ihrer natur­nah bewirt­schaf­te­ten Streu­obst­wie­se kosten­frei in der Streu­obst­bör­se anzu­bie­ten, mel­den Sie sich noch bis zum 10. Sep­tem­ber bei der Kreis­fach­be­ra­tung für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge im Land­rats­amt Bam­berg, Ansprech­part­ne­rin Alex­an­dra Kle­misch, Tel. 0951/85–534.

Wie wäre es mit Saft aus eige­nem Obst?

Wer sei­ne eige­ne Ern­te zu Saft ver­ar­bei­ten las­sen möch­te, dem bie­tet die Streu­obst­bör­se die Kon­takt­da­ten von Kel­te­rei­en in Stadt und Land­kreis Bam­berg, die größ­ten­teils von enga­gier­ten Obst- und Gar­ten­bau­ver­ei­nen geführt wer­den und ab Sep­tem­ber ihren Betrieb aufnehmen.

Sie möch­ten mehr tun?

Zahl­rei­che unse­rer ver­eins­ge­tra­ge­nen Klein-Kel­te­rei­en suchen in der Ern­te­sai­son hel­fen­de Hän­de! Mel­den Sie sich bei Ihrem loka­len Obst- und Gar­ten­bau­ver­ein und packen Sie mit an! Außer­dem bie­ten vie­le Obst- und Gar­ten­bau­ver­ei­ne in Zusam­men­ar­beit mit den Kreisfachberater*innen am Land­rats­amt Bam­berg regel­mä­ßig im Früh­jahr Obst­baum­schnitt­kur­se an.

Wei­te­re Infor­ma­ti­on zum Saft­pres­sen, zu Schnitt­kur­sen und zur Streu­obst­bör­se fin­den Sie auf der Inter­net­sei­te des Kreis­ver­bands für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge: www​.kv​-gar​ten​bau​ver​ei​ne​-bam​berg​.de

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