Pro­jekt­tag des Bay­reu­ther Graf-Mün­ster-Gym­na­si­ums: Respekt und Ver­ständ­nis statt Ausgrenzung

Gruppenfoto der teilnehmer. Foto: GMG
Gruppenfoto der teilnehmer. Foto: GMG

Gemein­sam mit dem städ­ti­schen Inte­gra­ti­ons­bei­rat und dem Sozi­al­re­fe­rat der Stadt­ver­wal­tung hat das Graf-Mün­ster-Gym­na­si­um (GMG) mit drei 10. Klas­sen einen Pro­jekt­tag bestrit­ten. Dabei soll­te den Schü­le­rin­nen und Schü­lern vor allem ein Ein­blick in die Arbeit des Inte­gra­ti­ons­bei­ra­tes ver­mit­telt wer­den. Außer­dem wur­den sie auf einen kur­zen Streif­zug in die Arbeit der öffent­li­chen Ver­wal­tung mitgenommen.

Die Vor­sit­zen­de des Inte­gra­ti­ons­bei­rats, Valen­ti­na-Ama­lia Dumitru, begrüß­te die jugend­li­chen Gäste im Atri­um der Schloss­ga­le­rie und stell­te ihnen die Arbeit des Gre­mi­ums vor. Der Inte­gra­ti­ons­bei­rat berät und unter­stützt die Stadt­ver­wal­tung bei The­men der Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on. Er bil­det so eine Brücke zwi­schen Migran­tin­nen und Migran­ten sowie der Ver­wal­tung. Das Gre­mi­um unter­stützt dar­über hin­aus Ver­an­stal­tun­gen und ent­wickelt eige­ne Pro­jek­te in dafür geschaf­fe­nen Arbeits­grup­pen, um die Bezie­hun­gen von Men­schen aller Kul­tu­ren in Bay­reuth zu för­dern und sich gegen­sei­tig bes­ser ken­nen zu ler­nen. Dumitru beton­te, dass die Inte­gra­ti­ons­ar­beit vor Ort noch stär­ker struk­tu­rell ver­an­kert und ver­netzt wer­den müs­se. Sie ermu­tig­te die Schü­ler­rin­nen und Schü­ler, eige­ne Ideen oder Vor­schlä­ge ein­zu­brin­gen, um auf loka­ler Ebe­ne mit­ge­stal­ten zu kön­nen. „Enga­giert Euch und bringt Eure Ideen ein. Der Inte­gra­ti­ons­bei­rat und die Stadt Bay­reuth brau­chen Euch!“

Anschlie­ßend hat­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Mög­lich­keit, Fra­gen rund um die Arbeit im Inte­gra­ti­ons­bei­rat zu stel­len. Die­se dreh­ten sich unter ande­rem um die Zusam­men­set­zung des Gre­mi­ums. Aber auch die Fra­ge, war­um es so unter­schied­li­che Begriff­lich­kei­ten für Men­schen aus ande­ren Kul­tur­krei­sen gibt und wie die recht­li­che Defi­ni­ti­on von Migran­ten, Aus­län­dern, Asyl­be­wer­bern und Flücht­lin­gen lau­tet, wur­de angesprochen.

Anschlie­ßend stell­te die städ­ti­sche Sozi­al­re­fe­ren­tin Manue­la Bro­z­at die Struk­tur der Stadt­ver­wal­tung mit ihren sechs Refe­ra­ten vor und erläu­ter­te den Schü­le­rin­nen und Schü­lern ihre Funk­ti­on im Refe­rat für Fami­lie, Schu­len, Sozia­les sowie Mel­de­we­sen. Bro­z­at stell­te sich anschlie­ßend eben­falls den Fra­gen der Gäste und war dabei vor allem als Schul­re­fe­ren­tin gefor­dert. Gefragt wur­de unter ande­rem nach dem aktu­el­len Stand der Digi­ta­li­sie­rung an Bay­reuths Schu­len. Bro­z­at beton­te, dass hier bereits eini­ges auf den Weg gebracht sei. Ziel der Stadt sei es, schritt­wei­se vor­han­de­ne Lücken in der Ver­sor­gungs-Infra­struk­tur zu schlie­ßen. Dabei sei man an vie­le Auf­la­gen gebun­den, was Res­sour­cen bin­de und die Pro­zes­se verlangsame.

Zum Abschluss erläu­ter­ten der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Inte­gra­ti­ons­bei­rats, Ibu­kun Kous­se­mou, und die Behin­der­ten­be­auf­trag­te der Stadt Bay­reuth, Bet­ti­na Wur­zel, den Schü­le­rin­nen und Schü­lern, aus wie vie­len Län­dern Geflüch­te­te nach Bay­reuth kom­men. „Bay­reuth ist inter­na­tio­nal – nicht nur zur Fest­spiel­zeit“, lau­te­te das Resü­mee. Bet­ti­na Wur­zel wies dar­auf hin, dass neben Men­schen, die auf­grund ihrer Her­kunft, ihres Alters oder ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung dis­kri­mi­niert wer­den, auch behin­der­te Men­schen oft benach­tei­ligt sind und nur ein­ge­schränkt am öffent­li­chen Leben teil­neh­men kön­nen. Blin­den­leit­sy­ste­me und Gebär­den­spra­che sei­en Instru­men­te, die hier für Abhil­fe sor­gen können.

Nach einer regen Dis­kus­si­on beka­men die Schü­le­rin­nen und Schü­ler eine inter­ak­ti­ve Aus­stel­lung mit Gebär­den­spra­che erklärt. Sie konn­ten außer­dem einen Rund­gang in der Schloss­ga­le­rie mit dem Blin­den­stock unter­neh­men, was ihnen einen Ein­blick in die Lebens­welt von blin­den und seh­be­hin­der­ten Men­schen gab. Respekt und Ver­ständ­nis statt Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung, die­se Erfah­rung konn­ten die Gäste vom GMG am Pro­jekt­tag anschau­lich erleben.

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