Histo­ri­sches Muse­um der Stadt Bay­reuth zeigt Aus­stel­lung zur Viel­falt des jüdi­schen Lebens in Bayreuth

Logo 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Schau­ta­feln im Alten Schloss doku­men­tie­ren bis Ende August Ein­blicke in die Geschich­te der jüdi­schen Gemeinde

Anläss­lich des Jah­res­the­mas 1.700 Jah­re jüdi­sches Leben zeigt das Histo­ri­sche Muse­um der Stadt Bay­reuth ab sofort in Koope­ra­ti­on mit der Israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de und dem Kul­tur­amt die Aus­stel­lung „Jüdi­sches Bayreuth“.

Ein Edikt des römi­schen Kai­sers Kon­stan­tin aus dem Jahr 321 ist das älte­ste über­lie­fer­te Zeug­nis jüdi­schen Lebens in Deutsch­land. Die Geschich­te der Bay­reu­ther jüdi­schen Gemein­de reicht bis ins Mit­tel­al­ter zurück. Seit dem 13. Jahr­hun­dert fin­den sich Bele­ge für die Exi­stenz, aber auch für die Ver­fol­gung der Juden in der Stadt. Erst die Regie­rungs­zeit des Mark­gra­fen Fried­rich brach­te ein hohes Maß an Sicher­heit. 1759 ver­kauf­te er das mark­gräf­li­che Redou­ten- und Komö­di­en­haus an den seit rund zehn Jah­ren in Bay­reuth ansäs­si­gen Moses Seckel, der hier eine Syn­ago­ge ein­rich­ten durf­te. Am 15. März 1760 fand die erste Sab­bat­fei­er in der Syn­ago­ge statt. Die erst kürz­lich auf­wän­dig reno­vier­te Syn­ago­ge ist seit mehr als 260 Jah­ren ein mar­kan­tes bau­li­ches Zeug­nis und die älte­ste noch betrie­be­ne Syn­ago­ge in Deutschland.

Das 19. Jahr­hun­dert brach­te dann schritt­wei­se die recht­li­che Gleich­stel­lung der jüdi­schen mit den christ­li­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. In der Epo­che des Deut­schen Kai­ser­reichs hat­te Bay­reuth eine flo­rie­ren­de jüdi­sche Gemein­de, deren Mit­glie­der als Geschäfts­in­ha­ber, Ärz­te und Rechts­an­wäl­te Anse­hen genos­sen, öffent­li­che Ämter und Ehren­äm­ter beklei­de­ten. Die natio­nal­so­zia­li­sti­sche Bar­ba­rei mit Depor­ta­tio­nen und Mas­sen­mord ver­nich­te­te die­se Gemeinde.

Die heu­ti­ge Israe­li­ti­sche Kul­tus­ge­mein­de in Bay­reuth zählt meh­re­re hun­dert Mit­glie­der. Wand an Wand mit dem UNESCO-Welt­kul­tur­er­be Mark­gräf­li­ches Opern­haus ent­steht der­zeit um die Syn­ago­ge ein neu­er Bau­kom­plex: Die moder­ne Mikwe, das ritu­el­le Tauch­bad, wur­de 2013 fer­tig gestellt und wird „als rein­ste Mikwe Euro­pas“ – so der Lon­do­ner Spe­zia­list Rab­bi Meir Posen – von einem arte­si­schen Brun­nen gespeist. Gegen­über in dem Gebäu­de der ehe­ma­li­gen Mün­ze von 1778 ent­steht ein neu­es Jüdi­sches Kul­tur- und Gemein­de­zen­trum mit Muse­ums­räu­men, Archiv und Biblio­thek, kosche­rem Café und Räu­men für die jüdi­sche Gemein­de. Die bei ersten Reno­vie­rungs­ar­bei­ten im Dach­stuhl der Syn­ago­ge 2010 gefun­de­ne Genisa, deren Fund­stücke bis ins 16. Jahr­hun­dert zurück­rei­chen, wird dort zu sehen sein.

Auf zahl­rei­chen reich bebil­der­ten Schau­ta­feln ver­mit­telt die Aus­stel­lung Ein­blicke in die Geschich­te der jüdi­schen Gemein­de sowie in das viel­fäl­ti­ge jüdi­sche Leben in der Stadt vom Mit­tel­al­ter bis heu­te. Die Aus­stel­lung ist bis 29. August täg­lich von 10 bis 17 Uhr im Alten Schloss, Maxi­mi­li­an­stra­ße 6, zu sehen. Am Diens­tag, 24. August, ab 16 Uhr, beant­wor­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen des Stadt­ar­chivs Fragen.

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