Bam­ber­ger ODE­ON zeigt ‚End­lich Tache­les‘ (2020)

Filmplakat Endlich Tacheles
© Jana Matthes & Andrea Schramm

Der für den Deut­schen Doku­men­tar­film­preis 2021 nomi­nier­te Erin­ne­rungs­film über die Fol­gen des Natio­nal­so­zia­lis­mus erhält Ein­zug in die Säle des Ode­on-Kinos. Geför­dert durch das Pro­jekt ‚Demo­kra­tie leben!‘ im Land­kreis Bam­berg erhal­ten Inter­es­sier­te frei­en Ein­tritt zur Ver­an­stal­tung am 21.08.2021.

2020 fei­er­te der Kino­do­ku­men­tar­film bereits digi­ta­le Welt­pre­mie­re auf dem DOK.fest Mün­chen mit Erfolg. „Eine Rei­se zu den tie­fen Wun­den einer Fami­lie. Ein wich­ti­ger Film dar­über, wie Schmerz über Genera­tio­nen wei­ter­ge­ge­ben wird.“ so zum Bei­spiel die Rezen­si­on des Baye­ri­schen Rund­funks. Dar­um geht’s:

Yaar ist ein jun­ger jüdi­scher Ber­li­ner, der davon träumt, Game­de­si­gner zu wer­den. Mit dem Juden­tum ver­bin­det er nichts als Opfer, die sich zur Schlacht­bank füh­ren lie­ßen. Sei­nem Vater wirft er vor, am Holo­caust zu lei­den, den er nicht ein­mal selbst erlebt hat. Aus Rebel­li­on will Yaar ein Com­pu­ter­spiel ent­wickeln: „Sho­ah. Als Gott schlief.“

In dem von ihm kre­ierten Deutsch­land um 1940 kön­nen Juden sich weh­ren, Nazis mensch­lich han­deln. Yaars Vater ist schockiert. In sei­nen Freun­den Sarah und Mar­cel fin­det er Mit­strei­ter für die Ent­wick­lung sei­nes Com­pu­ter­spiels. Yaar macht sei­ne Oma Rina zum Vor­bild für die jun­ge Jüdin im Spiel. Ihr Gegen­spie­ler, ein SS-Offi­zier, ist von einem rea­len Vor­fah­ren von Mar­cel inspi­riert. Die drei sind sich einig: die alten Rol­len­zu­schrei­bun­gen von Tätern und Opfern ste­hen ihnen im Weg, und die Ver­gan­gen­heit soll end­lich vor­bei sein!

Sie rei­sen zusam­men in Rinas Geburts­ort Kra­kau, wo Yaar ein Fami­li­en­ge­heim­nis auf­deckt. Aus Spiel wird Ernst. Die drei Freun­de erken­nen, was die Ereig­nis­se der Ver­gan­gen­heit mit ihnen selbst zu tun haben – als Enkel der dama­li­gen Opfer und Täter. Eine schmerz­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Geschich­te beginnt, die auch die Bezie­hung zwi­schen Vater und Sohn verändert.

END­LICH TACHE­LES zeigt, wie sich das Trau­ma der Über­le­ben­den bis in die drit­te Genera­ti­on frisst und stellt eine hoch­ak­tu­el­le Fra­ge aus der Sicht eines 21-Jährigen:

„Was hat der Holo­caust heu­te noch mit mir zu tun?“

Die Film­vor­füh­rung wird von der Part­ner­schaft für Demo­kra­tie im Land­kreis Bam­berg, im Rah­men des Bun­des­pro­gramms ‚Demo­kra­tie leben!‘ ermöglicht.

Am 21. August 2021, ab 18.30 Uhr wird der Film in bei­den Kino­sä­len des Ode­on-Kinos vor­ge­führt. Im Anschluss gibt es die Mög­lich­keit mit den Regis­seu­rin­nen und dem Prot­ago­ni­sten zu dis­ku­tie­ren und in direk­ten Aus­tausch zu gehen. Die kosten­lo­sen Kar­ten sind ab sofort im Ode­on Kino Bam­berg erhält­lich – nur solan­ge der Vor­rat reicht.

Wei­te­re Infos fin­den Sie unter: www​.demo​kra​tie​-leben​-ist​.de


Infos zu ‚Demo­kra­tie leben!‘ im Land­kreis Bamberg

Seit Anfang 2019 betei­ligt sich der Land­kreis Bam­berg am Bun­des­pro­gramm ‚Demo­kra­tie leben!‘. Schwer­punk­te des Pro­gramms sind Demo­kra­tie­bil­dung, Betei­li­gung in den Kom­mu­nen, Viel­falt, Mit­ein­an­der, sozia­le Inte­gra­ti­on und Stär­kung der demo­kra­ti­schen Gesell­schaft. Aus die­sem Grund ste­hen im Land­kreis Mit­tel für Pro­jek­te und Initia­ti­ven zur Ver­fü­gung, wel­che in die­ser Hin­sicht tätig sind oder wer­den wol­len. Ziel ist es, vor allem Kin­der und Jugend­li­che in Bezug auf rechts­ex­tre­me, anti­se­mi­ti­sche oder ras­si­sti­sche Akti­vi­tä­ten sowie ande­re demo­kra­tie- und recht­staats­feind­li­che Phä­no­me­ne zu sen­si­bi­li­sie­ren und ihnen die Mög­lich­keit zu geben, aktiv Demo­kra­tie mitzugestalten.

iSo – Inno­va­ti­ve Sozi­al­ar­beit über­nimmt dabei die Rol­le der bera­ten­den Koor­di­nie­rungs- und Fach­stel­le für den Land­kreis Bamberg.

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